Darum gehts
- Sturmtief Leonardo verursacht Chaos, Überschwemmungen und Tote auf der iberischen Halbinsel
- Alarmstufe Rot in Andalusien: 3000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen
- Portugal beziffert Sturmschäden auf 3,7 Milliarden Franken, elf Tote bestätigt
Das Sturmtief Leonardo sorgte auf der iberischen Halbinsel nicht nur für Chaos auf den Strassen und Überschwemmungen, sondern kostete auch Menschenleben. In der Gemeinde Serpa im Süden Portugals wurde die Leiche eines 70-jährigen Mannes in seinem Auto gefunden. Das Fahrzeug lag in einem Fluss.
Leonardo ist nur der letzte von vielen Stürmen, die in den vergangenen Tagen und Wochen durch Südwesteuropa fegten. Allein in Portugal werden die bisherigen Sturmschäden auf rund 3,7 Milliarden Franken geschätzt. Insgesamt elf Menschen sind infolge der Unwetter verstorben.
Andalusien schwer von Leonardo betroffen
In Spanien trifft Leonardo vor allem den Süden des Landes. In der Region Andalusien mussten über 150 Strassen wegen Erdrutschen und Überschwemmungen gesperrt werden, berichtet «El Pais». Auch der Zugverkehr ist eingeschränkt. Flüsse treten über ihre Ufer und reissen Brücken nieder. In der Stadt Malaga wurde eine Frau von den Wassermassen mitgerissen. Sie wird immer noch vermisst. Insgesamt 3000 Menschen mussten in Andalusien laut der deutschen «Tagesschau» im Zuge der Unwetter ihre Häuser verlassen.
Für Teile Andalusiens und Portugals gilt nach wie vor Alarmstufe Rot. Und das Schlimmste ist: Da soll noch mehr kommen. «Was wir aktuell auf der iberischen Halbinsel sehen, ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange», sagt Klaus Marquardt, Meteorologe bei Meteo News, zu Blick. Ab nächster Woche sorgen die Stürme in Spanien und Portugal für weitere starke Regenfälle. Die Unwetter könnten für die beiden Länder «katastrophale Auswirkungen» haben, meint der Experte.
Windige Bedingungen in den Alpen
Auch das Wetter in der Schweiz wird in den kommenden Tagen von Leonardo beeinflusst werden. «Von einem Sturm kann hierzulande aber keine Rede sein», meint Marquardt. Am stärksten werden die Auswirkungen von Leonardo in der Höhe zu spüren sein. «Windig wird es vor allem in den Bergen. Auf dem Säntis ist mit Sturmböen von bis zu 80 Kilometer pro Stunde zu rechnen.» Im restlichen Land wird der Freitag vor allem grau und regnerisch bei milden Temperaturen.
Am Wochenende soll es dann eine kurzzeitige Entlastung vom schlechten Wetter geben. «Am Samstag wird es teilweise sonnig und mild, es können sogar Frühlingsgefühle aufkommen», erzählt der Experte. Am Sonntag wird den Schweizerinnen und Schweizern allerdings wieder Nebelsuppe serviert.
Kommende Woche ist dann auch hierzulande mit vielen Niederschlägen zu rechnen. In den Bergen sorgen diese für eine Menge Schnee. Das heisst: Gute Bedingungen zum Skifahren – die Lawinengefahr wird aber voraussichtlich deutlich steigen.