Olympia im Glace-Paradies Italien
Bei Sprint-Königin Fähndrich dreht sich alles ums Gelato

Olympia-Hoffnungsträgerin Nadine Fähndrich hat privat einen engen Bezug zu Italien. Und obendrauf kommt noch ihre Leidenschaft für die Glace, bei deren Handwerk sich die beste Schweizer Langläuferin aller Zeiten immer mehr zur Expertin mausert.
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Nadine Fähndrich trifft Blick während der Saisonvorbereitung auf eine Glace.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

  • Nadine Fähndrich nennt ihre eigene Trainingsgruppe «Team Gelato»
  • Sie hat zwei Kilo Glace-Masse aus Sardinien nach Hause mitgebracht
  • Mit diesen Kugeln würde sie sich für Olympia-Edelmetall belohnen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marco PescioReporter Sport

Gelato! Im Leben von Top-Sprinterin Nadine Fähndrich (30) ist das die Antwort auf viele Fragen. Es ist ihre Lieblingsspeise, natürlich die Belohnung bei einer möglichen Olympiamedaille – und selbst die von Swiss-Ski losgelöste Trainingsgruppe, die sie mit Bruder Cyril (26) und Coach Ivan Hudac (54) bildet, trägt den Namen «Team Gelato».

Die Eigenthalerin hat keine italienische Wurzeln, dennoch pflegt sie mit dem Land, das gerade die Winterspiele veranstaltet, eine enge Beziehung. Seit vielen Jahren ist ein Italien-Abstecher fester Bestandteil ihrer Saisonvorbereitung. Weil ihre Familie zu ihrem Stockausrüster ein freundschaftliches Verhältnis hat, ist ein Mix aus Ferien und Trainingslager auf Sardinien längst Tradition. Und wenig überraschend steht an der Costa Paradiso auch ihre Lieblings-Gelateria, bei der sie sich im letzten Sommer sogar für zu Hause eingedeckt hat. «Wir haben zwei Kilogramm Masse abpacken lassen und dann daheim mittels Glacemaschine wieder aufbereitet», erzählt Fähndrich. Allerdings sei der Vorrat im Nu wieder verputzt gewesen, ergänzt sie lachend. Die Sorte wähle sie übrigens «immer nach Stimmung aus».

Ob sie einst eine eigene Gelateria eröffnen wird? Ganz ausschliessen mag es die letztjährige WM-Dritte nicht, zumindest hat sie sich schon mal darüber informiert, dass es nahe Bologna eine Gelato-Universität gibt, wo einem das Handwerk vom Eismaschinenhersteller Carpigiani beigebracht wird.

Nicht zu viel – sonst reklamiert die Leber

Doch aller Liebe zum Trotz: Unmengen ihres bevorzugten Desserts kann Fähndrich nicht verspeisen, wie sie sagt: «Im Sommer ist meine Linie weniger strikt, doch ab November verzichte ich eigentlich ganz darauf.» Der Grund: Weil in den Sportgetränken, die sie in Trainings und den Wettkämpfen zu sich nimmt, viel Zucker enthalten ist, reduziere sie ihren Konsum im Alltag. Sie mache dies auch zwecks Schonung ihrer Leber, die sich ansonsten schmerzhaft bemerkbar mache, so Fähndrich.

Allerdings: Sollte ihr grosser Medaillentraum an diesen Winterspielen wahr werden, würde sie sich «wohl schon etwas gönnen». Dann dürften es sogar gleich mehrere Glacekugeln werden. Warum nicht ein Mix mit den von ihr ausgewählten Sorten Schlumpfglace, Mango, schwarzer Sesam, Pistazie und Erdbeere? Natürlich als Hommage an die fünf Farben der olympischen Ringe – Blau, Gelb, Schwarz, Grün und Rot.

Beste Erinnerungen an den Olympiaort

Möglich, dass Fähndrich die Belohnung erst nach dem Teamsprint vom 18. Februar zulässt. Dort ist sie, wohl zusammen mit Anja Weber (24), ebenfalls eine Medaillenkandidatin. Erst einmal gilt ihr Fokus jedoch dem Einzelsprint diesen Dienstag, in dem sie ihre Olympia-Tränen von Peking vergessen machen kann. Damals lief sie auf den guten, aber undankbaren fünften Platz.

Jetzt aber will sie im Val di Fiemme, wo sie im Weltcup bereits einen Sprint-Sieg und einen zweiten Platz vorzuweisen hat, unbedingt aufs Treppchen steigen. Die Strecke wird für den olympischen Klassisch-Sprint zwar modifiziert, Teile werden aber gleich sein. Und Fähndrich gehört als 26-fache Weltcup-Podestläuferin so oder so zu den Top-Favoritinnen. Umso mehr, wenn ein paar Kugeln Gelato winken.

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