«Hat bereits begonnen»
Autobauer sagt Untergang vieler chinesischer Marken voraus

Von den über 100 chinesischen Automarken werden nur wenige überleben. Das prognostiziert der CEO des Autoherstellers Chery. Grosse China-Brands haben bereits reagiert.
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Chery-CEO Yin Tongyue warnt: Von den vielen chinesischen Autobauern werden nur wenige überleben.
Foto: Anadolu via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Chinas Automarkt schrumpft: Yin Tongyue erwartet Konsolidierung unter wenigen Marken
  • Neue Steuerrichtlinien führten im ersten Quartal 2026 zu 20 Prozent weniger Neuzulassungen
  • Kia senkte Preise in Europa, Differenz zu China-Autos jetzt 15 bis 20 Prozent
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Blick Wirtschaftsdesk

Der Automarkt in China steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Von den über 100 Marken dürften wahrscheinlich nur eine Handvoll überleben, prognostizierte kürzlich Yin Tongyue (64), CEO des chinesischen Automobilherstellers Chery, in einem Interview mit Reuters. Der Markt ist gesättigt: Die Verkaufszahlen gehen zurück. Und neue Steuerregelungen setzen die Autobauer unter Druck.

Unter den chinesischen Marken tobt ein erbitterter Preiskampf, der durch die schiere Anzahl der Wettbewerber noch verschärft wird. Yin Tongyue rechnet in den kommenden Jahren mit einer Konsolidierungswelle, die nur wenige starke Akteure überleben werden – ein Prozess, der bereits begonnen habe.

Gelingt Expansion in ausländische Märkte?

Die im Januar eingeführten neuen Steuerrichtlinien haben allein im ersten Quartal 2026 zu einem Rückgang der Neuzulassungen von fast 20 Prozent geführt. Dieser Abschwung treibt chinesische Hersteller dazu, aggressiv in ausländische Märkte, darunter auch Europa, zu expandieren.

Chery plant nicht nur den Export von Fahrzeugen nach Europa. Auf dem alten Kontinent sollen auch eigene Produktionsstätten entstehen. Zudem sucht das Unternehmen aktiv nach Partnerschaften mit europäischen Automobilunternehmen. Yin erklärte, dass Chery sich sowohl von Toyota als auch von Tesla inspirieren lasse. Seine Strategie zielt darauf ab, Qualität mit Innovation zu verbinden.

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Kia reagiert mit tieferen Preisen in Europa

Kias CEO Song Ho-sung (63) teilt diese Einschätzung. Bei einer kürzlich abgehaltenen Investorenveranstaltung sagt er voraus, dass der Umbruch in der chinesischen Automobilindustrie früher als erwartet erfolgen werde. Denn Peking verlagert den strategischen Fokus von der Automobilproduktion auf Bereiche wie künstliche Intelligenz und Robotik.

Kia hat bereits auf die wachsende Präsenz chinesischer Marken auf den globalen Märkten reagiert. Der südkoreanische Hersteller stellte fest, dass die Konkurrenz aus China mit billigen E-Autos eine aggressive Expansion fährt. Und so ihren Marktanteil in Europa rasant über die ursprünglichen Erwartungen hinaus gesteigert hat. Laut Reuters hat Kia in europäischen Ländern seit Anfang Jahr die Preisdifferenz zu chinesischen Modellen deutlich verringert – von zuvor 20 bis 25 Prozent auf 15 bis 20 Prozent. So will der Autobauer besser mit der Welle an chinesischen Autos konkurrieren können.

Dieser Artikel erschien zuerst auf auto-swiat.pl. Die polnische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag. 

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