Knall bei Hörgeräte-Geschäft
Ex-Migros-Tochter Misenso pleite – alle Filialen geschlossen

Das Zürcher Unternehmen Misenso ist am Ende. Die österreichische Besitzerin hat den Konkurs ihrer Tochter angemeldet. Alle 18 Filialen des Shops für Hörgeräte und Brillen sind geschlossen, über 100 Mitarbeitende sind betroffen.
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Misenso, ein Spezialist für Hörgeräte und Brillen, musste Konkurs anmelden.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

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  • Misenso meldet Konkurs: 18 Filialen in der Schweiz geschlossen, rund 140 Jobs betroffen
  • Neuroth-Gruppe übernahm Misenso 2024 mit grossen Expansionsplänen, scheiterte jedoch
  • 2025 bereits 11 von 29 Filialen geschlossen
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Knall bei der ehemaligen Migros-Tochter Misenso: Die Zürcher Hörgeräte- und Augenoptik-Kette ist zahlungsunfähig – und musste deshalb Konkurs anmelden, wie ein Sprecher des österreichischen Mutterkonzerns Neuroth gegenüber Blick bestätigt. «Das Unternehmen ist überschuldet, dieser Schritt war daher unvermeidbar.»

Derzeit verfügt Misenso über 18 Standorte in der Schweiz, die meisten davon in Migros-Filialen. Bereits am heutigen Freitag standen Kunden und Kundinnen des Fachhändlers mit Sitz in Zürich vor verschlossenen Türen. Auf Tafeln vor den Filialen informiert das Unternehmen kurz und knapp: «Wichtige Kundeninformation – alle Misenso-Fachgeschäfte sind bis auf Weiteres geschlossen.»

Misenso kam nie aus roten Zahlen

Auch bei einem Anruf beim Misenso-Kundendienst wird man sofort zum Anrufbeantworter weitergeleitet. Dort dasselbe: «Die Misenso AG hat ihre Filialen bis auf Weiteres geschlossen. Dieses Telefon wird nicht mehr bedient», ertönt die Stimme eines Sprechers.

Rund 140 Angestellte sind vom Konkurs betroffen. Der Neuroth-Sprecher sagt weiter: «Das vor sechs Jahren als Tochtergesellschaft der Migros gegründete Unternehmen konnte zu keinem Zeitpunkt schwarze Zahlen schreiben.» Weder die Anpassung der Strategie, noch Veränderungen im operativen Management oder die jüngste Reduzierung des Filialnetzes hätten die finanzielle Situation von Misenso zu verbessern vermocht. 

Ambitionierte Wachstumspläne bei der Übernahme

Die Neuroth-Gruppe mit Sitz in Graz (A) gehört zu den grössten Hörakustik-Unternehmen Europas. Vor ziemlich genau zwei Jahren, im Juni 2024, übernahm das Unternehmen Misenso von der Migros. Diese wollte ihr noch junges Fachgeschäft im Rahmen des grossen Migros-Umbaus loswerden. Der Spezialist für Hörgeräte und Brillen sollte ausdrücklich als eigenständiges Unternehmen und eigenständige Marke weitergeführt werden, erklärte der orange Riese damals in einer Mitteilung.

Beim Kauf hatte Neuroth grosse Pläne. Damals übernahm die Gruppe 25 Standorte in der gesamten Schweiz. Wenige Monate später eröffnete Misenso vier weitere Filialen, das Netz wuchs auf insgesamt 29 Läden. Neuroth-Chef Lukas Schinko war mit der Expansionsoffensive aber noch nicht fertig: «Wir möchten langfristig auf insgesamt 40 bis 50 Misenso-Filialen kommen», sagte der CEO im Februar 2025 gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. 

Dann die grosse Ernüchterung: Im September 2025 wurde bekannt, dass Misenso 11 der 29 Filialen einstampft. 63 Angestellte verloren ihren Job. Eine Sprecherin erklärte den Entscheid damals mit den «anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen». Jetzt ist klar: Der Misenso-Plan ist gänzlich gescheitert. Man habe die Kette «mit der Absicht, die Firma dank ausgewiesener Expertise im Führen von Hörakustikunternehmen im Markt zu stabilisieren und zu etablieren» übernommen, sagt der Sprecher zu Blick. Diese Strategie ist nicht aufgegangen. 

Nun liegt der Fall beim Konkursamt Zürich. Bei diesem liegt die Verfügungsgewalt ab Eröffnung des Konkurses.

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