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Von wegen Abkühlung – Die Hitze breitet sich aus!
Und? Gut geschlafen? Bei der Hitze schwer vorstellbar. Auch in der Nacht blieb es heiss. Und Abkühlung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Es wird noch schlimmer! Heute sind bis zu 35 Grad möglich, morgen sogar bis zu 37 Grad. Darum gilt ab Donnerstag auch für die Regionen Zürich, Luzern, Solothurn, Schaffhausen, Aargau und Teile Berns neu die Gefahrenstufe 4 von 5 in puncto Hitze.
Der Bund warnt vor möglichen Kreislaufbeschwerden und rät dazu, mindestens 1,5 Liter pro Tag zu trinken – «am besten ungesüsste und alkoholfreie Getränke».
Und weiter schreibt MeteoSchweiz: «Meiden Sie körperliche Anstrengungen zur heissesten Tageszeit. Kontakt zu gefährdeten Personen in der Umgebung halten. Keine Personen oder Tiere im geparkten Auto zurücklassen.»
Hitze-Chaos: Tausende Schüler haben plötzlich schulfrei
Es ist heiss, viele Schüler können sich kaum konzentrieren und die Temperaturen in den Klassenzimmern steigen immer weiter an. Die Kantone Genf und Waadt haben nun auf die aktuellen Zustände reagiert.
Genf hat letzte Woche einen «congé de chaleur», also Hitzeferien, ausgerufen. Für sämtliche Kinder der ersten und zweiten Primarschule wurde das Schulobligatorium aufgehoben. Die Schulen bieten noch einen Hütedienst, aber keinen Klassenunterricht mehr an, heisst es in offiziellen Mitteilungen.
Die Waadt hat nun ebenfalls nachgezogen. Lehrpersonen sind aktuell noch mit Schülern auf Exkursionen unterwegs, klassischer Unterricht findet in 23 von 93 Schulen nicht mehr statt. In Bex durften rund 1200 Schülerinnen und Schüler gleich zwei Tage zu Hause bleiben.
Die Massnahmen unterscheiden sich jedoch stark zwischen den Schulen, selbst innerhalb derselben Region. Das Bildungsdepartement des Kantons überlässt die Entscheidungen den Schulleitungen, da Faktoren wie Gebäudezustand, lokale Temperaturen und geplante Aktivitäten unterschiedlich sind. Diese Autonomie führt zu teils überraschenden Ungleichheiten. Am 27. Juni beginnen in der Waadt die Sommerferien.
Ist das ein Downburst über dem Thunersee?
Am frühen Dienstagnachmittag fegte ein heftiges Gewitter über den Thunersee. Dies sorgte für spektakuläre Bilder. Ein Leserreporter fotografierte einen massiven Platzregen gegen 14.20 Uhr im Gebiet Heiligenschwendi. «Der Downburst war nur von kurzer Dauer, sorgte lokal jedoch für deutlich auffrischende Windböen sowie eine spürbare Abkühlung im betroffenen Gebiet», schildert der Mann.
Ob es sich wirklich um einen Downburst – also ein starker, lokal begrenzter Abwind innerhalb eines Gewitters – gehandelt hat, ist unklar. Meteorologe Klaus Marquardt von «Meteo News» geht aufgrund der gemessenen Windgeschwindigkeiten eher von einem Regenvorhang aus. Dabei platzt Niederschlag aus einer Wolke und verdunstet unterschiedlich stark. Dadurch entsteht visuell eine markante, fallende Wand, Säule oder ein diffuser Schleier.
Hitzefrei – ja oder nein?
Es ist ein Thema, das die Gemüter wortwörtlich erhitzt. Hitzefrei in Schulen oder auf der Arbeit. Wir haben nachgefragt, was ihr von der Idee hält.
Erste Hitzegewitter im Anmarsch
Kommt es heute wieder zu schweren Hitze-Unwettern? Aktuell ziehen bereits vereinzelt Gewitterzellen über die Schweiz. Für den Dienstagnachmittag hatte der Bund für die Region Schangnau-Sigriswil im Berner Oberland für kurze Zeit Gewitterwarnstufe 4 (grosse Gefahr) ausgerufen. Schliesslich wurde die Warnung wieder aufgehoben.
Gegen Abend dürfte es dann vor allem im Norden krachen. Wie die Wetterkarte von «Meteo News» zeigt, ziehen mehrere Zellen von Deutschland herkommend Richtung Süden.. Ab 16.30 Uhr warnt der Wetterdienst vor möglichen Gewittern im Raum Schaffhausen, Winterthur, Zürcher Unterland sowie Teile des Kanton Aargau.
Bereits am Freitag schüttete es im Kanton Zürich wie aus Kübeln. In der Stadt Zürich kam es zu schweren Schäden. Eine Jugendliche starb durch einen herabfallenden Ast.
Bist du selbst von dem Unwetter betroffen? Schick uns über unsere Whatsapp-Nummer 079 813 80 41 oder den Leserreporter-Button in der Blick-App deine Eindrücke.
Gemeinden erlassen Giessverbote
Während die Gluthitze die Schweiz weiterhin in der Zange hält, wird an vielen Orten das Wasser allmählich knapp. Einige Gemeinden rufen nun zum Wassersparen auf, andere haben bereits Giessverbote erlassen. So raten Gemeinden wie Sissach BL oder Pfungen ZH dazu, mit dem Trinkwasser möglichst sparsam umzugehen, um eine allfällige Wasserrationierung zu verhindern. So soll etwa auf die Bewässerung von Rasenflächen, auf das Waschen des Autos und auf das Nachfüllen von privaten Schwimmbecken verzichtet werden.
In der Aargauer Gemeinde Dottikon greift man härter durch: Hier dürfen Pflanzen, Obst und Gemüse ab Freitag nur noch sparsam mit der Giesskanne bewässert werden. In der Gemeinde Fahrwangen AG sind die Verbote noch deutlicher ausgeweitet. Grünflächen sowie Bäume, Sträucher und Pflanzen dürfen nicht mehr bewässert werden. Sämtliche Bewässerungssysteme (inkl. Rasensprenger, Regnern etc.) müssen abgeschaltet werden. Schwimmbäder, Planschbecken, Whirlpools, Teiche dürfen nicht mehr befüllt werden. Auch das Reinigen von Fahrzeugen, Vorplätzen, Fassaden, Dächern, Terrassen und ähnlichen Flächen mit Wasser ist nicht mehr erlaubt. Wer sich nicht an die Auflagen hält, muss mit einer Busse bis zu 2000 Franken rechnen.
Die Hitze bringt nicht nur Mensch und Tier ganz schön ins Schwitzen – auch die Pflanzen und Äcker leiden unter den extremen Temperaturen. Bist du Landwirt oder Hobbygärtnerin? Schicke uns Fotos, Videos und Nachrichten schriftlich per Whatsapp auf die Nummer 079 813 8041 oder via Mail an redaktion@blick.ch.
AKW Beznau muss Leistung wegen Hitze für zwei Tage halbieren
Die Gluthitze setzt aktuell nicht nur Mensch und Tier zu, auch die Energieversorgung wird dadurch gestört. Das Atomkraftwerk Beznau im Kanton Aargau hat die Europäische Strombörse (EEX) informiert, dass die Leistung der beiden Reaktoren des AKW aufgrund der Hitzewelle ab Dienstag um 13 Uhr für mindestens zwei Tage halbiert werden müsse.
Florian Kasser, Experte für Nuklearfragen bei Greenpeace Schweiz, kommentiert in einer Medienmitteilung: «Die Atomkraftwerke drosseln ihre Leistung bei Hitze, um die Fische und die Artenvielfalt zu schützen. Insbesondere die Fische sind aufgrund der hohen Temperaturen bereits gestresst. Sollte die Hitzewelle anhalten, muss Beznau vollständig abgeschaltet werden.»
Die Gluthitze überrollt die Schweiz
Jetzt nimmt die Schwitze-Hitze so richtig an Fahrt auf. Mittlerweile ist die Warnkarte von Meteo Schweiz von Rot nur so durchzogen. Grosse Hitzegefahr der Warnstufe 4 gilt nun von Schaffhausen, Aargau, Zürich, Luzern und Solothurn bis nach Waadt und Genf. Auch in Basel, rund um Sitten VS und im Sarganserland muss man sich auf grosse Hitzegefahr einstellen. Jetzt heisst es: Mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken, den Körper kühl halten und körperliche Anstrengungen zur heissesten Tageszeit vermeiden.
In Basel kletterte das Thermometer laut den von SRF Meteo ausgewerteten Meteoschweiz-Daten um 10 Uhr bereits auf 28,9 Grad. Auch in Bern schwitzte man bereits bei 27,4 Grad. In Genf wurde es bei 27,8 Grad richtig heiss, ebenso in Luzern und Neuenburg bei 27,7 Grad.
Kanton führt Verbot für Wasserentnahmen ein
Der Kanton St. Gallen warnt am Dienstag vor erheblicher Gefahr durch Trockenheit. «Die bereits tiefen Wasserstände in Oberflächengewässern und im Grundwasser sinken weiter, die Wassertemperaturen sind vielerorts hoch», heisst es in einer Mitteilung. Deshalb schränkt der Kanton nun den Gemeingebrauch von öffentlichen Oberflächengewässern von Wasser ein. Die Einschränkung gilt im gesamten Kanton per sofort und bis auf Weiteres für unbestimmte Zeit.
Was heisst das? Wasserentnahmen sind auf dem gesamten Kantonsgebiet ohne Bewilligung untersagt. Ausgenommen vom Verbot sind der Bodensee, Walensee und Zürichsee, der Alpenrhein, der Vilterser-Wangser-Kanal ab Sargans, der Rheintaler und Werdenberger Binnenkanal, der Alte Rhein bei Diepoldsau und der Alte Rhein ab St. Margrethen, die Linth und der Linthkanal.
Für die Regionen St.Gallen-Rorschach, Rheintal, Werdenberg, Untertoggenburg und Linthgebiet wurde die Naturgefahrenstufe für Trockenheit auf Stufe 3 (erhebliche Gefahr) erhöht. Im Neckertal und Fürstenland bleibt sie auf Stufe 3. Im Obertoggenburg, Sarganserland und Seeztal gilt Stufe 2 (mässige Gefahr).
Im Kanton Thurgau gilt bereits seit 19. Juni ein Verbot für Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern.
Schon 24 Grad in Basel um 8 Uhr
Zeit für ein Znüni und einen weiteren Zwischenstand bei den Temperaturen. Laut den von SRF Meteo ausgewerteten Meteoschweiz-Daten hat das Thermometer in weiteren Orten die 20-Grad-Marke geknackt. Und in anderen Orten nähern sich die Temperaturen immer mehr den 25 Grad an.
Um 8 Uhr hat auch Bern die 20-Grad-Marke geknackt: Hier herrschten bereits 23,4 Grad. Auch in La Chaux-de-Fonds NE ist man mit 20,8 Grad über die Marke geklettert. In Payerne VD kletterte das Thermometer bereits auch auf 21,7 Grad. Und in Sitten VS erreichte die Temperatur 22,4 Grad.
In den Orten, die bereits um 6 Uhr die 20-Grad-Marke erreicht hatten, geht es mit den Temperaturen kontinuierlich bergauf. So wurden in Basel um 8 Uhr bereits 24 Grad erreicht! In Chaumont NE und Neuenburg ging die Temperatur auf 23,7 Grad hoch. Dicht darauf folgte Genf mit 23,6 Grad. Im Süden herrschten in Locarno 24,8 Grad und in Lugano 23,7 Grad.