Ex-Skisprung-Star Hannawald teilt aus
«Bis der Letzte merkt, dass das Bescheissen vorbei ist»

Für Timi Zajc ist die Vierschanzentournee nach zwei Disqualifikationen zu Ende. Ex-Tournee-Sieger Sven Hannawald findet deutliche Worte für den Slowenen.
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Für Timi Zajc ist die Vierschanzentournee nach zwei Disqualifikationen zu Ende.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Timi Zajc bei Vierschanzentournee wegen Anzug-Verstössen disqualifiziert
  • ARD-Experte Hannawald nennt Zajcs Verhalten «respektlos und dumm»
  • Domen Prevc wird Zweiter in Innsbruck; Sandro Hauswirth auf Platz 18
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Julian SigristRedaktor Sport

Es war ein Skandal, der die Skisprungwelt erschütterte. An der Nordisch-WM in Trondheim (No) im vergangenen März manipulierten norwegische Betreuer die Anzüge ihrer Springer. Die Athleten wussten davon nichts. Mehrere norwegische Springer wurden daraufhin disqualifiziert, unter anderem verlor Marius Lindvik (27) seine Silbermedaille auf der Normalschanze.

Rund zehn Monate später ist die Manipulation von Anzügen wieder eines der Hauptthemen in der Skisprungszene – diesmal an der Vierschanzentournee. Der Slowene Timi Zajc (25) wurde sowohl beim Auftakt in Oberstdorf (D) als auch beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen (D) disqualifiziert. Während sein Anzug beim ersten Springen noch drei Millimeter zu kurz war, waren es am Neujahrstag vier Millimeter. Wegen des wiederholten Verstosses wurde Zajc von der restlichen Tournee ausgeschlossen.

«Respektlos und dumm»

ARD-Experte und Skisprunglegende Sven Hannawald (51), der 2002 selbst die Tournee gewonnen hatte, spricht im Interview mit Sport1 Klartext: «Da habe ich zwei Worte für: respektlos und dumm! Das beschreibt genau das, was dieser Typ ist. Ich weiss nicht, wie er denkt oder wie er aufgewachsen ist. Aber wenn ich sehe, dass er sich erst sogar noch lustig macht über das Reglement und sagt: ‹Na gut, dann ziehe ich halt ein bisschen am Anzug.› Da weiss ich gar nicht, was ich sagen soll.»

Nach der Disqualifikation in Oberstdorf hatte sich Zajc in einer Instagram-Story zu Wort gemeldet: «Was für ein schöner Wettkampf ... Lasst uns den Anzug ein bisschen stretchen, vielleicht ist dann in Garmisch-Partenkirchen alles okay.»

Aus Sicht von Hannawald solle der Slowene «gerne so weitermachen». «Dann sieht er vielleicht im restlichen Weltcup-Programm noch drei, vier Wochenenden, weil er rechts und links immer seine Gelben und Roten Karten kriegt. Dann gibt es immer längere Sperren und dann kann er zu Hause bleiben», teilt er weiter aus.

Die Aufgabe der FIS sei es nun, strikt zu bleiben und weiterhin alle Springer rauszuwerfen, «bis der letzte Kopf merkt, dass das Bescheissen jetzt vorbei ist», so Hannawald gegenüber der ARD. Wenn man das durchziehen würde, seien die Mogler irgendwann weg von der Bildfläche. Das, was übrig bleibe, «glaubt an Skispringen und weiss, es gibt Regeln und die halten wir ein».

Prevc in Innsbruck geschlagen

Während mit Zajc ein Slowene für negative Schlagzeilen sorgt, dominiert ein anderer die Tournee – auch wenn es Domen Prevc (26) im dritten Springen nicht ganz für den Sieg reicht. Nach zwei deutlichen Siegen zum Auftakt muss er sich in Innsbruck (Ö) ganz knapp hinter dem Japaner Ren Nikaido (24) mit dem zweiten Rang begnügen. Bester Schweizer wird Sandro Hauswirth als 18. Mit Gregor Deschwanden (24.) und Felix Trunz (29.) schaffen zwei Weitere den Sprung in die Punkte.

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