Darum gehts
- Vitol erzielte 2025 343 Milliarden Dollar Umsatz, Hauptsitz liegt in Genf
- Jeder Mitarbeitende generiert durchschnittlich 4,5 Millionen Franken Gewinn
- 35 Prozent der kantonalen Gewinnsteuern stammen von Grosshändlern wie Vitol
Das Genfer Rohstoffunternehmen Vitol dominiert den globalen Ölhandel – und das weitgehend unbemerkt. Mit einem Umsatz von 343 Milliarden Dollar im Jahr 2025 hat der Konzern mehr als doppelt so viel umgesetzt wie die drei SMI-Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé zusammen, berichtet die «Handelszeitung».
Der Gewinn? Zwischen 5 und 10,5 Milliarden Dollar jährlich, zuletzt etwa 8 Milliarden. Doch Vitol erzielt diese Summen mit nur 1800 Mitarbeitenden. Jeder von ihnen generiert im Schnitt satte 4,5 Millionen Franken Gewinn. Trotz dieser Zahlen bleibt die Firma ein Meister der Diskretion. Kein eigenes Gebäude, keine auffälligen Schilder, heisst es im Bericht. Der Hauptsitz in Genf, auf drei Stockwerken der Deutschen Bank, ist schlicht.
Gutes Geschäft dank Hormus-Blockade
«Vitol in Genf hat eine systemische Bedeutung für die Schweiz», sagt Vincent Subilia, Direktor der Genfer Handelskammer, zur «Handelszeitung» Demnach stammen. 35 Prozent der kantonalen Gewinnsteuern von Grosshändlern wie Vitol.
In der globalen Krise zeigt sich Vitols Macht: Täglich verschiebt der Gigant acht Millionen Fass Rohöl – genug, um den Tagesbedarf von Deutschland, Spanien, Frankreich, Grossbritannien und der Schweiz zu decken. Auch in turbulenten Zeiten, wie der Blockade am Golf von Hormus, hält Vitol die Versorgung am Laufen – und verdient damit gutes Gelt. Zuletzt sorgte etwa der Rohstoffhändler Lytton, der seinen Sitz ebenfalls in Genf hat, für Aufsehen: Die Firma schleuste irakisches Öl in einem Supertanker durch die umkämpfte Meerenge – und fuhr damit einen Bruttogewinn von 60 Millionen Dollar ein.