Darum gehts
Die Aktienmärkte haben die Unsicherheit rund um den Iran-Krieg im vergangenen halben Jahr erstaunlich gut weggesteckt, die grosse Panik blieb aus. Ganz im Gegenteil: Im Februar knackte der SMI erstmals die Grenze von 14'000 Punkten, im Juni folgte ein Allzeithoch mit 14'300 Punkten. Die Erleichterung über die zumindest vorläufige Beilegung des Zollstreits überwog, das Tiefzinsumfeld in der Schweiz führte zu einem Boost der Aktienmärkte.
Dieser Artikel ist zuerst in der «Handelszeitung» erschienen. Sichere dir alle 14 Tage Wirtschaft im Klartext – schwarz auf weiss und auf den Punkt gebracht. Hier geht es zum Abo.
Dieser Artikel ist zuerst in der «Handelszeitung» erschienen. Sichere dir alle 14 Tage Wirtschaft im Klartext – schwarz auf weiss und auf den Punkt gebracht. Hier geht es zum Abo.
Die Märkte bewiesen Resilienz. Das zeigt sich auch in unserer halbjährlichen Auswertung der Performance in der dritten Säule. 55 Prozent der 212 Fonds, die sich die Hochschule für Wirtschaft Freiburg diesmal für uns anschaute, verbesserten sich, 36 Prozent schnitten schlechter ab. «3a-Fonds sind keine Modeerscheinung», sagt Studienleiter Thomas Schudel. Wer Rentenlücken verhindern wolle, der komme an Wertschriften nicht vorbei.
Die Neulinge drücken auf die Gebühren
Auffällig ist auch diesmal, wie die jungen Wilden die klassischen Finanzdienstleister wie Banken und Versicherungen vor sich hertreiben. Bei den defensiven Anlagemodellen mit einem Aktienanteil von 10 bis 35 Prozent besetzt die Fintech-Plattform Viac die ersten drei Ränge, wie schon bei der letzten Auswertung. Es handelt sich ausschliesslich um passive Produkte. In der Kategorie «ausgewogen» kommen vier der zehn Fonds vom Anbieter aus Basel. Die klassischen Finanzdienstleister schaffen es nur in Ausnahmefällen ganz nach oben. So führt die Baloise auch diesmal in der Kategorie der Anlageprodukte mit einem Aktienanteil von 65 bis 85 Prozent die Rangliste mit einem aktiv verwalteten Produkt an.
Auch bei der Auswertung über fünf Jahre schwingt Viac ganz oben aus. Die Plattform liegt mit 15 Fonds im Durchschnitt auf Rang 2,23. Es folgen Frankly by ZKB (2,33) und True Wealth (2,37), beide sind rein digital unterwegs. Ein Trend, von dem indirekt auch die Kunden und Kundinnen profitieren, von denen viele bei ihrer Hausbank eine Vorsorgelösung suchen. Dank der digitalen Anbieter gebe es einen klaren Trend zu tieferen Gebühren, sagt Studienleiter Schudel.
Kenner wissen: Wer stressfrei in die Säule 3a einzahlen will, macht am besten einen Dauerauftrag. Bei einem maximalen Beitrag von aktuell 7258 Franken macht das monatlich 605 Franken aus. Bei aktienlastigen Produkten hat das den Vorteil, dass sich die Risiken verteilen. Selbstständigerwerbende ohne zweite Säule können maximal 36 288 Franken einzahlen. Die Einzahlungen können voll von der Steuer abgesetzt werden.
Mehrere Konten einrichten
Nach dem 60. Geburtstag können die 3a-Gelder bezogen werden, die Steuersätze sind progressiv. Es empfiehlt sich, mehrere Konten einzurichten, um die Steuerlast zu reduzieren. Die Gelder müssen bis zum 65. Geburtstag bezogen werden, es sei denn, man bleibt berufstätig. Die Bezugsdauer kann bis maximal zum 70. Geburtstag erstreckt werden.
Kenner wissen: Wer stressfrei in die Säule 3a einzahlen will, macht am besten einen Dauerauftrag. Bei einem maximalen Beitrag von aktuell 7258 Franken macht das monatlich 605 Franken aus. Bei aktienlastigen Produkten hat das den Vorteil, dass sich die Risiken verteilen. Selbstständigerwerbende ohne zweite Säule können maximal 36 288 Franken einzahlen. Die Einzahlungen können voll von der Steuer abgesetzt werden.
Mehrere Konten einrichten
Nach dem 60. Geburtstag können die 3a-Gelder bezogen werden, die Steuersätze sind progressiv. Es empfiehlt sich, mehrere Konten einzurichten, um die Steuerlast zu reduzieren. Die Gelder müssen bis zum 65. Geburtstag bezogen werden, es sei denn, man bleibt berufstätig. Die Bezugsdauer kann bis maximal zum 70. Geburtstag erstreckt werden.
Immer grössere Vielfalt
Ein zweiter Trend sei die immer feinere Segmentierung der Anlagestrategien, sagt Schudel – von nachhaltigen bis hin zu hochdynamischen Produkten mit einem Aktienanteil von 100 Prozent sei heute alles im Angebot. Das bedeute aber auch, dass die finanzielle Bildung der Anlegerinnen und Anleger an Gewicht gewinne. Denn die grössten Risiken lägen selten in den Produkten selbst, sondern in einer Anlagestrategie, die nicht zum Zeithorizont und zur Risikofähigkeit der Anleger und Anlegerinnen passe, erklärt Schudel weiter. Konkret: Wer finanziell wenig Manövrierraum hat und schon auf die Pensionierung zusteuert, der fährt mit konservativen Produkten besser; jüngere oder finanziell bessergestellte Anleger und Anlegerinnen können sich auch bei den Säule-3a-Fonds etwas mehr Beinfreiheit herausnehmen.