Darum gehts
- Lufthansa-Gruppe kündigt Sparmassnahmen an, betroffen sind auch 100'000 Mitarbeitende der Swiss
- Einstellungsstopp, keine Geschäftsreisen mit Hotel und 10 Prozent weniger Projektbudget
- Swiss-Gewinn 2025 um 26,6 Prozent gesunken
Die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Swiss und die Edelweiss gehören, muss sparen. Der Krieg im Iran und die steigenden Kerosinpreise setzen den Konzern im Jahr seines hundertjährigen Jubiläums unter Druck. Das Unternehmen will die Kosten senken – und zwar auch im Kleinen. Schon im März wurde bekannt, dass die Flugzeuge auf der Kurzstrecke seltener gereinigt werden. Jetzt folgt bereits das nächste Sparprogramm. Diesmal trifft es die über 100'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Blick liegt ein internes Schreiben an die Beschäftigten der Gruppe vor. In der E-Mail informiert Lufthansa-Manager Dieter Vranckx (53) die Mitarbeiter über weitreichende neue Sparmassnahmen. Konkret: Ab sofort werden keine neuen Mitarbeiter mehr eingestellt und Geschäftsreisen mit Hotelaufenthalt sind nicht mehr erlaubt.
Massiv sparen – und doch mehr Lohn für die Chefs
Zudem spart die Gruppe bei Weiterbildungen und Team-Events. Und: Für alle Projekte gibts 10 Prozent weniger Budget. Neue Verträge mit externen Beratern gibts keine mehr, bestehende Verträge müssen neu verhandelt werden. Begründet werden die Sparmassnahmen im internen Schreiben aus der Teppichetage mit der «steigenden ökonomischen Unsicherheit». Weiter werden auch die Flotte, das Streckenangebot und die Preisgestaltung überprüft.
Blöd für den Verfasser des Sparbefehls: Erst Anfang April wurde bekannt, dass die Führungsetage der Lufthansa-Gruppe einen deutlich höheren Lohn erhalten hat. Das Salär von Ex-Swiss-Chef Dieter Vranckx stieg dabei von einer halben Million Euro auf über 2,1 Millionen Euro.
Lufthansa schweigt, Swiss bestätigt
Swiss und Lufthansa bestätigen gegenüber Blick das interne Schreiben. Nachfragen zu den Sparmassnahmen und die dadurch eingesparte Summe beantwortet die Lufthansa nicht. Eine Mediensprecherin: «Intern getätigte Aussagen kommentieren wir grundsätzlich nicht.»
Die Swiss bestätigt, dass sie von den Sparmassnahmen betroffen ist. Mediensprecher Michael Pelzer sagt zu Blick, dass das Schreiben aber «grundsätzlich keine neuen Informationen enthält», über die CEO Jens Fehlinger (45) die Belegschaft nicht schon früher intern informiert habe.
Die Swiss steht unter einem ständigen Sparzwang. 2025 fiel der Gewinn um 26,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuletzt gings um das Kabinenpersonal. Die Lufthansa-Tochter bietet 4000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern eine Abgangsprämie von 15'000 Franken, um Personal abzubauen.