Darum gehts
- Lindt & Sprüngli streicht Ski-Wochenende in Grindelwald wegen hoher Kakaopreise
- Weihnachtsfeier ungewiss, externe Weiterbildungen gestrichen, keine betriebsbedingten Kündigungen geplant
- Lindt-Aktie fällt um 1,1 Prozent auf 89'700 Franken am 2. September 2026
Beim Schoggi-Riesen Lindt & Sprüngli mit Sitz in Kilchberg ZH wird der Rotstift angesetzt. Wegen der hohen Kakaopreise fährt der Konzern ein Sparprogramm – und das bekommen jetzt auch die Mitarbeitenden zu spüren. Das traditionelle Skiwochenende in Grindelwald BE fällt aus, wie das Finanzportal Inside Paradeplatz zuerst berichtet hat. Und auch die traditionelle Weihnachtsfeier für die Angestellten steht offenbar auf der Kippe. Zudem sollen externe Weiterbildungen der Mitarbeiter aus Kostengründen gestrichen worden sein.
Lindt & Sprüngli bestätigt gegenüber Blick, dass im Rahmen verschiedener Effizienz- und Kostensparprogramme «selektiv einige Events» für einmal ausgesetzt würden – «wie etwa das jährliche Skiwochenende in Grindelwald». Damit wolle man auch dazu beitragen, die Preissteigerungen für die Kundschaft möglichst gering zu halten. Zur Weihnachtsfeier äussert sich die Sprecherin nicht. Andere Anlässe, etwa das Treffen der Pensionierten, sollen weiterhin stattfinden.
«Restriktiv mit Neueinstellungen»
Auch bei neuen Stellen steht der Premium-Schokoladenhersteller auf die Bremse. Lindt & Sprüngli sei «seit langem sehr restriktiv mit Neuanstellungen», erklärt das Unternehmen. Zuerst würden immer mögliche Alternativen geprüft. Einen Stellenabbau soll es aber vorerst nicht geben. Die Sprecherin betont: «Aktuell sind keine betriebsbedingten Kündigungen geplant.»
An der Börse siehts für Lindt derzeit bitter aus. Der Schoggi-Konzern steht seit der Präsentation der Halbjahreszahlen im Juli unter Druck. Am Mittwochmittag stand die Aktie mit einem Minus von 1,1 Prozent noch bei 89'700 Franken. Und ist damit unter die psychologisch wichtige Marke von 90'000 Franken gefallen.
Weihnachtsfest ist den Angestellten heilig
Weihnachtsfeiern sind Schweizerinnen und Schweizern heilig. Sie reagieren empfindlich, wenn ihr Arbeitgeber ausgerechnet dort spart. Das hat vergangenes Jahr der Discounter Aldi gemerkt. Er hat den festlichen Anlass stark zusammengestrichen. Bisher erhielten die verschiedenen Teams laut Blick-Informationen 80 Franken pro Angestellten für einen schönen Abend im Restaurant. 2025 gabs pro Mitarbeiter noch Aldi-Ware im Wert von 10 Franken. Aldi begründete den Schritt mit dem grossen Jubiläumsfest vom September 2025.
Auch bei der Migros gabs keinen Weihnachtsschmaus. Der orange Riese hat 2025 kein grosses Weihnachtsfest für die gesamte Migros-Gruppe organisiert, weil es ein grosses Jubiläumsfest auf dem Flugplatz Mollis GL gab. Stattdessen durfte jedes Team «einen Merci-Weihnachtsapéro» individuell organisieren. Statt einem aufwendigen Menü gab es also ein einfaches Käseplättli.