Darum gehts
- Elon Musk erwägt Kauf von Ryanair nach Streit mit Michael O'Leary
- Ryanairs Starlink-Ablehnung könnte 250 Millionen Dollar Kerosinkosten einsparen
- Über 900'000 stimmten ab, drei Viertel unterstützen den möglichen Kauf
Dieser Zoff hat es in sich! Nach einem Schlagabtausch mit Ryanair-Chef Michael O'Leary (64) lässt Tech-Milliardär Elon Musk (54) auf seiner Online-Plattform X darüber abstimmen, ob er den Billigflieger kaufen sollte. Mit einem aktuellen Marktwert von rund 30 Milliarden Euro wäre Ryanair für Musk als reichsten Menschen der Welt durchaus erschwinglich – allerdings dürfen nach EU-Regeln nur Europäer Mehrheitseigentümer von Fluggesellschaften in der Union sein. Ryanair kommt aus Irland.
Die beiden streiten schon seit Tagen um die Entscheidung von Ryanair, die Flugzeuge nicht für das von Musks Raumfahrtfirma SpaceX betriebene Satelliten-Internetsystem Starlink auszurüsten. Wie dies auch die Swiss und die Edelweiss machen. Der Ryanair-Chef argumentierte, wegen der Starlink-Antennen würden die Flugzeuge durch höheren Luftwiderstand Kerosin für bis zu 250 Millionen Dollar mehr verbrennen – während die Passagiere kein Geld für Internet in der Luft ausgeben würden.
«Sehr reicher Idiot»
Unter anderem bezeichnete O'Leary Musk in einem Radiointerview als «sehr reichen Idioten», der keine Ahnung vom Fliegen habe. Musk nannte den Ryanair-Chef einen Idioten, der gefeuert werden solle. Danach startete er eine Umfrage, ob er die Airline kaufen und «Ryan» als rechtmässigen Boss wieder einsetzen solle. Ryanair-Gründer Tony Ryan starb 2007. Musk und O'Leary sind beide für provokante Äusserungen bekannt.
In der Umfrage sprachen sich gut drei Viertel der über 900'000 Teilnehmer für den Kauf der Fluggesellschaft aus. Die Befragungen, die Musk bei X anstösst, fallen meistens zu seinen Gunsten aus, allein schon, weil viele seiner Kritiker X verliessen oder nicht mehr mit seinem Account interagieren, der hauptsächlich rechte politische Botschaften verbreitet.
Auch Kauf von Twitter fing mit Witz an
Musk scherzte einst auch über einen Kauf von Twitter, bevor er den Kurznachrichtendienst 2022 für rund 44 Milliarden Dollar kaufte und in X unbenannte. Sein Vermögen wird vom Finanzdienst Bloomberg aktuell auf 681 Milliarden Dollar geschätzt. Es besteht hauptsächlich aus Aktien des von ihm geführten Elektroauto-Herstellers Tesla und seiner SpaceX-Beteiligung. Zu einer Umfrage griff Musk unter anderem auch, bevor er kurz nach dem Twitter-Kauf den Account des damaligen Ex-Präsidenten Donald Trump wiederherstellte.