Darum gehts
- Flughafen St. Gallen-Altenrhein feiert diesen August sein 100-jähriges Bestehen
- Dafür planen die Betreiber eine grosse Flugshow der Patrouille Suisse
- Österreich genehmigt die Flugshows, fordert aber kürzere Zeiten
Diese Nachricht haben die Betreiber des Flughafens St. Gallen-Altenrein mit Hochspannung erwartet. Denn nichts anderes als das gross angelegte Fest zum 100-Jahr-Jubiläum stand auf der Kippe. Weil eine Zustimmung der Landesregierung des österreichischen Bundeslands Vorarlberg gefehlt hat – bis jetzt. Nun liegt das OK vom östlichen Nachbarn vor.
Flughafen stellte ein Ultimatum
Aber von vorne: Bei der geplanten dreitägigen Feier vom 28. bis 30. August wollen die Verantwortlichen neben einer Gewerbeausstellung auch die Tiger-Kampfjets der Patrouille Suisse über die Köpfe der Besucher sausen lassen. Die Schweizer Luftwaffe wird eine der allerletzten Shows mit den Kampfjets präsentieren, bevor sie danach in Pension gehen. Die Organisatoren erwarten 50'000 bis 100'000 Besucherinnen und Besucher.
Doch wegen eines Staatsvertrags zwischen der Schweiz und Österreich braucht es für das Vorhaben auch die Zustimmung der Vorarlberger Landesregierung. Diese stellte sich lange quer – trotz erster Gespräche im letzten September. Seit einem weiteren runden Tisch im Januar 2026 herrschte Funkstille. Deshalb setzten die St. Galler Flughafenchefs den Ösis eine Frist bis Freitag. Nun haben die Vorarlberger einen Tag vor Ablauf der Frist grünes Licht gegeben.
Österreicher wollen kürzere Flugzeiten
Die Zustimmung ist aber an Bedingungen geknüpft: Die Österreicher wollen, dass die «Düsenflugzeuge zweimal für jeweils eine halbe Stunde zum Einsatz kommen», so die Behörden in einer Mitteilung. Zudem ist der Überflug von Siedlungsgebieten «möglichst zu vermeiden». Eigentlich sollten die Flugshows am Freitag und Samstag für jeweils 40 Minuten stattfinden, sagte Thomas Krutzler, Chef des Flugplatzes St. Gallen-Altenrhein, gegenüber Blick.
Diese Vorgabe solle ausdrücklich in die Vereinbarung zwischen dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und dem österreichischen Verkehrsministerium aufgenommen werden, schreibt die Landesregierung weiter. In den Entscheid seien wesentliche Anliegen der betroffenen Vorarlberger Gemeinden berücksichtigt worden. Denn offenbar rief der geplante Überflug in Vorarlberg Widerstand hervor.
Flughafen ist erleichtert
Flugplatz-Chef Krutzler fällt damit ein Stein vom Herzen: «Wir sind extrem erleichtert, dass der Entscheid positiv ausgefallen ist und wir uns gefunden haben», freut er sich im Gespräch mit Blick. Auch, dass der Flughafen tatsächlich innert der gesetzten Frist eine Antwort erhalten habe, schätzt Krutzler. «Hätten wir bis am morgigen Freitag keinen oder einen negativen Entscheid erhalten, hätten wir die Flugshow absagen müssen.» Dann hätte das Jubiläumsfest nur in sehr kleinem Rahmen stattfinden können.
Dass die Österreicher unter anderem bei der Dauer Abstriche machten, habe Krutzler bereits gewusst: «Das haben die Regierungsvertreter bei unserem letzten runden Tisch im Januar bereits so kommuniziert», so der Flugplatz-Chef. Man werde alles daran setzen, der Forderung, möglichst wenig über Siedlungsgebiete zu fliegen, nachzukommen, sagt er. Auch mit einer zehn Minuten kürzeren Show könne er leben. Doch Krutzler räumt auch ein: «Die genaue Dauer sowie die Flugroute sind von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise dem Wetter abhängig, die sich sehr kurzfristig ändern können.» Falls das Wetter als plötzlich umschlagen sollte, müsse man eventuell Anpassungen vornehmen. Nun braucht es nur noch die Zustimmung aus Bundesbern, damit die letzte Flugshow der Patrouille-Suisse-Flieger auch stattfinden kann.