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Lawinengefahr steigt deutlich
Wetter dreht komplett – Sturm und viel Neuschnee in den Bergen

Stürmisches Wetter in der Schweiz: Von Mittwoch bis Samstag zieht kräftiger Wind auf. Meteorologen rechnen mit Orkanböen und bis zu einem Meter Neuschnee in den Alpen.
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Solche Bedingungen erleben Wintersportler in dieser Woche nur selten. (Archivbild)
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Wetterchaos in der Schweiz: Regen, Stürme und Schnee bis Samstag
  • Orkanböen von über 118 km/h auf Berggipfeln erwartet
  • Bis 1 Meter Neuschnee und erhöhte Lawinengefahr im Alpenraum
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marian NadlerRedaktor News

In dieser Woche erleben wir eine kleine Wetterachterbahn. Begann die Woche vielerorts noch sonnig, wird es in den kommenden Tagen nass und teils stürmisch, bevor es am Sonntag im Norden des Landes wieder etwas besser wird. So lässt sich ein Wetterbeitrag von Meteo News-Experte Roger Perret vom Montag zusammenfassen.

Ein Atlantiktief verlagert sich am Dienstag zu den Britischen Inseln. Die Folge: Feuchtere Atlantikluft gelangt zur Schweiz. Von Mittwoch bis Samstag wird es ungemütlich. Die Sonne werden wir bei häufiger Bewölkung kaum sehen. Ausserdem wird es laut Perret vor allem am Mittwoch und Donnerstag immer wieder nass. Bedeutet: Der Fasnachtsbeginn am Donnerstag fällt ins Wasser.

Schwere Unwetter in Südeuropa

Und: Wer im Rahmen der Sportferien diese Woche auf die Piste will, muss sich auf schwierige Bedingungen gefasst machen. Ursache der Turbulenzen diese Woche sind atmosphärische Prozesse über dem Atlantik.

Dort entstehen seit einiger Zeit immer wieder kräftige Sturmtiefs, die rasch Richtung Europa ziehen. Bisher blockierte jedoch ein starkes Hoch über Skandinavien ihren Weg, wodurch die Stürme nach Süden abgelenkt wurden und vor allem in Portugal und Spanien schwere Unwetter mit Überschwemmungen und Orkanböen auslösten.

Orkanböen auf Berggipfeln

Das Hoch über Skandinavien schwächt sich nun ab. Dadurch verlagert sich der bisher weit südlich verlaufende Jetstream nach Norden und richtet sich wieder auf die Alpen. Die atlantischen Stürme können so erneut nördlichere Routen nehmen. Der Jetstream ist ein schmales Band sehr starker Winde in rund 8 bis 15 Kilometern Höhe, das von West nach Ost um den Globus weht und unser Wetter entscheidend steuert.

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Was heisst das für uns? Bis Freitag weht mässiger bis starker Südwest- bis Westwind. Auf Berggipfeln und westwindausgesetzten Jurahöhen musst du mit Orkanböen von 118 km/h und mehr rechnen. Im Flachland liegen die Windgeschwindigkeiten zwischen 50 und 80 km/h.

Lawinengefahr der Stufe 4

Begleitet wird das Ganze von viel Niederschlag. «Im Norden sind es zwischen etwa 30 und 100 mm, wobei im Jura und in den westlichen Alpen am meisten Niederschlag fällt», hält Perret fest. «Hier liegen in Lagen ab 1500 bis 2000 Metern auch bis gegen 1 Meter Neuschnee drin», schreibt er weiter. 

Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) veröffentlichte am Dienstag eine Warnung der Stufe 3 (erhebliche Gefahr) für mehrere Regionen in der West- und Südwestschweiz. So galt eine Schnee-Warnung von Dienstag, 8 Uhr, an bis Freitag, 12 Uhr, unter anderem für Bex VD, das Val Ferret und Conthey im Kanton Wallis. Für Saint-Cergue VD und das Vallée de Joux galt eine Regen-Warnung.

Eine Schnee-Warnung der Stufe 3 bedeutet vor allem Einschränkungen im Strassen-, Schienen- und Luftverkehr. Eine Regen-Warnung der Stufe 3 schliesst lokale Überflutungen und plötzliche Murgänge in Bergregionen ein.

Für grosse Teile des Kanton Wallis wurde am Dienstagabend zudem Lawinengefahr der Stufe 4 (grosse Gefahr) ausgerufen. Es wird mit einer Mischung aus Neu- und Altschnee gerechnet. 

Zwischenhoch am Sonntag

Der Sonntag wird sich nach Perrets Einschätzung aufgrund eines Zwischenhochs recht sonnig, aber ziemlich kalt präsentieren. Am Montag rauscht dann das nächste atlantische Sturmtief heran.

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