Auch Führungskräfte betroffen
Sunrise will bis zu 190 Stellen abbauen

Der Telekom-Anbieter Sunrise plant, bis zu 190 Stellen abzubauen. Auch Manager und Managerinnen müssen wohl ihren Posten räumen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der Konzern will «Strukturen vereinfachen und Prozesse effizienter machen».
Kommentieren
1/6
Sunrise plant, in den nächsten Monaten bis zu 190 Jobs abzubauen.
Foto: Keystone
Nathalie_Benn_Praktikantin Wirtschaft _Blick_2-Bearbeitet.jpg
Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Feuer unterm Dach beim Telekom-Anbieter Sunrise: Das Unternehmen erwägt, bis zu 190 Stellen zu streichen, wie aus einer Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht.

«Sunrise leitete heute für die geplanten Entlassungen das Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmendenvertretung und der Gewerkschaft syndicom ein», schreibt der zweitgrösste hiesige Telekom-Konzern. Danach soll ein Entscheid über das Ausmass der Entlassungen gefällt werden. Diese werden voraussichtlich im Februar und März dieses Jahres stattfinden.

Insgesamt hat Sunrise 2653 Mitarbeiter. Mit einem Abbau von 190 Stellen würde die Belegschaft also um sieben Prozent schrumpfen. Zuerst hatte das Finanzportal «Inside Paradeplatz» am Donnerstagmorgen mit Verweis auf Insider über den Stellenabbau berichtet. Demnach gehe es um eine der grössten Restrukturierungen der Unternehmensgeschichte, so der Insider.

«Zahlreiche Führungspositionen betroffen»

Mit der Massnahme will der Konzern «die Unternehmensstruktur vereinfachen». Ziele der Streichungen seien «kürzere Entscheidungswege dank grösserer Führungsspannen und weniger Hierarchieebenen», heisst es. Zudem solle die Effizienz gesteigert werden – auch unter Einsatz neuer Technologien. Vom Abbau seien auch zahlreiche Führungskräfte betroffen, schreibt Sunrise. Für die Betroffenen werde der bestehende Sozialplan angewendet.

«Weitestgehend ausgenommen» sind jedoch Mitarbeiter im Verkauf und Kundendienst, schreibt Sunrise weiter. Lehrlinge seien gänzlich vom Abbau ausgenommen.

«Schritt ist nicht nachvollziehbar»

Die Gewerkschaft syndicom könne den Schritt unter der Tatsache, dass es bereits im Frühling 2024 zu Massenentlassungen kam, nicht nachvollziehen, heisst es in einem Communiqué. Darin wird Sunrise aufgefordert, «ernsthaft nach Alternativen zu suchen und auf Kündigungen zu verzichten». Weiter schreibt die Gewerkschaft: «Die erneuten Abbaupläne sind inakzeptabel. Die Belegschaft hat in den letzten Jahren viel geleistet – sie verdient Jobsicherheit statt weiterer Abbaupläne.»

Laut «Inside Paradeplatz» musste im Rahmen des Programms bereits Chief Consumer Officer Christoph Richartz über die Klinge springen. Ein Sprecher von Sunrise bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP zwar den Abgang von Richartz, betonte aber, dass es keinen Zusammenhang mit dem geplanten Stellenabbau gebe. Angaben zu den finanziellen Einsparungen durch den Stellenabbau machte Sunrise auf Anfrage der AWP nicht. UBS-Analyst Polo Tang schätzt die Einsparungen auf rund 20 Millionen Franken pro Jahr.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen