Darum gehts
- Hotels nutzen RFID-Chips, um Handtücher und Bademäntel zu verfolgen
- Ein Luxus-Hotel hat fünf Handtuchsets pro Zimmer im Umlauf
- Bademäntel werden oft nachberechnet, Handtücher meist als Verlust abgeschrieben
Hotels statten ihre Handtücher und Bademäntel zunehmend mit sogenannten RFID-Mikrochips aus. Die Tracking-Technologie erfasst jede Bewegung des flauschigen Stücks Stoff. Die drahtlosen, wasch- und hitzebeständigen RFID-Etiketten werden in die Nähte von Handtüchern, Bademänteln und Bettwäsche eingenäht. Sie erfassen den Standort, die Anzahl der Waschgänge – und stellen fest, wenn sie das Hotelgelände unvorhergesehen verlassen.
Catherine Morris beliefert Hotels in Grossbritannien mit Bettwäsche. Laut ihr ist das Verschwinden von Handtüchern ein ständiges Gesprächsthema zwischen Hotels und Wäschereien. «Es kann sich um Diebstahl durch Gäste, Fehlverteilung im Lager oder Beschädigung in der Wäscherei handeln», so Morris.
Luxushotels haben 5 Handtuchsets pro Zimmer
Das Problem hat mittlerweile ein beträchtliches Ausmass angenommen. Ein typisches gehobenes Hotel hält fünf Handtuchsets pro Zimmer bereit: eines im Gebrauch des Gastes, eines gebraucht und zum Abholen bereit, eines als Reserve, eines in der Wäscherei und eines auf dem Rückweg. Kommt regelmässig ein Handtuch abhanden, verursacht das schnell hohe Kosten. Die RFID-Technologie wird jedoch nicht zur Identifizierung von Gästen eingesetzt. «Wir erfassen nicht, wer das Handtuch genommen hat», betont Morris.
Bei Bademänteln – die teurer sind als Handtücher – verrechnen Hotels die Kosten den Gästen manchmal noch nach der Abreise. Handtücher hingegen schreiben sie meistens als Verlust ab.
Pippa O'Keefe organisiert Luxusreisen für wohlhabende Kunden. Sie ist der Ansicht: Gäste haben Verständnis dafür, dass Bademäntel und Toilettenartikel nicht kostenlos sind. Preislisten im Zimmer würde aber die Atmosphäre stören – insbesondere wenn eine Nacht 1000 Pfund (rund 1050 Franken) kostet.
Dieser Artikel erschien zuerst auf fakt.pl. Die polnische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.