Darum gehts
- Thailand plant Pflichtversicherung für Touristen, gekoppelt an digitale Einreisebewilligung
- Unbezahlte Arztrechnungen von Touristen kosten jährlich 2,5 Millionen Franken
- Flugpreise nach Thailand stiegen nach Iran-Krieg kurzzeitig auf 2800 Franken
Wer im Ferienparadies Thailand herumreisen will, mietet oft einen Töff. Motorräder sind fast überall erhältlich und bringen einen schnell vorwärts. Darum sind die Gefährte auch bei Touristen beliebt – selbst wenn diese wenig bis keine Fahrerfahrung haben. Entsprechend kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen. Nun drängt das Land als Massnahme auf eine obligatorische Reiseversicherung für internationale Touristen, wie die «Bangkok Post» berichtet.
Konkret prüft die thailändische Regierung eine Pflichtversicherung gegen Unfälle als Bedingung für die Einreise. Der Hintergrund: Touristen zahlen ihre Arztrechnungen nicht, das Land bleibt auf steigenden Unfallkosten sitzen. Das belastet das Gesundheitswesen zunehmend. Laut dem Bericht schätzt das Gesundheitsministerium, dass sich die unbezahlten Arztrechnungen von ausländischen Touristen pro Jahr auf rund 2,5 Millionen Franken belaufen. Besonders stark betroffen sind touristische Hotsports wie Phuket und Chiang Mai.
Möglich ist, dass Thailand die obligatorische Versicherung an die digitale Einreisebewilligung koppelt. Seit dem 1. Mai 2025 brauchen ausländische Touristen eine sogenannte Thailand Digital Arrival Card (TDAC). Diese ist eigentlich kostenlos. Kürzlich warnte die thailändische Einwanderungsbehörde aber vor zahlreichen Fake-Websiten, die dafür teure Gebühren verlangen. Die Betrüger wollen teils bis zu 90 Dollar für das Einreisevisum.
Thailand wappnet sich mit «War Room» für Tourismuseinbruch
Die Gerüchte um eine Touristen-Pflichtversicherung kommen für die thailändische Tourismusbranche zu einem heiklen Zeitpunkt. Der Iran-Krieg liess die Flugticketpreise von Europa ins beliebte Ferienland zeitweise ums Dreifache ansteigen. Ein Flug von Zürich nach Thailand und zurück kostete nach dem Kriegsausbruch zeitweise 2800 Franken. Mittlerweile sind die Preise wieder etwas tiefer. Trotzdem wächst die Sorge vor leeren Stränden und leeren Kassen.
Bleiben die zahlfreudigen Feriengäste aus Europa und den Golfstaaten aus, wäre das ein harter Schlag für das stark vom Tourismus abhängige Land. Denn bereits im letzten Jahr war die Zahl der Gäste aus dem Ausland deutlich zurückgegangen. Darum hat Thailand nun reagiert – und einen «War Room» ins Leben gerufen. So bezeichnet die Tourismusbehörde intern ihr Krisenzentrum, mit dem sie die Tourismusströme und die Entwicklung genau beobachtet, um – wenn nötig – Massnahmen zu ergreifen. Im Fokus sind Flugverbindungen, Treibstoffpreise, Flugkapazitäten und Buchungstrends.