Coco Gauffs Frust nach ihrem klaren Viertelfinal-Aus bei den Australian Open gegen Elina Svitolina (1:6, 2:6) sorgt für Gesprächsstoff. Die 21-Jährige sucht im Melbourne Park vergeblich nach einem Ort, um ihren Ärger ungestört rauszulassen. Stattdessen wird sie dabei gefilmt, wie sie hinter einem Mäuerchen ihren Schläger zertrümmert.
«Ja, ich habe versucht, mich an einen Ort zu begeben, an dem es nicht gefilmt wird, aber offensichtlich wurde es doch gefilmt», erklärt Gauff später auf der Pressekonferenz.
Iga Swiatek, die im Viertelfinal gegen Jelena Rybakina ausscheidet, zeigt Verständnis für die Frustration ihrer Kollegin. Die Polin äussert sich kritisch über die zunehmende Überwachung im Tennis: «Die Frage ist: Sind wir Tennisspieler oder sind wir wie Tiere im Zoo, die sogar beobachtet werden, wenn sie aufs WC gehen?» Ein Vergleich, den sie kurz danach revidiert: «Okay, das war natürlich übertrieben, aber es wäre schön, etwas Privatsphäre zu haben.»
In Wimbledon und Paris läufts besser
Swiatek betont, dass es für Profis wichtig sei, Rückzugsorte zu haben, um sich auf technische oder taktische Details zu konzentrieren. «Es wäre auch schön, seinen eigenen Freiraum zu haben und nicht immer beobachtet zu werden», erklärt sie. Als positives Beispiel nennt Swiatek die Trainingsplätze in Wimbledon oder Roland Garros, die nur für akkreditierte Personen zugänglich seien.
Das Fehlen solcher Rückzugsorte bei anderen Turnieren sieht Swiatek kritisch. «Es ist unmöglich. Man wird ständig beobachtet – wenn nicht von Fans mit Ground-Pässen, dann von Kameras», erklärt sie. Dabei betont Swiatek, dass sie die mediale Begleitung des Sports nicht infrage stelle. «Wir sollen auf dem Platz und in der Presse beobachtet werden. Das ist unser Job.» Aber nicht alles sei notwendig: «Es ist nicht unser Job, ein Meme zu sein, wenn man seine Akkreditierung vergisst. Ja, das ist lustig, die Leute haben etwas zu reden. Aber für uns ist das, denke ich, nicht notwendig.»
Djokovic scherzt über Dusch-Kameras
Auch bei den Männern sind die omnipräsenten Kameras ein Thema. «Ich bin überrascht, dass wir keine Kameras haben, während wir duschen», scherzt Novak Djokovic. Der Serbe hat sich inzwischen aber damit abgefunden: «Es gibt eine kommerzielle Nachfrage. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Content alles ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich dieser Trend umkehren lässt. Aber manchmal willst du einfach abschalten und dich selbst sein.»