Regulierungsbehörde Elcom informiert
Strompreise sinken um 10 Prozent

Noch sitzt der Strompreis-Schock der letzten Jahre bei vielen tief. Doch nun sinken die Tarife – die ganze Schweiz kann aufatmen. Die Elektrizitätskommission Elcom hat informiert.
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Laurianne Altwegg, Vizepräsidentin der Elcom, wird am Donnerstag die Stromtarife verkünden.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Strompreise in der Schweiz dürften 2025 deutlich sinken
  • Sowohl die Beschaffungs- als auch die Netzkosten nehmen ab
  • Durchschnittliche Ersparnis: 30 bis 220 Franken pro Haushalt

Vor zwei Jahren machte die Aargauer Gemeinde Oberlunkhofen in der ganzen Schweiz unrühmliche Schlagzeilen: Der Strompreis schnellte für die Bewohnerinnen und Bewohner um 263 Prozent in die Höhe. Die Energiekrise als Folge des Ausbruchs des Ukraine-Krieges hatte die Einkäufer der Gemeinde auf dem falschen Fuss erwischt. Immerhin: Schon für dieses Jahr konnte die Gemeinde den Strompreis wieder halbieren, auch fürs kommende Jahr gehen die Stromtarife nochmals steil nach unten.

«Alle, die sich in den letzten Jahren kurzfristig teurer eindecken mussten, hatten jetzt die Chance, wieder günstiger abschliessen», sagt die Stromexpertin Christina Marchand (55) von Zürcher Hochschule für angewandte Wirtschaft. Denn der Marktpreis für Strom ist im Vergleich zu den Jahren 2022 und 2023 deutlich gefallen. Das heisst, auslaufenden Lieferverträge sind für das nächste Jahr kein Horrorszenario mehr, sondern eine Einladung, für die Kunden wieder etwas herauszuholen.

Auch die Netzkosten fallen

Deshalb ist das Aufatmen nicht nur Oberlunkhofen, sondern auch in vielen anderen Schweizer Gemeinden gross. Zwar wird die Elcom erst am Donnerstagnachmittag die Stromtarife für die ganze Schweiz kommunizieren. Doch viele Stromanbieter sind schon vorgeprescht und hatten meist gute Kunde für ihre Bezüger: Die Stromtarife in der Schweiz sinken auf breiter Front. Die Ersparnis für einen durchschnittlichen Haushalt schwankt zwischen 30 Franken (Stadt Zürich) und 220 Franken (AEW im Aargau) pro Jahr. Im kommenden Jahr muss also niemand wegen der Stromrechnung zittern.

Das hat nicht nur mit tieferen Beschaffungskosten zu tun, wie Marchand erklärt: «Auch die systemische Komponente treibt die Tarife nach unten. Die Netzgebühr für die Übertragung des Stroms sowie die Kosten für die nationale Winterstromreserve sinken ebenfalls.»

Moderate Aufschläge

Dank des milden Winters waren die Wasserkraft-Speicherseen gut gefüllt, die Gasspeicher mussten nicht gross angezapft werden. Das heisst, die Notfallszenarien für den kommenden Winter werden günstiger, selbst wenn dieser härter ausfallen sollte.

Selbst dort, wo der Strom etwas teurer wird, sind die Aufschläge moderat. Etwa in der Stadt Bern, wo die Stromrechnung 2025 für eine Familie 69 Franken teurer werden dürfte.

Nicht nur in der Stadt Bern, sondern in der ganzen Schweiz können die Strombezüger künftig auf noch billigeren Strom hoffen, so Marchand: «Vor dem Ukraine-Krieg war der Strom in der Schweiz noch günstiger, bei der Schweizer Strompreisnormalität sind wir noch nicht wieder angelangt.»

Strom könnte noch günstiger werden

Das hat auch mit der privilegierten Lage der Schweiz zu tun und einer vorausschauenden Energiepolitik: «Wir hatten ein Stück weit das Glück, dass unsere Vorväter in Wasserkraft und Atomenergie investiert haben. Wir sollten diesem Vorbild folgen und den Ausbau der Erneuerbaren schnell vorantreiben», sagt Marchand. «Dadurch können langfristig die Strompreise sogar weiter fallen und wir bewahren unsere Unabhängigkeit.»

Vorausgesetzt es gibt in den nächsten Jahren keine grosse geopolitische Krise, dürfte sich der Strompreis-Schocks von 2022 in der Schweiz nicht so schnell wiederholen.

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