Vom Mountainbike auf die Latten
Nino Schurter erlebt denkwürdige Engadiner-Premiere

Nino Schurter ist im September vom Profi-Bikesport zurückgetreten – und kann offensichtlich nicht ohne Wettkampf: Beim Engadin Skimarathon erreicht er den 80. Platz. Mit dabei: Das zwei Monate alte Söhnchen Leo Storm.
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Nino Schurter hat sein Ziel erreicht und ist happy: Er fuhr am Engadin Skimarathon auf Platz 80.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nino Schurter erreicht beim Engadin Skimarathon Platz 80 bei über 12’000 Teilnehmern
  • Trotz Stürzen und Hindernissen erfüllt sich der Mountainbiker einen lang gehegten Traum
  • Mit Startnummer 260 beendet er die 42 Kilometer in den Top 100
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Yara VettigerRedaktorin Sport

Nino Schurter (39) hat am Wochenende gezeigt, dass er nicht nur auf zwei Rädern glänzen kann, sondern auch auf zwei Latten. Beim legendären Engadin Skimarathon kämpfte sich der Mountainbike-Olympiasieger auf Rang 80 – und das bei über 12'000 Teilnehmern, die sich über die 42 Kilometer von Maloja nach S‑chanf quälten. 

Der Skimarathon stand schon lange auf Schurters Radar. Viele Trainingsstunden hat er in den letzten Jahren auf den Langlaufskiern absolviert. «Ich habe den Engadin Skimarathon schon immer im Auge gehabt», erzählt der Bündner. Während seiner aktiven Bike-Karriere habe es aber nie gepasst: Immer wieder standen Velorennen im Kalender. Jetzt, mit etwas mehr Freiraum, konnte er sich den Traum endlich erfüllen.

Schurter purzelt dreimal in den Schnee

Mit Startnummer 260 reiht sich der 39-Jährige am Sonntagmorgen ins riesige Teilnehmerfeld ein. «Das oberste Ziel wäre Top 100 – wenn ich das schaffe, wäre das ganz cool!», sagte sich Schurter vor dem Start. Am Ende erreicht er trotz Hindernissen genau das. Schon früh kommt es zu Gedränge im Feld. Einmal findet Schurter sogar eine Lücke und dringt ganz nach vorne vor, da passiert das Malheur: «Einer ist mir auf den Stockteller gestanden – und ich bin leider direkt wieder in den grossen Pulk zurückgefallen.» Solche Szenen gehören beim Massenstart aber dazu, das weiss Schurter. «Bei so einem Rennen kommt eigentlich niemand komplett sauber durch.» 

Ganz ohne Blessuren bleibt der Ausflug auf die schmalen Latten nicht: Drei Stürze muss der Profi wegstecken. Doch Schurter lacht: «Meine Technik ist nicht die beste, aber den Motor habe ich!» Der Unterschied zum Mountainbike sei deutlich spürbar, aber: «Die Beine tun einfach an anderen Stellen weh!» 

Langlaufen sei für ihn ohnehin immer ein idealer Ausgleich gewesen. Viele Profis nutzen den Wintersport als Konditionstraining. Die perfekte Technik lernt man aber nicht einfach über Nacht: «Wenn man nicht als Kind angefangen hat, ist es extrem schwierig, das noch aufzuholen. Mit 40 noch die perfekte Technik hinzukriegen, ist wahrscheinlich unmöglich.» Der Spass am Sport steht für ihn im Vordergrund.

Gefeiert wird der Top-100-Coup nicht gross. «So ein riesiger Erfolg war das jetzt auch nicht», meint Schurter schmunzelnd. Stattdessen geniesst er mit seiner Partnerin, der dänischen Mountainbikerin Malene Degn (29), ein paar entspannte Tage im Engadin. Drei Tage bleiben sie noch in einem schönen Hotel in Pontresina, bevor der Alltag wieder beginnt.

Mit dabei ist auch der neue Mann in der Familie: Söhnchen Leo Storm, der erst im Dezember 2025 auf die Welt gekommen ist. «Er hat auch zugeschaut. Ich weiss zwar nicht, ob er gemerkt hat, was da passiert ist!», sagt Schurter und lacht. Und wie geht es sportlich weiter? Der Winter ist nun für ihn abgeschlossen. «Die Ski kommen jetzt in den Keller, jetzt nehme ich wieder das Velo hervor.» Der Frühling steht vor der Tür, und für die Bündner Bike-Legende beginnt wieder die Zeit auf zwei Rädern.

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