Darum gehts
- Leandro Riedi kehrt nach weiterer OP zurück und startet in Australian-Open-Quali
- Nach vielen Jahren bei Swiss Tennis verlässt der Zürcher seine langjährige Basis
- Es bleiben bis Juni noch fünf Turniere, die er mit geschütztem Ranking spielen darf
Da strotzt jemand vor Tatendrang: Kein Wunder, bei der Tortur, die Leandro Riedi (23) hinter sich hat. Der Zürcher Tennis-Hoffnungsträger musste im letzten Herbst die dritte Operation innerhalb von 13 Monaten über sich ergehen lassen. Am Anfang war ein Eingriff am Knie gestanden, dann kam ein Unfall während der Reha an derselben Stelle dazu – und schliesslich eine operative Behandlung der Leiste. Dazwischen hatte Riedi an den US Open zum Sensationslauf angesetzt, der ihn bis in den Achtelfinal führte. Doch seither war der Mann aus Bassersdorf ZH wieder zum Zuschauen verdammt.
Jetzt aber kann Riedi endlich sein Comeback geben. Nach rund zwei Monaten «Durchtrainieren ohne Rückfälle» nimmt er ab Dienstag die Australian-Open-Quali in Angriff. Und das, nachdem er auch neben dem Platz für frischen Wind gesorgt hat: Nach vielen Jahren an seiner Ausbildungsstätte in Biel, hat Riedi Swiss Tennis den Rücken zugekehrt. Das Nationale Leistungszentrum ist nicht mehr seine Basis. Das habe vor allem mit der Suche nach neuen Reizen zu tun, erläutert er: «Ich bin dem Verband sehr, sehr dankbar für alles – und kann jedem jungen Spieler diesen Weg uneingeschränkt empfehlen. Doch ich für meinen Teil muss nun weiterziehen.»
Zwei erste Schweizer Erfolge gibt es in Melbourne bereits zu verbuchen. Rebeka Masarova (WTA 115) ist in der Nacht auf Montag mit einem Sieg über die Russin Alina Tscharajewa (6:3, 6:7, 7:6) in die Quali gestartet. Und Jérôme Kym (ATP 186) schlug zum Auftakt den Bolivianer Juan Carlos Prado Angelo (ATP 209/6:3, 6:0). Beide stehen am Mittwoch wieder im Einsatz.
Am Dienstag werden auch Leandro Riedi (ATP 180) sowie Henry Bernet (ATP 509) ins Qualifikationsturnier einsteigen, in dem es drei Runden zu überstehen gilt. Bernet hat als letztjähriger Junioren-Sieger des Turniers eine Wildcard erhalten.
Vier andere Schweizer Exponenten stehen derweil schon fix im Hauptfeld: Stan Wawrinka (ATP 139) kommt in seinem letzten Jahr auf der Tour in den Genuss einer Wildcard fürs Hauptturnier. Bei den Frauen haben es Belinda Bencic (WTA 10), Viktorija Golubic (WTA 81) und Simona Waltert (WTA 86) übers Ranking ins Tableau geschafft. Die erste Hauptrunde beginnt am kommenden Sonntag.
Zwei erste Schweizer Erfolge gibt es in Melbourne bereits zu verbuchen. Rebeka Masarova (WTA 115) ist in der Nacht auf Montag mit einem Sieg über die Russin Alina Tscharajewa (6:3, 6:7, 7:6) in die Quali gestartet. Und Jérôme Kym (ATP 186) schlug zum Auftakt den Bolivianer Juan Carlos Prado Angelo (ATP 209/6:3, 6:0). Beide stehen am Mittwoch wieder im Einsatz.
Am Dienstag werden auch Leandro Riedi (ATP 180) sowie Henry Bernet (ATP 509) ins Qualifikationsturnier einsteigen, in dem es drei Runden zu überstehen gilt. Bernet hat als letztjähriger Junioren-Sieger des Turniers eine Wildcard erhalten.
Vier andere Schweizer Exponenten stehen derweil schon fix im Hauptfeld: Stan Wawrinka (ATP 139) kommt in seinem letzten Jahr auf der Tour in den Genuss einer Wildcard fürs Hauptturnier. Bei den Frauen haben es Belinda Bencic (WTA 10), Viktorija Golubic (WTA 81) und Simona Waltert (WTA 86) übers Ranking ins Tableau geschafft. Die erste Hauptrunde beginnt am kommenden Sonntag.
Für Riedi ist es ein bewusster Schnitt, eine Loslösung vom Ort, an dem er mehrere, emotional schwierige Rehas absolvierte. Ausserdem sei das gemachte Nest in Biel, wo er alles und jeden kennt, einfach sehr komfortabel gewesen: «Jetzt ist es Zeit, den unbequemen Weg zu gehen. Und Zeit, so richtig zu investieren.»
Fast alle Trainer bleiben – Monaco ruft
Er werde auf Inputs von einem neuen Konditionstrainer setzen, den er baldmöglichst installieren wolle. Und auf die eine oder andere neue Basis, etwa in Monaco, wo er mit guten Kontakten wie Kanadas Shootingstar Gabriel Diallo (24, ATP 40) oder dem letztjährigen, monegassischen Sensationsmann Valentin Vacherot (27, ATP 31) zusammenspannen könnte. Die Coaches Yannik Steinegger und Thiemo Scharfenberger bleiben allerdings an Bord, genauso wie Ex-Fussball-Nati-Physio Stephan Meyer.
Dass Riedi letzten Herbst ausgerechnet nach dem grössten Erfolg seiner Karriere erneut unters Messer musste, hat ihn arg getroffen. Dafür gibt es aber gute News vonseiten der ATP: Riedi kann die Zeit, in der er mit geschütztem Ranking bei Turnieren anklopfen darf, bis Juni verlängern. Konkret bleiben ihm noch fünf Möglichkeiten. Heisst: Er könnte beispielsweise die Quali für die Masters in Indian Wells und Miami spielen. Zunächst aber träumt er von seinem Hauptfeld-Debüt an den Australian Open. Und in erster Linie – von einem gesunden Jahr.