Finanzspritze für Mobyfly
Walliser Firma will fliegende E-Boote auf den Markt bringen

Das Start-up Mobyfly aus dem Wallis entwickelt fliegende Elektroboote. Jetzt hat sich das Unternehmen 10,1 Millionen Franken gesichert, um das erste kommerziell verfügbare Tragflügelboot zu entwickeln.
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Der Prototyp MBFY-10 fährt seit 2022 auf dem Genfersee. Das erste kommerzielle Schiff wird aber wohl nicht unter Schweizer Flagge segeln.
Foto: MobyFly

Darum gehts

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Olivia Ruffiner
Handelszeitung

In den 1990er-Jahren galten fliegende Autos als Sinnbild für das 21. Jahrhundert. Inzwischen aber scheinen fliegende Boote bis 2030 realistischer. Das Walliser Start-up Mobyfly hat erfolgreich eine Series-A-Finanzierungsrunde mit über 10,1 Millionen Franken abgeschlossen.

Das von Sue Putallaz gemeinsam mit Anders Bringdal, Ricardo Bencatel und Thomas Putallaz gegründete Start-up entwickelt elektrische Tragflügelboote, die dank Hydrofoil-Technologie buchstäblich über das Wasser fliegen. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit hebt sich der Rumpf aus dem Wasser, sodass nur noch die Tragflächen im Wasser sind.

Artikel aus der «Handelszeitung»

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Das reduziert den Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Dieselfähren. Zudem wird kein CO₂ ausgestossen, und Lärm sowie Wellenbildung werden reduziert.

Das Boot fliegt über das Wasser.
Foto: MobyFly

Die frischen Mittel sollen nun die Industrialisierung der Technologie vorantreiben. Ein grosser Teil des Kapitals stammt aus dem Fonds Révolution Environnementale et Solidaire, der von Crédit Mutuel Impact verwaltet wird. An der Finanzierungsrunde beteiligten sich auch die Wirtschaftsförderung des Kantons Wallis sowie private Investoren aus der Zürcher Industrie, der Genfer Finanzwelt und dem französischen Technologiesektor.

Erste kommerzielle Boote noch dieses Jahr geplant

Die Produktion des kleineren Shuttles MBFY-S, das zwischen zwölf und zwanzig Personen fasst, soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Ein solches Boot kostet rund 2 Millionen Franken. Das grössere Modell MBFY-M für 60 bis 120 Personen ist für 2028 geplant.

Ein bitterer Beigeschmack bleibt aber: Das erste offiziell zertifizierte Boot wird wohl nicht unter Schweizer, sondern unter französischer Flagge über das Wasser gleiten. Das Bundesamt für Verkehr wird voraussichtlich nicht vor 2027 bereit sein, neue Technologien zu zertifizieren – darunter auch die Tragflächentechnologie von Mobyfly.

Die Walliserin Sue Putallaz gründete mit Anders Bringdal, Ricardo Bencatel und Thomas Putallaz Mobyfly im Jahr 2020.
Foto: zVg

In Frankreich hingegen führen private Zertifizierungsstellen wie Bureau Veritas die technischen Inspektionen gemeinsam mit den Behörden durch. «Es schmerzt mich als Schweizerin, dass das erste zertifizierte Schiff wahrscheinlich nicht unter Schweizer Flagge segeln wird», sagt Sue Putallaz. Selbst ein Investor habe sie vor der Komplexität in der Schweiz gewarnt.

Mobyfly bringt die Technologie an Schiffbauer

Für Putallaz ist das mehr als ein administratives Ärgernis: «Die Schweiz hat keine klassischen Rohstoffe, unser Innovationsgeist ist unser höchstes Gut. Wenn wir das nur im Ausland skalieren können, verlieren wir unseren einzigen Mehrwert.»

Auch Mobyfly «exportiert» vor allem das Know-how und arbeitet nicht wie die Konkurrenz mit eigenen Werften. Anders als die schwedische Konkurrentin Candela – die zuletzt 30 Millionen Franken für eine neue Fabrik gesammelt hat – oder die britische Firma Artemis positioniert sich das Walliser Start-up als reine Technologiefirma. Putallaz: «Das erlaubt uns, schneller und mit weniger Kapital global zu skalieren.»

Statt eigene Produktionsstätten aufzubauen, will Mobyfly seine Technologie an bestehende Schiffsbauer bringen. Die ersten Boote werden in einer Schiffsbauanlage in Portugal gebaut. Mobyfly steuert aber bereits weitere internationale Märkte an.

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