Fleisch-Monopol im Regal
Greenpeace kritisiert Protein-Angebot von Migros und Coop

Riesige Auswahl, miese Klimabilanz: Laut Greenpeace verkaufen Coop und Migros Proteine zu 90 Prozent in Form von Fleisch. Eine Ernährungswissenschaftlerin erklärt, was unser Körper wirklich braucht.
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Milchprodukte oder Nüsse? Beide liefern Proteine.
Foto: PD/Migros Zürich, PD/Coop - Montage: Beobachter

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Greenpeace kritisiert Migros und Coop: 90 Prozent ihrer Proteinprodukte sind Fleisch
  • Produktion von 1 kg Rindfleisch verursacht 15 kg CO2, Linsen verursachen nur 0,7 kg
  • 61 Prozent der Schweizer essen mehrmals wöchentlich Fleisch und Käse
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Céline Sallustio
Beobachter

Die Umweltorganisation Greenpeace hat sich die proteinhaltigen Lebensmittel von Migros und Coop genauer angeschaut. Sie stellte fest: Die beiden Lebensmittelhändler verkaufen Proteine zu 90 Prozent in Form von Fleisch. Lediglich 10 Prozent sind pflanzlich, schreibt Greenpeace in einer Medienmitteilung. Und: Auch Rabatte und Sonderangebote beziehen sich zu 90 Prozent auf tierische Produkte.

Das ist ein Problem, findet Greenpeace. Die Ernährung verursacht einen Viertel der Klimabelastung in der Schweiz. Mit diesem Angebot seien die Klimaziele 2050 schwer zu erreichen. So verursacht die Produktion von 1 Kilogramm Rindfleisch 15 Kilogramm CO2. 1 Kilogramm Linsen hingegen nur 0,7 Kilogramm CO2, also rund 20-mal weniger.

Ohne Proteine geht es nicht. Sie stecken in jeder Zelle und helfen dem Körper, Enzyme, Hormone und Antikörper zu bilden. Protein, also Eiweiss, kommt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Beispielsweise in Fleisch, Milchprodukten oder Eiern. In Tofu, Linsen, Haferflocken, Nüssen oder Kichererbsen.

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Tierisch oder pflanzlich?

Doch worin unterscheiden sich tierische und pflanzliche Proteine? Und machen sie für den Menschen einen Unterschied? «Der menschliche Körper kann tierische und pflanzliche Proteine grundsätzlich gleichermassen nutzen», sagt Christine Brombach, Professorin für Ernährungswissenschaften an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Die Grundbausteine von Proteinen sind die sogenannten Aminosäuren, aus denen der Körper neue Strukturen aufbaut. Elf Aminosäuren kann der Körper selbst herstellen, neun werden als unentbehrlich bezeichnet – sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden.

Der Vorteil von tierischen Proteinen ist: Sie enthalten alle essenziellen Aminosäuren und weisen eine hohe Verdaulichkeit auf. Pflanzliche Proteine dagegen enthielten nicht immer ausreichende Aminosäuren, sagt Brombach. Das heisst aber nicht, dass Proteine aus tierischen Produkten kommen müssen. «Durch eine abwechslungsreiche Ernährung lässt sich dies problemlos ausgleichen.» Und pflanzliche Proteine zeigten andere gesundheitliche Vorteile. Insbesondere, wenn man sie als Ersatz für rotes und verarbeitetes Fleisch verwendet.

Migros und Coop verweisen zu den Vorwürfen von Greenpeace auf die Eigenverantwortung der Kundinnen und Kunden. «Jeder Mensch soll frei entscheiden können, wie er oder sie sich ernährt», schreibt die Migros in einer Stellungnahme. Ihr Sortiment biete eine breite Auswahl an pflanzlichen Produkten an. Auch Coop orientiert sich an der Nachfrage. 61 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer würden mehrmals in der Woche Fleisch und Käse essen. Daher sei auch ihr Fleischsortiment entsprechend gross.

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