Darum gehts
- Die Rega muss bis 2030 ihren Standort am Flughafen Zürich verlassen, deshalb plant sie einen Umzug nach Kägiswil
- Dagegen formiert sich Widerstand: Petition mit 10'820 Unterschriften fordert Erhalt der Privatfliegerei
- Die Petition wurde der Bundeskanzlei überreicht
Für die Rettungsflugwacht, kurz Rega, ist am Flughafen Zürich bald kein Platz mehr: Weil ihre Flugzeughallen einem neuen Rollfeld im Weg stehen, muss sie ihren Standort in Kloten ZH bis spätestens 2030 geräumt haben. Aktuell sucht sie deshalb nach einer neuen Basis. Besonders hoch im Kurs für einen neuen Hauptsitz: der ehemalige Militärflugplatz in Kägiswil OW. Doch dort ist die Rega längst nicht bei allen willkommen.
Seit Bekanntwerden einer möglichen Standortverlegung in die Zentralschweiz formiert sich Widerstand gegen die Pläne. Denn die dort ansässigen Betriebe – drei Flugschulen, Motor- und Segelflieger-Gruppen sowie die Flugplatzgenossenschaft Obwalden (FGOW) – sehen ihre Existenz in Gefahr. Gemäss den Rega-Plänen müssten sie der neuen Basis weichen.
Petition sammelt 10’820 Unterschriften
Die Hobby-Piloten sind deshalb aktiv geworden. Der Dachverband Aero-Club hat im Herbst 2025 eine Petition mit dem Titel «Erhalt des Flugplatzes Kägiswil» lanciert. Die Forderung: Kägiswil soll als Ausbildungsplatz für Piloten und die Privatfliegerei «dauerhaft erhalten» bleiben. Der Bund soll dafür «geeignete Rahmenbedingungen schaffen», heisst es im Petitionstext. Am Dienstagnachmittag haben die Initianten die Petition mit 10'820 Unterschriften der Bundeskanzlei in Bern überreicht.
Matthias Jauslin (63), Aargauer GLP-Nationalrat, Präsident des Aero-Clubs und selber passionierter Segelflieger, unterstützt das Anliegen der Kägiswil-Kämpfer: «Die Rega behauptet, eine Mischnutzung sei nicht möglich. Wir sehen das entschieden anders, zumal es zahlreiche Betriebe im Land gibt, wo das reibungslos funktioniert», sagt er zu Blick. Als Beispiel nennt er die Rega-Einsatzbasen an den Flugplätzen in Locarno TI und Samedan GR.
Rega ist gegen gleichzeitigen Betrieb
Im Parlament hat Jauslin gleichzeitig eine Motion eingereicht. Darin fordert er dasselbe: Ein Mischbetrieb muss möglich sein, um den Standort Kägiswil als Ausbildungsplatz für Piloten und für die Privatfliegerei zu erhalten. Rega-Chef Ernst Kohler (62) ist entschieden anderer Meinung: Man habe einen Parallelbetrieb angeschaut, sagt dieser in einem Interview mit CH Media. Sein Fazit: «Es ist nicht genehmigungsfähig.»
Das versteht Jauslin nicht. Er sagt: «Wir sind weiterhin offen für Verhandlungen und Gespräche mit der Rega – und wir geben uns kämpferisch.» Allein die 2000 Unterschriften aus dem Kanton Obwalden und die 650 aus der Standortgemeinde würden zeigen, dass vielen etwas am Erhalt des Flugplatzes Kägiswil liege.
Für die Rega ist der Flugplatz Kägiswil ein idealer Standort. Auf dem ehemaligen Militärflugplatz gibt es bereits eine passende Infrastruktur. Und: Der Flugplatz liegt im Herzen der Schweiz. Von dort kann die Rega alle Landesteile relativ schnell erreichen. Gegen die Umzugspläne per se habe man auch nichts, betont Jauslin. Nur sollen eben die zahlreichen Hobby-Piloten nicht ihren geliebten Flugplatz in Obwalden verlieren. Das letzte Wort hat der Bundesrat: Dieser muss eine Umnutzung erst noch bewilligen.