Darum gehts
Die Idee von Solarstrom ist bestechend: Die Natur schafft, der Mensch spart. Das geht sogar auf dem Balkon einer Mietwohnung. Und der Frühling gibt den Startschuss. Allerdings lohnt es sich, vor dem Kauf einige Fragen zu klären, damit die Auslage nicht umsonst war. Der Beobachter sagt, wie es geht.
Ist mein Balkon genügend besonnt?
Ohne Sonneneinstrahlung bringt die beste Anlage nichts. Die Sonne sollte möglichst lange im rechten Winkel auf die Panels scheinen. Am besten sind Balkone mit Südausrichtung.
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
Darf ich das überhaupt?
Wer die Anlage ausserhalb des Balkons anbringen will, muss die Einwilligung des Vermieters respektive der Verwaltung einholen. Auch wenn die Module innerhalb des Balkons liegen, aber sichtbar sind, braucht es eine Erlaubnis. Das gilt erst recht, wenn du Löcher in Mauern bohren oder an der Elektroinstallation etwas verändern musst. Auch die Montage am Balkongeländer gilt in der Schweiz vielerorts als «bauliche Massnahme», weil sie das Fassadenbild verändert. Am besten legst du deiner Anfrage gleich ein Bild der gewünschten Anlage bei.
Beim Stromwerk anmelden
Der Strom, den deine Anlage erzeugt, wird ins Netz eingespeist. Damit das funktioniert, musst du dein Balkonkraftwerk bei deinem Netzbetreiber anmelden.
Die Leistung
Zwar braucht man für die Plug-and-Play-Photovoltaikanlage keine langwierigen Bewilligungsverfahren zu durchlaufen. An die bewilligungsfreie Obergrenze der Leistung muss man sich trotzdem halten. Der Wechselrichter der Balkonanlage darf hardwaremässig nicht mehr als 600 Watt leisten. Per Software auf 600 Watt gedrosselte 800-Watt-Geräte akzeptiert das Eidgenössische Starkstrominspektorat (Esti) nicht. Erlaubt ist hingegen, stärkere Panels an den 600-Watt-Wechselrichter anzuschliessen. Damit lässt sich auch an bewölkten Tagen mehr Strom gewinnen.
Kauf im Ausland
Achte speziell auf die Leistung. Im europäischen Ausland sind viele Anlagen mit bis zu 800 Watt im Handel.
Anschlüsse und Sicherheit
Erlaubt sind herkömmliche dreipolige Schweizer Haushaltsstecker oder CEE-16-A-Stecker. Wenn du ein Gerät im Ausland kaufst, musst du zudem einen Adapter für den Stecker kaufen. Allenfalls ist ein FI-Schutzschalter sinnvoll.
Aber Achtung: Falls du Stromleitungen legen oder eine neue Steckdose setzen willst, musst du diese Arbeiten unbedingt durch einen Elektriker erledigen lassen. Laien dürfen solche Installationen in der Schweiz nicht vornehmen. Falls du es trotzdem tust, haftest du im Schadenfall, und zwar nicht nur für Sach-, sondern auch für Personenschäden. Versicherungen für Hausrat und Gebäude können Leistungen bei grober Fahrlässigkeit kürzen oder dich als Verursacher in Regress nehmen.
Lohnt es sich überhaupt?
Ein komplettes System mit zwei Solarmodulen, einem Wechselrichter und Kabeln kostet im Durchschnitt zwischen 600 und 1800 Franken. Es gibt auch billigere Modelle, die allerdings meist weniger Leistung haben.
Laut Energie Schweiz ist eine Anlage in sieben bis neun Jahren amortisiert. Die produzierte Strommenge wird im Eigenverbrauch direkt genutzt. Was übrig bleibt, wird ins Stromnetz eingespeist. Rund 10 Prozent des Stromverbrauchs eines Haushalts lassen sich mit einem Balkonkraftwerk abdecken, wenn der gesamte Strom verbraucht wird. Das entspricht Einsparungen von rund 120 Franken im Jahr. Wenn ein Teil ins Netz eingespeist wird, werden die Einsparungen kleiner. Denn der Preis, den man für Strom zahlt, ist deutlich höher als die Entschädigung, die man für eingespeisten Strom erhält. Reich wird man damit nicht, im Schnitt erhält man für den Strom, den man ins Netz einspeist, 6 bis 9 Rappen pro Kilowattstunde.