Ein ovales Problem
Deshalb sind Schweizer Bioeier rar

Eier sind derzeit Mangelware. Das hat auch damit zu tun, dass seit Anfang Jahr keine männlichen Küken mehr getötet werden.
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Ausgerechnet zu Ostern werden Bioeier knapp.
Foto: IMAGO

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Eier sind an Ostern knapp, besonders Freiland- und Bioeier betroffen
  • Bioeier beliebt: 28 % Marktanteil, Absatz 2025 um 5,3 % gestiegen
  • Seit Anfang Jahr töten Bioproduzenten keine männlichen Küken mehr
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Sara BelgeriRedaktorin

Das Osternest mit gefärbten Eiern gehört wie der Schokoladenhase für viele zum Osterfest. Nur: Schweizer Eier sind derzeit ein rares Gut.

Insbesondere Freilandeier sind knapp, aber auch Bioeier sind derzeit Mangelware, wie der Dachverband Bio Suisse auf Nachfrage bestätigt. Das ist nicht ungewöhnlich: Rund um Ostern, aber auch vor Weihnachten, werden traditionell besonders viele Eier gekauft. Anders als üblich sei die Eiernachfrage nach dem Weihnachtsgeschäft aber nicht abgeflaut, sondern auch zum Jahresbeginn hoch geblieben, erklärt Mediensprecher Lukas Inderfurth.

Kein Kükentöten mehr

Kurzfristig lässt sich darauf kaum reagieren: «Eine Henne legt jeden Tag ein Ei», sagt Inderfurth. «Man kann sie nicht darauf trainieren, zu Ostern hin zwei Eier pro Tag zu legen.» Normalerweise werden in den Wochen vor Ostern Lager für sogenannte Färbware aufgebaut – also Eier, die gekocht und gefärbt verkauft werden. Dieses Jahr war das kaum möglich. «Diese Eier mussten von den ohnehin stark nachgefragten rohen Konsumeiern abgezweigt werden.»

Zur angespannten Lage tragen auch strukturelle Veränderungen in der Branche bei. Seit Anfang Jahr werden in der Bioeierproduktion keine männlichen Küken mehr getötet. Stattdessen setzten die Bioproduzenten auf die Bruderhahnaufzucht und auf sogenannte Zweinutzungshühner. Diese legen Eier, werden aber auch für die Fleischproduktion verwendet.

Das erschwert die Produktionsplanung. Denn aufgrund der Bruderhahnaufzucht bleiben Legehennen heute viel länger in den Betrieben. Früher seien sie nach einem Jahr ausgetauscht worden, was eine «optimale Abstimmung» auf Marktbedürfnisse ermöglicht habe. Heute produzieren Legehennen bis zu 100 Wochen lang. «Die daraus resultierenden Herdenwechsel fallen teilweise in eine ungünstige Zeit, wenn die Nachfrage aussergewöhnlich hoch ist», so Inderfurth.

Der Eierkonsum in der Schweiz nimmt stetig zu. 2025 verspeisten die Schweizerinnen und Schweizer so viele Eier wie noch nie: 209 pro Kopf, fast ein Dutzend mehr als im Vorjahr. Auch Bioeier sind besonders beliebt – sie erreichen laut Bio Suisse einen Marktanteil von 28 Prozent und sind damit das meistgekaufte Bioprodukt. 2025 stieg ihr Absatz im Detailhandel um 5,3 Prozent.

Bundesrat reagiert

Um Engpässe abzufedern, hat der Bundesrat diese Woche auf Antrag der Eierbranche den Import von Eiern erleichtert. Das Kontingent wurde um 15'000 Tonnen auf insgesamt 36'000 Tonnen erhöht. Allerdings gibt es Unterschiede: Importierte Bioeier entsprechen meist den Anforderungen der EU-Ökoverordnung und damit nicht den strengeren Richtlinien von Bio Suisse.

Wer zu Ostern Schweizer Bioeier färben will, wird in Zukunft vor allem braune und beige Eier finden. Zwar wird es weiterhin weisse Bioeier geben, doch künftig dürften nicht reinweisse Eier überwiegen, weil die Biolandwirtschaft mit der Umstellung vermehrt auf entsprechende Hühnerrassen setzt.

Für das Osterbrauchtum ist das jedoch kein Nachteil. Auch braune und beige Eier lassen sich problemlos färben. Etwa mit Kurkuma oder Rotkabis. Im Zweifel verwendet man etwas mehr Essig, der sorgt für besonders intensive Farbtöne.

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