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Wo liegt die Schweiz?In diesen europäischen Städten sind die Mieten am teuersten

Verband schlägt Alarm
Vielen reicht das Geld für die Miete kaum noch

Wohnen wird für immer mehr Menschen zur finanziellen Zerreissprobe. Die Mietpreise steigen ungebremst, während die Löhne kaum zulegen. Der Mieterinnen- und Mieterverband schlägt Alarm und richtet erneut einen Appell an die Politik.
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Die Mietpreise stiegen in der Schweiz in den letzten Jahren deutlich stärker als die Einkommen.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In 20 Jahren stiegen Mieten trotz um 32 Prozent
  • Mieterverband appelliert: Günstiger Wohnraum verschwindet zunehmend
  • Bundesrat lehnte erst kürzlich schärfere Mietzinskontrollen ab
Dorothea Vollenweider
Dorothea VollenweiderRedaktorin Wirtschaft

Wer in der Schweiz lebt, wohnt meist zur Miete. Fast zwei Drittel aller Haushalte sind Miethaushalte – kein anderes Land in Europa reicht an diesen Wert heran. Zum Vergleich: Im EU-Schnitt wohnt gerade einmal ein Fünftel der Bevölkerung zur Miete. Doch was lange als verlässliches Wohnmodell galt, entwickelt sich in der Schweiz immer mehr zur finanziellen Zerreissprobe.

In den letzten 20 Jahren stiegen die Mieten um mehr als 32 Prozent. Im selben Zeitraum sind die Hypothekarzinsen vorübergehend auf ein historisches Tief gefallen. Der Referenzzinssatz liegt heute bei 1,25 Prozent. Weil die Mieten gesetzlich an diesen Zinssatz gebunden sind, hätten viele von ihnen sinken müssen. «In der Realität sind sie weiter stark gestiegen», schreibt der Mieterinnen- und Mieterverband heute in einem Appell an die Politik. Der Verband fordert den Bundesrat am Tag der Mieter erneut dazu auf, gegen die explodierenden Mieten vorzugehen.

Mittelstand kommt in die Bredouille

Wer eine bezahlbare Wohnung suche, finde kaum noch etwas. Seit 2020 ist der Anteil der ausgeschriebenen Wohnungen unter 1500 Franken Monatsmiete um 39 Prozent zurückgegangen. Abriss und Neubau verschärfen diese Entwicklung zusätzlich. Denn bei jedem Ersatzneubau verschwinden günstige Wohnungen. «Gebaut wird vor allem für die oberen Preissegmente. Wer ein mittleres Einkommen hat, hat davon nichts», schreibt der Verband.

Am härtesten treffe es jedoch die tiefen und mittleren Einkommen. Haushalte mit einem Monatseinkommen bis 4000 Franken geben im Schnitt knapp 38 Prozent ihres Budgets allein fürs Wohnen ab. Laut Daten der OECD zahlt jede zweite Person aus dem untersten Einkommensbereich sogar mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens nur für die Miete.

Vier von fünf Mietern besorgt

Eine breite Mehrheit der Bevölkerung blickt besorgt auf den Wohnungsmarkt: In der Sotomo-Umfrage im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen aus diesem Jahr halten 79 Prozent der Mieterinnen und Mieter die Lage an ihrem Wohnort für besorgniserregend.

Der Mieterinnen- und Mieterverband fordert deshalb einen Stopp von geplanten Gesetzeslockerungen zugunsten der Vermieter, schärfere Regeln gegen ausländisches Finanzkapital auf dem Häusermarkt sowie den raschen Ausbau von bezahlbarem Wohnraum durch Genossenschaften.

Erst vor kurzem stiess der Verband mit seinen Anliegen in der Politik allerdings auf taube Ohren: Ende September lehnte der Bundesrat regelmässige Mietzinskontrollen ab, weil sie zu aufwendig seien. Ausserdem befürchtet er einen Rückgang der Investitionen in den Wohnungsbau. Stattdessen will er statistische Vergleichsmieten für die Festlegung des Anfangsmietzinses.

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