Gibts doch noch Hoffnung?
Winterthurer Bürobude macht entlassenen Witzig-Angestellten ein Jobangebot

Der Thurgauer Büroausstatter Witzig The Office Company ist pleite. Für die 80 Mitarbeiter gibts Hoffnung – Konkurrenzfirma Büro Schoch Werkhaus übernimmt einen Teil der Belegschaft.
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In diesem Bürogebäude in Frauenfeld TG gingen am 22. Dezember bei Witzig The Office Company die Lichter aus.
Foto: Google Streeet View

Darum gehts

  • Der Büroausstatter Witzig The Office Company ist zahlungsunfähig
  • Der Konkurrent Büro Schoch Werkhaus übernimmt etwa zehn Prozent der Angestellten
  • 30 ehemalige Witzig-Kunden haben bereits Zusammenarbeit mit Schoch begonnen
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Für die 80 Angestellten des Thurgauer Büroausstatters Witzig The Office Company waren die Festtage dieses Jahr wenig besinnlich. Am 19. Dezember informierte Chef Kevin Willy die Belegschaft über den Konkurs der traditionsreichen Firma. Drei Tage später gingen die Lichter aus: Jegliche Firmengeräte und -fahrzeuge mussten abgegeben, die Arbeitsplätze geräumt werden. Die gesamte Belegschaft wurde freigestellt. 

Jetzt keimt für die entlassenen Angestellten Hoffnung auf: Die Konkurrentin Büro Schoch Werkhaus AG – die Kunden ebenfalls mit modernen Bürokonzepten ausstattet – übernimmt Teile der Witzig-Belegschaft. «Voraussichtlich werden rund zehn Prozent der ehemaligen Witzig-Mitarbeitenden eine neue Stelle bei uns antreten», sagt Jan Schoch (60), Inhaber und Chef des Winterthurer Familienbetriebs, zu Blick.

«Hiobsbotschaft muss schlimm gewesen sein»

«Der Konkurs war absehbar», so Schoch weiter. Denn Witzig befand sich schon länger in finanzieller Schieflage: Bereits 2019 rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen und konnte das Ruder nicht wieder herumreissen. Was den Unternehmer aufhorchen liess, war aber nicht der Konkurs selbst, sondern wie «überraschend schnell» alles schlussendlich ging: «So kurz vor Weihnachten eine solche Hiobsbotschaft zu erhalten, muss für die Betroffenen schlimm gewesen sein.»

Im Anschluss seien im Familienbetrieb der Schochs mehrere Bewerbungen von ehemaligen Witzig-Angestellten eingegangen. Drei habe Schoch bereits eingestellt. Mit zwei weiteren würden derzeit Gespräche laufen. 

Angestellte sprangen schon früher bei Witzig ab

Ausserdem hätten bereits wenige Wochen vor der Insolvenz mehrere Angestellte zu Schoch gewechselt: «Zwei arbeiten schon bei uns, vier Weitere fangen demnächst an», erklärt der Winterthurer. 

Klar ist: Für alle wird es nicht reichen. Die Büro Schoch Werkhaus AG zählt mit ihren 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutlich weniger Personal als Witzig The Office Company. Das ist aber ohnehin nicht nötig: «Viele Betroffene haben bereits anderswo eine Anstellung gefunden», weiss Schoch. Und schiebt nach: «Falls weitere Bewerbungen eingehen sollten, werden wir diese natürlich sorgfältig prüfen.» Versprechen kann er jedoch nichts: «Allfällige weitere Neuzugänge müssen stets mit unserem bestehenden Personal und dem Wachstum übereinstimmen.»

Auch Firmenkunden übernommen

«Auf Kundenwunsch kann Büro Schoch Werkhaus bestehende Projekte und offene Bestellungen übernehmen und professionell weiterführen», schreibt das Familienunternehmen in einem Communiqué. Davon hätten schon zahlreiche ehemalige Witzig-Auftraggeber Gebrauch gemacht, so der Inhaber. 

Er spricht von 30 Kunden, die sich bereits gemeldet haben – «und es werden jeden Tag mehr.» Schoch: «Deshalb hoffen wir jetzt natürlich, dass wir möglichst vielen ehemaligen Witzig-Kunden ein passendes Angebot unterbreiten können.» 

Angst, die vielen Neukunden und Projekte nicht bearbeiten zu können, hat er keine: «Wir schaffen das.» Und falls die Kundenzahl zu kräftig wachsen würde, müsse man halt das Personal aufstocken. Vielleicht auch mit ehemaligen Witzig-Angestellten. 

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