Das bedeutet eine Veränderung im Leitzins für dich
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Blick erklärt:Das bedeutet eine Leitzins-Veränderung für dich

Brisante Aussage vom BAK: Nullzinsen für immer und ewig?
Was das für Sparer, Mieterinnen, Hauseigentümer und Konsumenten heisst

Die Nullzinsen werden uns eine lange Zeit begleiten. Das hat – gute wie schlechte – Folgen für die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz.
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Wird lange Zeit nicht mehr an der Zinsschraube drehen: SNB-Präsident Martin Schlegel.
Foto: keystone-sda.ch

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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Sind die Nullzinsen in der Schweiz gekommen, um für immer zu bleiben, fragen die Ökonomen von BAK Economics provokant. Dass sich die Zinsschraube für alle Ewigkeiten festgefressen hat, darauf wollen sich die Prognostiker nicht versteifen, aber klar ist: In den nächsten Jahren hat die SNB bei den Zinsen keinen Spielraum. 

«Der Leitzins der Nationalbank bleibt bei null, daran ändert sich so schnell nichts», sagt Claude Maurer (51), Chefökonom bei BAK Economics. «Das gilt nicht nur bis Ende 2027, so weit reicht unsere Prognose. Sondern gleich für die kommenden vier bis fünf Jahre.»

Fünf Jahre sind in der Wirtschaft mehr als eine halbe Ewigkeit. Denn aufgrund der grossen geopolitischen Unsicherheiten hangeln sich die meisten mit ihrem Prognosehorizont von Quartal zu Quartal. Immerhin: Das Risiko, dass aus den Nullzinsen Negativzinsen werden, ist extrem gering. Denn die SNB wird nicht müde zu betonen, dass die Hürde dafür sehr hoch ist. Ganz im Gegensatz zur Negativzinsphase von 2015 bis 2022. Doch was bedeuten Nullzinsen für eine halbe Ewigkeit für Mieter, Hauseigentümerinnen, Sparer und Konsumenten? 

Mieter brauchen nichts zu befürchten

Wer in einem bestehenden Mietverhältnis lebt, darf sich über die Nullzinsen freuen. Damit ist der hypothekarische Referenzzinssatz beinahe in Stein gemeisselt – und Mieterhöhungen so gut wie ausgeschlossen. Der Zinssatz wird vierteljährlich überprüft und liegt derzeit bei 1,25 Prozent. Daran wird sich auch am kommenden Montag bei der nächsten Publikation nichts ändern. Viele Beobachter gehen davon aus, dass der Referenzzinssatz bis Ende 2027 oder länger auf dem heutigen Wert verharren wird. 

Wer hingegen auf Wohnungssuche ist, bleibt den Marktkräften ausgesetzt. Bezahlbarer Wohnraum an einer attraktiven Lage bleibt auch in Zeiten von Nullzinsen ein rares Gut. 

Wohneigentümer profitieren vom Tiefzins

Auch wer sich überlegt, Wohneigentum zu erwerben, hat nichts von den Nullzinsen. Wegen der tiefen Hypothekarzinsen wäre die Finanzierung günstiger. Aber das macht den rasanten Preisanstieg beim Wohneigentum – egal ob Haus oder Wohnung – bei weitem nicht wett

Ganz anders die Situation für Haus- und Wohnungsbesitzer. Die Aussicht auf beinahe ewig währende Nullzinsen hat auch die langfristigen Hypothekarzinsen überraschend schnell wieder sinken lassen. Und die Saronhypothek bleibt auf Jahre hinaus eine attraktive Alternative zu einer Festhypothek. 

Sparer kommen an Börse nicht vorbei

Sparen und Nullzinsen – das bringt überhaupt nichts. Bei vielen Banken dürften die Gebühren fürs Konto höher sein als eine allfällige Miniverzinsung. Deshalb sollte nicht viel mehr als ein Liquiditätspolster bzw. Notgroschen auf dem Sparkonto liegen. Dafür reicht eine Reserve von ein paar Monatslöhnen aus.

Den Rest des Geldes legen Sparer am besten an. Auch wenn das die Banken aus Eigeninteresse aggressiv propagieren, ist es angezeigt, diesen Rat zu befolgen. In Zeiten von Nullverzinsung führt fast kein Weg an Aktien oder ETFs vorbei, wer eine Rendite auf seinem Ersparten erzielen will. 

Eine Alternative hat sich in der Schweiz mit der Abschaffung des Eigenmietwerts aufgetan. Eine hohe Verschuldung auf dem Haus lohnt sich bald nicht mehr, deswegen kann es Sinn machen, mit dem Ersparten einen Teil der Hypothek zurückzukaufen. Allerdings gilt es dabei zu bedenken: Je näher die Pensionierung rückt, desto eher sollte man an den Finanzbedarf im Alter denken und nicht an die Rückzahlung der Hypothek. 

Konsumenten profitieren beim Einkauf

Nullzinsen sind für Konsumenten eine gute Nachricht: Ein Inflationsschub ist nicht in Sicht und der Franken bleibt stark. Das heisst, der tägliche Einkauf verteuert sich nicht und viele Länder bleiben für Ferien sehr attraktiv

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