Darum gehts
- Traditionsreiches Parkhotel in Oberhofen BE wird verkauft, Zukunft ungewiss
- Ehemaliges Luxushotel diente als Altersresidenz und Unterkunft für Geflüchtete
- Hotel mit 36 Zimmern schloss 2018, Umnutzung zu Wohnungen wahrscheinlich
Schweizweit verschwinden immer mehr Beizen. Hotels machen für immer zu. Grund dafür sind oft aber nicht Wirtinnen oder Hoteliers, die das Handtuch werfen. Sondern Eigentümer, die mehr Geld mit ihren Immobilien machen können, wenn sie diese zu Wohnungen umfunktionieren.
Das zeigt sich etwa in Küsnacht ZH an der Goldküste, wo aus dem bekannten Restaurant Zum Trauben exklusive Apartments werden. Oder im Winterthurer Quartier Veltheim, wo dieser Tage Gipser am Werk sind. In der früheren Gaststube des Löwen entstehen zwei Wohnungen.
Neustes, prominentes Beispiel ist das traditionsreiche Parkhotel in Oberhofen BE. Das 1911 erbaute Belle-Époque-Juwel thront hoch über dem Thunersee. Das 4-Sterne-Hotel mit seinen 36 Zimmern hat seine Pforten 2018 geschlossen. Jetzt wird das Haus mit bewegter Geschichte und bester Sicht auf den Niesen und in die Berner Alpen verkauft, wie das «Thuner Tagblatt» berichtet.
Erneuerung des Hotels wäre teuer
Einst logierte hier Frankreichs Superstar Zinédine Zidane (53). Der FC Sion verbrachte jeweils die Nächte vor dem Cupfinal im Parkhotel. Nach der Schliessung diente das Haus als Altersresidenz und dann als Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine. Jetzt stellt man sich am Thunersee die bange Frage: Kommts zum grossen Hotel-Comeback oder gibt es neue, anonyme Luxuswohnungen?
«Es ist ein spannendes, aber komplexes Objekt», sagt Dominique Julen vom Grundeigentümer Verband Schweiz, der mit dem Verkauf betraut ist, dem «Thuner Tagblatt». Was das Objekt kosten soll, verrät er nicht. Für eine Rückkehr zum Hotelbetrieb wären grosse Investitionen nötig: Zimmer und Spa-Bereich müssten für viel Geld erneuert werden.
«Es wird wohl Wohnungen geben»
Eine grössere Rendite verspricht da eine Umnutzung in Wohnungen. Doch dafür braucht es eine Zonenplanänderung, die nur die Gemeindeversammlung bewilligen kann. Das dauert, die Käufer bräuchten Geduld. «Realistisch gesehen wird es wohl Wohnungen geben», glaubt Gemeindepräsident Philippe Tobler (SVP). Wünschenswert sei eine «gute Durchmischung», etwa um junge Familien ins Dorf zu holen und die Zukunft der Schule zu sichern. Für ihn ist klar, dass ein leerstehendes Gebäude keinen Sinn macht.