Mega-Probleme im grössten Markt – Billig-Konkurrenz hängt BMW, Mercedes und VW ab
Warum Deutschlands Auto-Riesen in China an Boden verlieren

China, der weltweit grösste Automobilmarkt, hat lange Zeit europäische Automarken beflügelt – besonders jene aus Deutschland. Diese Ära ist vorbei. Die Verkaufszahlen von BMW, Mercedes und Volkswagen sind deutlich zurückgegangen. Weshalb?
Kommentieren
1/8
Dunkle Wolken sind aufgezogen: Die deutsche Autoindustrie ist in China unter Druck geraten.
Foto: imago/Schöning

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • BMW-Umsatz weltweit im ersten Quartal 2026 um 3,5 Prozent gesunken
  • China-Rückgang belastet europäische Autokonzerne massiv
  • In der schwierigsten Lage befindet sich die VW-Marke Porsche
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Blick_APP_DE_WeissRot_XXXHDPI-1024x1024_RGB.png
Blick Wirtschaftsdesk

Im ersten Quartal 2026 sanken die Autoverkäufe von BMW in China um 10 Prozent. Auch in den USA musste die Marke einen Rückgang hinnehmen, wenn auch mit 4,3 Prozent weniger stark. Ein Absatzplus von 3 Prozent in Europa reichte hingegen nicht aus, um die Verluste auszugleichen. Der weltweite Umsatz von BMW nahm um 3,5 Prozent ab.

Der beunruhigende Trend in China ist kein vorübergehender Einbruch, sondern ein anhaltender Rückgang für europäische Traditionsmarken. Die Manager von BMW können sich jedoch damit trösten: Während ihre Lage in China schlecht ist, geht es den Konkurrenten im eigenen Land noch mieser.

Grosser Druck auf wichtigen Wirtschaftszweig

Jahrelang war China nicht nur der grösste Automobilmarkt, sondern auch einer, der von europäischen und japanischen Marken gut bedient wurde. Europäer mögen annehmen, dass ihre Heimatmärkte für die Autokonzerne am wichtigsten sind, doch China hatte Priorität. Dies führte dazu, dass europäische Autos Designelemente integrierten, die darauf abzielten, chinesische Autofahrer anzusprechen. Das funktionierte – bis chinesische Alternativen auf den Markt kamen. Nun befinden sich Europas Automarken in China in einem brutalen Preiskampf. Die Verkaufszahlen sinken. Aber eine noch grössere Herausforderung stellen die schrumpfenden Gewinne dar. Das birgt die Gefahr von weltweiten Auswirkungen für die Konzerne.

Ein plötzlicher Einbruch bei Umsatz und Gewinn führt zu einem grossen Problem: Das komplexe Netzwerk aus Fabriken, Auto-Händlern, Zulieferern und Lieferketten lässt sich nicht von heute auf morgen verkleinern. Die deutschen Automobilgiganten stehen vor erheblichen unternehmerischen Herausforderungen, bevor sie Kosten einsparen können.

Mehrere VW-Marken haben Probleme in China

Würde sich Mercedes hauptsächlich auf den Absatz in Europa und den USA stützen, hätte die Stuttgarter Zentrale nach dem ersten Quartal 2026 Grund zum Feiern gehabt. In Europa stieg der Absatz um 7 Prozent, in den USA um 20 Prozent. Dennoch sank der weltweite Absatz um 6 Prozent – wegen eines dramatischen Einbruchs von 27 Prozent in China. Dies ist kein kleiner Rückschlag, sondern ein vernichtender Schlag durch chinesische Autohersteller, die ähnliche Produkte zu niedrigeren Preisen anbieten. Europäische Marken verlieren an Attraktivität in einem Markt, in dem heimische Autos zum Trend geworden sind – das ist das grösste Problem.

Auch Volkswagen hat in China zu kämpfen – und steht in den USA aufgrund von Zöllen und dem Auslaufen staatlicher Subventionen für Elektrofahrzeuge unter zusätzlichem Druck. Wie bei der Konkurrenz sind auch die weltweiten Verkaufszahlen von Volkswagen rückläufig, mit einem Rückgang von 15 Prozent in China im ersten Quartal 2026.

Audi, eine weitere Marke der VW-Gruppe, verkaufte im gleichen Zeitraum über 127'000 Autos in China – eine starke Zahl, könnte man meinen. Es sind aber 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Der chinesische Markt bleibt für Audi wichtig, schrumpft jedoch.

Bei Porsche läufts am schlechtesten

Porsche befindet sich innerhalb des Konzerns in der schwierigsten Lage. Weltweit verkaufte die VW-Luxusmarke im ersten Quartal 2026 knapp 61'000 Fahrzeuge, wobei sie allein in China ein Absatzrückgang von 21 Prozent zu verdauen hatte. Auch in anderen Schlüsselmärkten wie den USA verliert die Marke an Boden, dort gingen die Verkaufszahlen nach dem Wegfall der Subventionen für Elektrofahrzeuge um 10 Prozent zurück. Porsches hohe Investitionen in Elektrofahrzeuge, die vor allem auf den chinesischen Markt abzielen, haben sich nicht wie erwartet ausgezahlt. China sollte eigentlich die treibende Kraft hinter dem raschen Wachstum des Stuttgarter Autobauers sein, doch das ist nicht mehr der Fall.

Derzeit produzieren Dutzende chinesische Hersteller Elektro-Sportwagen, die auf den Geschmack der heimischen Bevölkerung zugeschnitten sind. Um auf Chinas Automarkt attraktiv zu sein, muss ein Sportwagen nicht unbedingt schnell fahren können – schon das Versprechen von exzellenter Performance genügt. Dagegen anzukommen, ist für Europas Autobauer nahezu unmöglich. Es ist in den Grossstädten Guangzhou oder Peking kein Statussymbol mehr, mit einem neuen Porsche auf dem Firmengelände vorzufahren.

Es bleibt die Hoffnung, dass Porsche eine Strategie hat, um diese Krise zu meistern. Vorstandsmitglied Matthias Becker (55) räumte gegenüber Reuters ein, dass die aktuellen Zahlen «im Wesentlichen den Erwartungen entsprechen».

Dieser Artikel ist zuerst auf auto-swiat.pl erschienen. Die polnische Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier. 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen