Darum gehts
- Tennistalent Mika Brunold (21) ist schwul
- Der Baselbieter hat sich bewusst für ein öffentliches Coming-Out entschieden
- Er möchte das Thema im Sport präsenter machen
Das aufstrebende Schweizer Tennistalent Mika Brunold (21) teilt auf Instagram einen ganz persönlichen Beitrag. Der Baselbieter, der in der Weltrangliste aktuell Platz 307 belegt, schreibt: «Es ist Zeit, mich zu öffnen und euch mitzuteilen, dass ich schwul bin.»
Der Swiss-Tennis-Youngster hat sich bewusst für das Coming-Out entschieden, obwohl er der Meinung ist, dass es «in einer idealen Welt keinen Grund gibt, sich überhaupt outen zu müssen». Er tue dies jedoch, um einerseits «für mich einen Schritt zu machen». Und andererseits, weil er das Gefühl habe, «dass darüber im Sport noch nicht genug gesprochen wird».
Brunold, dessen Grossvater die FCB-Legende Otto Demarmels (77) ist, führt in seinem Post weiter aus: «Als professioneller Tennisspieler habe ich unzählige Stunden damit verbracht, an meinem Spiel, meinem Körper und meiner Einstellung zu arbeiten. Etwas vom Wichtigsten, das ich dadurch gelernt habe, ist, dass Erfolg auf dem Platz nicht nur mit körperlicher Geschicklichkeit zu tun hat – es geht darum, deine Persönlichkeit zu entdecken und sich selbst treu zu bleiben.»
«Nie eine Option, mich zu verstecken»
Er habe sich lange darüber Gedanken gemacht, wie er mit diesem Thema an die Öffentlichkeit gehen solle: «Und während es sich nicht immer einfach gestaltete, war es nie eine Option, mich zu verstecken oder jemand zu sein, der ich nicht bin.»
Andere Schweizer Tennis-Aushängeschilder wie Stan Wawrinka (40), Leandro Riedi (23), Viktorija Golubic (33) oder Ex-Federer-Coach Severin Lüthi (49) reagierten mit Likes oder zusprechenden Kommentaren. Eva Lys (23), die aktuell beste deutsche Tennisspielerin, postete dazu applaudierende Hände, die belgische Legende Kim Clijsters (42) ein Herzchen.
Brunold betont in seinem veröffentlichten Schreiben: «Schwul zu sein, bedeutet nicht nur, das gleiche Geschlecht zu lieben. Es heisst auch, dass man mit Dingen umgehen muss, über die die meisten Menschen gar nicht nachzudenken haben. Die Angst, nicht akzeptiert zu werden, der Druck, still zu bleiben, das Gefühl, anders zu sein. Aber ich bin gewachsen. Und ich bin stolz darauf, wer ich heute bin.»
Diese Person könne er nur sein, weil er ein starkes Umfeld habe, so Brunold abschliessend: «Ich bin jedem zutiefst dankbar, der mich unterstützt hat.»