Jetzt entscheidet das Stimmvolk
Walliser Mini-Skigebiet steht kurz vor dem Aus – Chef gibt sich kämpferisch

Die Zukunft des Bergbahnbetriebs Télé Evolène im Walliser Eringertal sieht düster aus. Nach starken Verlusten und einem Veruntreuungsfall durch einen ehemaligen Verwaltungsrat ist die Firma pleite. Nun entscheidet die Bevölkerung, ob die Bergbahnen gerettet werden.
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Dem Walliser Skigebiet Télé Evolène im Eringertal droht der Konkurs.
Foto: Evolène Région Tourisme

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Skigebiet Télé Evolène im Wallis schreibt seit Jahren Verluste
  • Ein Ex-Verwaltungsrat soll zwischen 2019 und 2022 545'000 Franken veruntreut haben
  • Am 27. September 2026 entscheiden Bürger bei einer Abstimmung über Rettungspakete
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Schon wieder droht ein Schweizer Skigebiet von der Landkarte zu verschwinden. Diesmal geht es um die Bergbahnen Télé Evolène in der Gemeinde Evolène VS. Das kleine Skigebiet im Eringertal mit vier Liften und 41 Pistenkilometern steht kurz vor dem Konkurs.

Die Kassen der Bergbahnen sind leer. Vergangenes Jahr fuhr das Unternehmen Télé Evolène SA einen Verlust von 300'000 Franken ein, beim zuständigen Gericht hat es die Nachlassstundung beantragt, wie «Le Nouvelliste» berichtet. 

Seit mehreren Jahren schafft es der Betrieb nicht aus den roten Zahlen raus. Ein Vorfall aus dem Jahr 2022 setzte dem Mini-Skigebiet schwer zu: Ein ehemaliges Verwaltungsratsmitglied soll über drei Jahre insgesamt 545'000 Franken veruntreut haben. Die gerichtliche Strafuntersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Davon hat sich das Unternehmen bis heute nicht erholt. Und das, obwohl die Gemeinde Evolène es mit jährlichen Subventionsgeldern von über einer halben Million Franken unterstützt. 

«Nachlassstundung ist nicht das Ende»

Doch Patrick Fauchère (61), seit November 2025 Verwaltungsratspräsident von Télé Evolène, glaubt fest an die Zukunft des Betriebs: «Die Nachlassstundung ist nicht das Ende, sondern nur ein Rückschlag», sagt der pensionierte Air-Glacier-Pilot zu Blick. Er will für das Skigebiet und die vier Vollzeit- und über 20 Teilzeit-Angestellten kämpfen. 

Ob das die Bewohner von Evolène auch wollen? Sie haben beim Fortbestand des Skigebiets das letzte Wort: An einer Abstimmung am 27. September 2026 entscheidet das Stimmvolk über diverse Rettungspakete. Konkret könnte das Unternehmen bei einer Annahme mit der weiteren Unterstützung der Gemeinde seine Rekapitalisierungspläne vorantreiben. Bereits 2024 hat Télé Evolène das Aktienkapital von 2,2 auf 6,2 Millionen Franken erhöht, um frisches Geld zu erhalten. 

«Bei Ablehnung wird Konkurs eröffnet»

Stimmen die Wahlbürger nicht zu, ist das Schicksal der Firma besiegelt: «Bei einer Ablehnung wird der Konkurs eröffnet», sagt Fauchère. Doch der Verwaltungsratspräsident gibt sich zuversichtlich: «Der Wegfall des Skigebiets wäre ein Verlust für die Region. In kleinen Gebieten sind solche Skilifte so etwas wie eine öffentliche Dienstleistung, das darf man nicht ausser Acht lassen.» Und: «Der derzeitige Vorstand ist überzeugt, dass das Unternehmen mit einer Modernisierung der Anlagen und einer professionellen Betriebsführung wieder positive Ergebnisse erzielen kann.»

Die Erneuerung der Anlagen, von der Fauchère spricht, ist nicht ganz freiwillig: Die Konzession für den alten Zweier-Sessellift Lannaz-Chemeuille läuft 2035 aus. Er soll einer modernen Gondelbahn weichen. Und auch das gleichnamige Bergrestaurant muss dringend saniert werden. Ursprünglich wurden die Kosten für die Arbeiten auf 12 Millionen Franken beziffert. Gegenüber Blick erklärt Fauchère nun: «Der Verwaltungsrat arbeitet derzeit an einer zweiten, kostengünstigeren Variante. Eine erste Schätzung zeigt, dass sie den benötigten Betrag halbieren könnte.» Eine moderne Gondelbahn und ein attraktives Gastro-Angebot sollen mehr Gäste nach Evolène locken – und den Betrieb dadurch endlich in die Gewinnzone befördern.

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