Darum gehts
- Die Post plant 110 Kündigungen im Management und Supportfunktionen
- Schon 2024 wurden 70 Informatik-Stellen gestrichen
- Insgesamt zweite Abbauwelle beim gelben Riesen
Erneuter Kahlschlag bei der Post: Der gelbe Riese baut bei seinen Management- und Supportfunktionen weitere Stellen ab. Diesmal sollen bis zu 110 Kündigungen geplant sein, wie das Unternehmen mitteilt. Es ist bereits die zweite Abbaurunde seit 2024 in diesem Bereich.
Laut der Post sollen die Kündigungen die Kosten senken und die langfristige Finanzierung des Service public sichern. Dienstleistungen für die Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitende im Betrieb seien davon nicht betroffen, heisst es. Ein möglichst grosser Teil solle zudem mit natürlicher Fluktuation und Pensionierungen erreicht werden.
Die Kündigungen seien notwendig um den eigenen Auftrag zu erfüllen. «Wir tragen Verantwortung dafür, dass die Post auch in Zukunft relevant, leistungsstark und eigenwirtschaftlich bleibt», erklärt Post-Chef Pascal Grieder (49) die Entscheidung. Und weiter: «Darum wollen wir unsere eigenen Kosten dort reduzieren, wo sie keinen direkten Einfluss auf unsere Kundinnen und Kunden haben.»
«Abbau mittels Salamitaktik»
Bei den Gewerkschaften stösst der erneute Abbau auf Unverständnis. Ihre Kritik: Bei der Post folge eine Entlassungswelle auf die andere. Der Personalverband Transfair wirft der Post deshalb einen «Abbau mittels Salamitaktik» vor. Bereits 2024 strich die Post Personal bei den Management- und Supportfunktionen. Ausserdem baute sie auch in der Informatik rund 60 Stellen ab. Insgesamt seien so in kurzer Zeit mehrere Hundert Stellen gestrichen worden. «Die Post darf Kündigungen nicht zum Normalfall ihrer Reorganisationen machen», fordert deshalb Greta Gysin (42), Grünen-Nationalrätin und Transfair-Präsidentin. Für die neusten Kündigungen fordert Transfair, «dass die Post vor jeder Kündigung sämtliche Möglichkeiten zur Umschulung, Umplatzierung und Weiterbeschäftigung im Konzern ausschöpft».
Auch die Gewerkschaft Syndicom kritisiert die Post. Trotz Gewinn und Millionendividende setze diese ihre Mitarbeitenden auf die Strasse. Für David Roth, Sektorleiter der Gewerkschaft, ist deshalb klar: «Die Angestellten haben die guten Ergebnisse der Post erarbeitet.» Statt dieses Engagement zu honorieren, präsentiere die Konzernleitung eine Restrukturierung nach der anderen. «Das ist weder sozial noch zukunftsorientiert», so Roth.