Darum gehts
- Danilo C. handelt seit 2021 auf der Plattform Marko mit Fussballtrikots
- Dann wird er wegen angeblichen Verkaufs gefälschter Ware gesperrt
- Der Verkäufer legt Beschwerde ein, erhält von Marko aber keine richtige Rückmeldung
Blick-Leser Danilo C.* (21) ist frustriert. «Ich fühle mich verarscht», sagt er zu Blick. Auslöser für seinen Ärger ist die Schweizer Secondhandplattform Marko. Ähnlich wie auf Ricardo oder Tutti können Privatanbieter dort gebrauchte Ware verkaufen. Seit 2021 verdient sich auch C., der hauptberuflich Sachbearbeiter bei einer Gemeinde ist, so einen Batzen dazu.
Spezialisiert hat er sich auf Fussballtrikots. Ein lukrativer Markt, denn die Shirts von Fussballstars sind mittlerweile nicht nur bei Sammlern begehrt, sie haben sich auch zum trendigen Modeaccessoire entwickelt. Das Geschäft laufe gut: «Ich habe mir über die Jahre einen zufriedenen Kundenstamm aufgebaut, der meine Ware sehr schätzt», sagt C. zu Blick. Die Bewertungen seien durchweg positiv.
Trotzdem hat C. bei Marko offenbar Misstrauen geschürt. Die Plattform sperrte kürzlich plötzlich sein Konto. Die Begründung: Der Händler verkaufe gefälschte Ware. «Das hat mich sehr überrascht, weil das ganz und gar nicht stimmt», beteuert C. im Gespräch mit Blick. Als Beweis legt er Bilder der Produktcodes auf den Etiketten der Shirts vor. Diese gelten als Beleg für die Echtheit von Fussballtrikots.
Deshalb hat er sich auch prompt per Mail bei der Plattform beschwert. Der Mailverlauf, der Blick vorliegt, zeigt: Auf seine Beschwerde hat lediglich der KI-Chatbot Markobot geantwortet. Auf die anschliessende Bitte von C., mit einem richtigen Mitarbeiter zu sprechen, antwortete der Bot lediglich: «Hey, wir haben deinen Account blockiert, da du gefälschte Produkte verkaufst, was nicht erlaubt ist.» Eine dritte Anfrage von C. lief ins Leere.
Verkäufer trifft Massnahmen, um Echtheit zu garantieren
C. kritisiert die Vorgehensweise von Marko: «Ich fühle mich unfair behandelt. Das ist doch kein Umgang!», sagt er. Dass es anhand von Bildern im Netz schwer zu erkennen ist, ob es sich tatsächlich um ein Original oder nur um einen billigen Fake handelt, ist sich C. bewusst. Darum trifft er Massnahmen, um seine Glaubwürdigkeit als Händler zu unterstreichen: «Meine Ware beziehe ich grösstenteils von etablierten Sporthändlern in der Schweiz, die über einen guten Ruf verfügen», so der Verkäufer. Kauft er ein Trikot von einem einzelnen Sammler, lasse er die Echtheit jeweils überprüfen. Ausserdem sei in seinen Inseraten immer ein Bild des Produktcodes zu sehen.
«Ich bin auch auf anderen Plattformen aktiv und hatte dort nie solche Probleme», ärgert sich der 21-Jährige. Er sei bereit, mit der Plattform eine Lösung zu finden. «Aber bei Marko ist das anscheinend nicht der Fall.»
Auch auf eine Anfrage von Blick bei Marko antwortet zuerst lediglich der KI-Assistent. Dieser schreibt: «Bei Marko werden Konten wegen gefälschter Artikel gesperrt, da der Verkauf von Fälschungen nicht nur auf unserer Plattform verboten, sondern auch in der Schweiz illegal ist.» Später meldet sich Marko-Gründer und CEO Alexander Sutter (32) zu Wort: «Generell fliessen alle genannten Aspekte in die Identifikation von gefälschten Waren ein», teilt er mit. Dazu gehören etwa externe Meldungen, interne Prüfungen sowie Algorithmen.
Und weiter: «Kontosperrungen werden dann vom Team oder von Algorithmen ausgelöst, wenn wir uns sehr sicher sind. Aber natürlich passieren auch mal Fehler», räumt Sutter ein. Wenn man Beweise zur Echtheit vorlege, werde Marko Konten auch wieder entsperren. Darauf hofft auch Danilo C.: «Ich bin jederzeit bereit, mit Marko zusammen eine Lösung zu finden – auch heute noch.»
* Name geändert