Neuer Eigentümer, neue Führung
Micasa baut 70 Stellen ab – vier Filialen schliessen definitiv

Micasa bekommt eine neue Führung und frisches Geld. Eine Schweizer Investorengruppe um Unternehmer Toni Shala übernimmt das Ruder bei der schlingernden Möbelkette. Für 70 Angestellte kommt es dicke.
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Micasa will 70 Stellen abbauen.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • Schweizer Investorengruppe um Toni Shala übernimmt Micasa komplett
  • 70 Angestellte sind von Kündigungen bedroht
  • Weiterbeschäftigungen werden geprüft
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Beim Möbelhändler Micasa weht schon wieder ein neuer Wind. Eine Schweizer Investorengruppe um den Logistik-Unternehmer Toni Shala übernimmt sämtliche Aktien der Micasa AG, wie das Unternehmen am Montag mitteilt. Die neuen Geldgeber schiessen frisches Kapital ein – und krempeln das Unternehmen um.

Das bedeutet für die Belegschaft einen harten Einschnitt: 70 Mitarbeitende müssen um ihren Job bangen oder erhalten die Kündigung. Zudem bestätigt Micasa die bereits bekannte Schliessung von vier Filialen. Das Möbelhaus in Crissier VD schliesst per 31. Dezember 2026. Am 31. Januar 2027 folgen Brügg BE, Langendorf SO und Buchs AG. Für das betroffene Personal prüft das Unternehmen Weiterbeschäftigungen innerhalb des Unternehmens. Weitere Schliessungen seien laut Micasa keine geplant. «Micasa bedauert, diesen Schritt gehen zu müssen», heisst es in der Medienmitteilung.

Neuer CEO übernimmt sofort

An der Unternehmensspitze kommt es zum Wechsel. Am Freitag wurde bekannt: Der bisherige Chef Philipp Agustoni tritt nach nur einem Jahr an der Spitze zurück. Chief Operating Officer Manuel Landolt übernimmt als neuer CEO, heisst es in der heutigen Mitteilung.

Die neuen Besitzer wollen das Unternehmen modernisieren. Logistik-Unternehmer Shala will vor allem auf IT und digitale Lösungen setzen. Damit sollen Einkauf, Warenfluss und Kundenservice effizienter laufen. Shala betont, er stehe langfristig hinter dem Möbelhaus.

Holprige Trennung von der Migros

Seitdem die Migros sich von der Möbelkette getrennt hatte, geht es drunter und drüber bei Micasa. Der Aufbau eigener IT- und Logistikstrukturen forderte die Möbelkette massiv. Rechnungen an Lieferanten blieben liegen, Zahlungen verzögerten sich.

Nun steht eine Lösung mit den Partnern: Verbindliche Vereinbarungen sollen garantieren, dass das Geld rasch wieder pünktlich fliesst. Micasa gibt Entwarnung für die Kundschaft: Die Abläufe in Logistik und Support seien wieder stabil, offene Lieferungen arbeite das Team jetzt mit Hochdruck ab.

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