Darum gehts
- Biathlet Sivert Guttorm Bakken (27) stirbt am 23. Dezember 2025 in Italien
- Höhentrainingsmaske war bei seinem Tod im Einsatz
- Norwegischer Professor arbeitete mit Herstellerfirma Altitude Zone
Der unerwartete Tod des Norwegers Sivert Guttorm Bakken (†27) beschäftigt die Biathlon-Szene weiter. Vieles ist unklar und sorgt für Gerüchte. In dieser Woche wollen die Behörden den Untersuchungsbericht zum tragischen Unglück veröffentlichen. Das sorgt bei einigen Verantwortlichen für grosse Nervosität.
Bakken wurde am 23. Dezember 2025 leblos in seinem Hotelzimmer im italienischen Lavazè aufgefunden. Zwei Tage zuvor war der Biathlet noch bei einem Weltcup-Rennen am Start gewesen.
Bei den Ermittlungen zum Todesfall steht eine Höhentrainingsmaske im Zentrum. Dabei handelt es sich um ein Gerät, dass die Sauerstoffzufuhr einschränkt und so Verhältnisse eines Höhentrainings simuliert. Bakken trug bei seinem Tod so eine Maske. Diversen Medienberichten zufolge soll sie beim tödlichen Vorfall auf 7000 Meter über Meer eingestellt gewesen sein.
Noch im Januar sagte der norwegische Biathlon Entwicklungschef Anders Brun Hennum (38), dass diese Masken zum fixen Equipment des Teams gehört würden. Davon will man jetzt nichts mehr wissen.
Nutzten die Athleten die Masken auf eigene Faust?
Wie die norwegische Tageszeitung «Dagbladet» berichtet, wussten zwar offenbar alle im Team, dass gewisse Athleten die umstrittenen Höhentrainingsmasken einsetzten. «Die Athleten, die sich diese Ausrüstung beschafft haben, haben dies aber auf eigene Faust getan», erklären die verantwortlichen norwegischen Trainer nun in einer Stellungnahme.
Brisant ist offenbar auch die Rolle eines Professors, der nun immer öfter im Fall Bakken genannt wird. Den Athleten bei der Masken-Beschaffung geholfen haben soll nämlich Bent Rönnestad (50). Der norwegische Forscher an der Innland-Universität in Lillehammer war bis vor wenigen Tagen auch beim norwegischen olympischen Komitee als Berater tätig. Und Rönnestad ist berüchtigt.
Zwar zählt der Wissenschaftler zu den führenden Forschern im Bereich des Ausdauersports. Doch der Norweger sorgte mit seinen Methoden auch für Kritik, weil er beispielsweise Athleten mit Fieber trainieren liess, um dabei mehr rote Blutkörperchen in den Blutkreislauf zu bringen.
Rönnestad erklärt sich – bleibt aber vage
Rönnestad bestätigt, dass er den Kontakt zwischen norwegischen Biathleten und der Herstellerfirma der umstrittenen Höhenmasken herstellte. Ob Sivert Bakken zu den Athleten gehört, die um eine Vermittlung gebeten hatten, möchte Rönnestad aber nicht preisgeben.
«Generell kann ich sagen, dass jeder, der uns nach der Ausrüstung in unseren Forschungsprojekten fragt, eine Antwort erhält», erklärt sich Rönnestad zu dem brisanten Thema. Einige Athleten hätten Informationen zu Lieferanten der Höhenmasken angefordert – und erhalten. «Mir ist aber nicht bekannt, ob Athleten diese Ausrüstung erhalten haben.»
Rücktritt von Berater-Job
Bis 2021 hatte der norwegische Biathlon-Verband den Gebrauch der Masken untersagt. Seit Bakkens Tod raten die Verantwortlichen wieder von den Geräten ab: «Bis zur Klärung der Sachlage in diesem tragischen Fall wurde beschlossen, dass von der Nutzung simulierter Höhe für Athleten abgeraten wird», heisst es in einer kurz nach Bakkens Tod versandten Mitteilung.
Mittlerweile ist Rönnestad von seinem Berater-Posten der Norweger zurückgetreten. Er bestreitet aber, dass dieser Schritt etwas mit dem Tod von Bakken zu tun hat.