Grosses Firmenranking
Das sind die innovativsten Schweizer Unternehmen

Logitech und Sonova führen das Ranking der «Top innovativen Unternehmen der Schweiz 2027» an. Die Schweizer Firmen glänzen mit KI-Hörgeräten und faltbaren Mäusen – Innovation hält sie an der Weltspitze.
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Sonova führt das Ranking der «Top innovativen Unternehmen der Schweiz 2027» an. Es stellt Hörgeräte her, die dank KI Stimmen aus Lärm herausfiltern.
Foto: Keystone

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Erich Bürgler
Bilanz

Eine Maus zum Falten. Ein Hörgerät, das mit KI Stimmen aus Lärm herausfiltert. Mit solchen Neuerungen behaupten Schweizer Unternehmen ihren Platz unter den globalen Marktführern. Das Marktforschungsinstitut Statista analysiert im Auftrag von BILANZ, welche Schweizer Firmen besonders innovationsstark sind. Im Ranking «Top innovative Unternehmen der Schweiz 2027» gehören Logitech und Sonova zur Spitze. Ausgezeichnet wurden insgesamt 185 Unternehmen – vom Start-up bis zum Grosskonzern.

Artikel aus der «Bilanz»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Bilanz» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du unter bilanz.ch.

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Bilanz» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du unter bilanz.ch.

Der Innovationsleader unter den SMI-Firmen ist der Computerzubehör-Hersteller Logitech. Beim Technologiekonzern waren schon im Hochsommer bei Temperaturen von weit über 30 Grad Weihnachten ein Thema. Weil ein Halbleiter-Zulieferer mit Produktionsproblemen kämpft, drohen Ausfälle im wichtigen Weihnachtsgeschäft.

Dabei blickt das Unternehmen auf ein bisher erfolgreiches Geschäftsjahr. Der Umsatz zeigte schon seit Ende 2024 nach oben. Auch den Betriebsgewinn konnte Logitech zuletzt steigern, die Bruttomarge lag im von April bis Juni dauernden ersten Quartal bei über rund 45 Prozent – auf bereinigter Basis. Nicht eingerechnet sind Zollrückerstattungen aus den USA. Die Analysten der Bank Vontobel verweisen auf Marktanteilsgewinne, die durch Innovation und überlegene Produkte erzielt werden. Im Juni lancierte das Unternehmen beispielsweise eine kabellose, faltbare Maus für unterwegs.

Hartes Umfeld im PC-Markt

Dabei bewegt sich Logitech in einem schwierigen Umfeld. Die PC-Verkäufe waren global rückläufig. Trotzdem konnte Logitech mehr Mäuse verkaufen. Auch beim Gaming-Zubehör zeigt der Konzern seine Stärken. Zum Angebot zählen ausserdem Videokonferenzsysteme für Geschäftskunden. Das von US-Präsident Donald Trump initiierte Zollchaos konnte das Unternehmen bisher gut verkraften. Die Massnahmen, die CEO Hanneke Faber in die Wege leitete, reichten von Preiserhöhungen über mehr Kosteneffizienz bis hin zur partiellen Verlagerung der Produktion. Logitech hat zudem die Zölle per Klage zurückgefordert – mit Erfolg.

Bei der Beurteilung der Innovationskraft eines Unternehmens berücksichtigt Statista verschiedene Aspekte. So ist etwa relevant, ob regelmässig neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden und ob diese durch Patente oder andere Schutzrechte abgesichert sind. Auch technologische Neuerungen und die Weiterentwicklung von Produktions- und Geschäftsprozessen spielen eine wichtige Rolle. Ein weiteres Kriterium ist die Innovationskultur: Dazu gehören die Förderung von Kreativität und Eigeninitiative (siehe Methodik auf Seite 87).

Sonova an der Spitze

Der Hörgerätehersteller Sonova führt die Statista-Liste der Schweizer Grossunternehmen an. Schon in den Erhebungen der Vorjahre erzielte das in Stäfa im Kanton Zürich ansässige Unternehmen Topwerte. Dabei befindet sich intern einiges im Wandel. Das im Jahr 2022 zugekaufte Kopfhörergeschäft von Sennheiser stösst das Unternehmen unter der Leitung des vor rund einem Jahr angetretenen CEO Eric Bernard wieder ab. Dabei hatte man sich davon erhofft, auch für das angestammte Geschäft eine jüngere Kundschaft anzusprechen. Sennheiser-Kopfhörer zur Hörunterstützung waren als Einstiegslösung gedacht. Bei einem stärkeren Hörverlust sollte die Kundschaft dann auf ein Hörgerät wechseln.

Die erhofften Synergien blieben hinter den Erwartungen zurück. Die Vertriebskanäle und auch der Innovationstakt waren zu unterschiedlich. CEO Bernard fokussiert sich wieder aufs Kerngeschäft der Hörgeräte. Die Demografie spielt dem Unternehmen in die Hände. Die älter werdende Bevölkerung sorgt für ein Marktwachstum von drei bis fünf Prozent pro Jahr. Gemäss Schätzungen der UNO wird sich die Bevölkerung im Alter von über 60 Jahren global bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Das Konkurrenzumfeld befindet sich gerade im Wandel. Der dänische Hörgerätehersteller Demant hat die Retailkette Kind übernommen. Umgekehrt will Amplifon mit dem Kauf von GN Hearing in die Hörgeräteproduktion einsteigen.

Erfolg hat Sonova mit Hörgeräten, die mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz Sprache noch besser von Hintergrundgeräuschen trennen können. Dank eines vom Unternehmen entwickelten KI-Chips kann Sprache in Echtzeit direkt aus Hintergrundgeräuschen extrahiert werden. Jüngst kündigte das Unternehmen die Einführung der nächsten Generation solcher Geräte an. Sie sind leichter, kleiner und verbrauchen weniger Energie. Die Grösse des Geräts spielt dabei eine wichtige Rolle. Sonova verspreche sich eine steigende Akzeptanz von Hörgeräten dank neuer diskreter Designs, sagt ein Sprecher. Sonova ist auch im Geschäft mit Hörimplantaten tätig. Ein Bereich, der sich zuletzt weniger gut entwickelte, an dem Sonova aber trotz neuer Fokussierungsstrategie festhalten will.

Mit Solarstrom fliegen

Eine tiefgreifende Neuausrichtung erfährt derzeit das auf die elektrische Luftfahrt ausgerichtete Walliser Unternehmen H55. Die 2017 aus dem Innovationsprojekt «Solar Impulse» hervorgegangene Firma führt die Statista-Innovationsliste der KMUs mit weniger als 250 Mitarbeitenden an. Doch H55 steckt gerade in einem Umbau. Mehr als die Hälfte der rund 100 Stellen in Sitten werden abgebaut. Die vom Unternehmen entwickelte Batterietechnologie ist ein zentraler Bestandteil eines elektrischen Antriebssystems für Flugzeuge.

Doch die Nachfrage im Markt bleibt bislang verhalten. Die Situation sei ähnlich wie vor Jahren bei Autos, sagte André Borschberg, Gründer und VR-Präsident. Hybridfahrzeuge setzten sich vor reinen Elektroantrieben durch. Das Unternehmen will sich deshalb stärker auf die hybride Luftfahrt ausrichten. Mit in Kanada produzierenden Herstellern entwickelt die Walliser Firma Regionalflugzeuge mit hybriden Antrieben. Die Tochtergesellschaft von H55 in Kanada erhält somit mehr Gewicht, wie ein Unternehmenssprecher bestätigt. «H55 stärkt ihre Aktivitäten in Kanada im Rahmen seiner Wachstumsstrategie für Nordamerika weiter.» Die Schweiz soll weiterhin als Innovationshub dienen.

Das Unternehmen plant, seine Technologie in Zukunft auch in Drohnen anzuwenden. Damit will das Start-up den in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten zunehmend lukrativen Verteidigungssektor erschliessen. Die H55-Batteriesysteme seien für Transport- und Aufklärungsdrohnen geeignet. Präsident André Borschberg war neben Bertrand Piccard einer der Piloten, die mit der «Solar Impulse 2» die erste Weltumrundung eines Flugzeugs ohne Treibstoff schafften.

KI-Spitzentalente in Zürich

Mit Microsoft Schweiz steht ein weiteres Technologieunternehmen in Sachen Innovationen gemäss Statista an der Spitze internationaler Unternehmen mit einer Tochtergesellschaft in der Schweiz. Vorjahressieger Microsoft ist damit Titelverteidiger. Mit einem neuen Team in Zürich betreibt das Unternehmen ein Labor für künstliche Intelligenz. Eine wichtige Aufgabe ist dabei die Weiterentwicklung des Microsoft-Assistenten Co-Pilot. Zürich sei ein Magnet für KI-Spitzentalente, begründete Microsoft den Entscheid.

Die Tochter des US-Tech-Riesen betreibt mehrere Rechenzentren in der Schweiz und hat deren Kapazitäten in den letzten Jahren stark ausgebaut. Schweiz-Chefin Catrin Hinkel gab im vergangenen Jahr Investitionen von 400 Millionen Dollar bekannt, um die Schweizer Cloud- und KI-Infrastruktur weiter auszubauen. KI und Cybersecurity werden bezüglich der Schweizer Aktivitäten auch in den kommenden Jahren wichtige Themen bleiben, so das Unternehmen, das rund 1000 Mitarbeitende in der Schweiz beschäftigt.

Info

Die Methodik

BILANZ, «PME» und Statista zeichnen 185 Unternehmen aus, die sich als besonders innovativ hervorgetan haben. Die ausgezeichneten Firmen verteilen sich auf folgende Sublisten:

• Top 10 der SMI-Unternehmen

• Top 30 der Schweizer Töchter von internationalen Unternehmen

• Top 45 der Innovatoren in der Schweiz mit weniger als 250 Mitarbeitenden

• Top 100 der Innovatoren in der Schweiz mit mehr als 250 Mitarbeitenden

Für das Ranking wurden drei Innovationsbereiche betrachtet: Prozessinnovation, Produktinnovation und Innovationskultur.

Prozessinnovation bezieht sich auf die Entwicklung und die Nutzung neuer und innovativer Technologien und Produktionsprozesse sowie auf den innovativen Einsatz der Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten.

Produktinnovation beleuchtet, ob regelmässig neue und innovative Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt gebracht werden oder das bestehende Portfolio verbessert wird. Hier geht es etwa um Patente.

Bei der Innovationskultur geht es um Firmenkulturen, welche Kreativität und Initiative, Motivation und Arbeitszufriedenheit fördern.

Die Datengrundlage beruht auf Befragungen von Expertinnen und Experten und Mitarbeitenden der untersuchten Firmen sowie auf objektiven Kriterien. Mehr als 4000 Personen nahmen an den Befragungen teil. Daraus erfolgten rund 18’500 Evaluierungen zu Firmen aus unterschiedlichen Branchen in der Schweiz.

Bei den objektiven Kriterien wurden die angemeldeten Patente der jeweiligen Firmen berücksichtigt. Daten dazu stellt Kooperationspartner LexisNexis® Intellectual Property Solutions über die Analyseplattform LexisNexis® PatentSight+ bereit.

Alle Daten flossen in Scores der Innovationsbereiche ein, die in einen Gesamtscore mündeten. Die Auswahl der Unternehmen und die Definition der Kriterien erfolgten nach unabhängigen journalistischen Gesichtspunkten von BILANZ, «PME» sowie Statista. Die Auswertung besorgte das Statistik- und Marktforschungsunternehmen Statista.

Die Methodik

BILANZ, «PME» und Statista zeichnen 185 Unternehmen aus, die sich als besonders innovativ hervorgetan haben. Die ausgezeichneten Firmen verteilen sich auf folgende Sublisten:

• Top 10 der SMI-Unternehmen

• Top 30 der Schweizer Töchter von internationalen Unternehmen

• Top 45 der Innovatoren in der Schweiz mit weniger als 250 Mitarbeitenden

• Top 100 der Innovatoren in der Schweiz mit mehr als 250 Mitarbeitenden

Für das Ranking wurden drei Innovationsbereiche betrachtet: Prozessinnovation, Produktinnovation und Innovationskultur.

Prozessinnovation bezieht sich auf die Entwicklung und die Nutzung neuer und innovativer Technologien und Produktionsprozesse sowie auf den innovativen Einsatz der Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten.

Produktinnovation beleuchtet, ob regelmässig neue und innovative Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt gebracht werden oder das bestehende Portfolio verbessert wird. Hier geht es etwa um Patente.

Bei der Innovationskultur geht es um Firmenkulturen, welche Kreativität und Initiative, Motivation und Arbeitszufriedenheit fördern.

Die Datengrundlage beruht auf Befragungen von Expertinnen und Experten und Mitarbeitenden der untersuchten Firmen sowie auf objektiven Kriterien. Mehr als 4000 Personen nahmen an den Befragungen teil. Daraus erfolgten rund 18’500 Evaluierungen zu Firmen aus unterschiedlichen Branchen in der Schweiz.

Bei den objektiven Kriterien wurden die angemeldeten Patente der jeweiligen Firmen berücksichtigt. Daten dazu stellt Kooperationspartner LexisNexis® Intellectual Property Solutions über die Analyseplattform LexisNexis® PatentSight+ bereit.

Alle Daten flossen in Scores der Innovationsbereiche ein, die in einen Gesamtscore mündeten. Die Auswahl der Unternehmen und die Definition der Kriterien erfolgten nach unabhängigen journalistischen Gesichtspunkten von BILANZ, «PME» sowie Statista. Die Auswertung besorgte das Statistik- und Marktforschungsunternehmen Statista.

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