Darum gehts
- Georgien versteigert 40'000 rare Weinflaschen aus Stalins Sammlung
- Stalin ergänzte beschlagnahmte Zarenweine um georgische Produktion des 19. Jahrhunderts
- 2004 erzielte eine Flasche aus ähnlicher Kollektion 8000 Dollar
Georgien öffnet die Tore zu einem gut gehüteten, uralten Schatz: In einem schummrigen Weinkeller lagern rund 40'000 rare Weinflaschen, die dem georgischen Staat gehören. Dieser will zusammen mit dem Unternehmen «Gilauri Wines» die wertvolle Sammlung nun versteigern, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Die Weinkollektion hat einen berühmt-berüchtigten Vorbesitzer: Josef Stalin (1878–1953). Der sowjetische Diktator, der aus Georgien stammte, war ein ambitionierter Weinkenner. Er hütete die Sammlung an edelsten Bordeaux-Tropfen aus dem 19. Jahrhundert, die einst dem russischen Zaren Alexander III. (1845–1894) und dessen Sohn Nikolaus II. (1868–1918) gehört hatten. Nach der Russischen Revolution 1917 hatten die Bolschewiken die französischen Weine der Zaren beschlagnahmt. Stalin ergänzte die Kollektion um Weinflaschen aus georgischer Produktion.
Georgien gilt als Wiege des Weins
Hierzulande gelten Frankreich, Italien und Spanien als klassische Weinnationen. Doch Georgien beansprucht den Titel als Wiege des Weins. So belegen archäologische Funde eine ununterbrochene Weintradition, die über 8000 Jahre zurückreicht. Entsprechend ist der Traubensaft wichtiger Bestandteil der georgischen Kunst und Kultur.
Mit der Auktion soll Georgien zurück auf die Landkarte der Sammler finden. Die Einnahmen aus der Versteigerung soll in eine Weinschule fliessen. Derzeit wird der Wert der raren Tropfen aus der Stalin-Sammlung geschätzt. Es dürfte eine ordentliche Summe zusammenkommen. So versteigerte das britische Auktionshaus Sotherby's 2004 Hunderte Flaschen aus der georgischen Kollektion. Die teuerste Weinflasche ging für 8000 Dollar weg.