Glänzende Ausgangslage für Bencic in Melbourne
Fünf heisse Fragen vor erstem Tennis-Kracher des Jahres

Belinda Bencic geht wieder als grosser Schweizer Trumpf ins Turnier, Stan Wawrinka steht vor seinem letzten Tanz am Ort seines Triumphes 2014 – und Carlos Alcaraz fehlt ein letztes Grand-Slam-Puzzleteil. Eine Auslegeordnung vor den am Sonntag startenden Australian Open.
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Belinda Bencic wurde beim United Cup ausgezeichnet – und ist vor Melbourne in Topform.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Belinda Bencic startet mit starker Frühform bei den Australian Open 2026
  • Novak Djokovic kämpft wieder einmal mit seinem Körper
  • Stan Wawrinka braucht die idealen Rahmenbedingungen – Party gibts so oder so
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marco PescioReporter Sport

Ist Bencic bereit für den grossen Coup?

Um ihre Frühform in diesem Jahr werden sie so einige Konkurrentinnen beneiden: Belinda Bencic (28) hat die Schweiz beinahe zum Triumph am United Cup geführt, ehe im Final gegen Polen das Doppel die Niederlage besiegelte. Bencic aber ging als die grosse Siegerin des Turniers hervor: mit einer Bilanz von 5:0 Siegen, der Auszeichnung zur wertvollsten Spielerin – und jeder Menge Schwung für die Australian Open. Nach ihrem Traum-Comebackjahr 2025 hat sie heuer mit dem Top-10-Vorstoss ihr erstes grosses Ziel bereits erreicht. Fehlt nur noch der Grand-Slam-Triumph auf der Liste? Nun, erste Anwärterin darauf ist sie in Melbourne nicht. Zum Kreis der Geheimfavoritinnen gehört sie aber allemal. Zumal die Ausgangslage so vielversprechend ist wie schon lange nicht mehr – wegen Form und Ranking, aber auch, weil sie zuletzt mit Jasmine Paolini und Iga Swiatek zwei Spielerinnen von Spitzenformat schlug. Fest steht allerdings auch: Ihre Auftaktaufgabe namens Katie Boulter (WTA 113), im Vorjahr noch die Nummer 24 der Welt, ist machbar, aber knifflig. Ihre mögliche zweite Gegnerin, Daria Kasatkina (WTA 48), ebenso. Im Achtelfinal könnte Aufschlagriesin Jelena Rybakina (WTA 5) warten. Marschiert sie durch diese Anfangsphase so durch wie beim United Cup, dann läuten die Alarmglocken für die Konkurrenz noch schriller.

Die Schweizer Partien an den Australian Open

Am Montag:

Simona Waltert (WTA 86) – Amanda Anisimova (USA, WTA 4)

Stan Wawrinka (ATP 139) – Laslo Djere (Srb, ATP 91)

Am Dienstag:

Belinda Bencic (WTA 10) – Katie Boulter (Gb, WTA 113)

Viktorija Golubic (WTA 81) – Varvara Gracheva (Fr, WTA 74)

Das Turnier beginnt am Sonntag. Die Erstrundenpartien sind verteilt bis Dienstag, ab Mittwoch folgt die zweite Runde.

Am Montag:

Simona Waltert (WTA 86) – Amanda Anisimova (USA, WTA 4)

Stan Wawrinka (ATP 139) – Laslo Djere (Srb, ATP 91)

Am Dienstag:

Belinda Bencic (WTA 10) – Katie Boulter (Gb, WTA 113)

Viktorija Golubic (WTA 81) – Varvara Gracheva (Fr, WTA 74)

Das Turnier beginnt am Sonntag. Die Erstrundenpartien sind verteilt bis Dienstag, ab Mittwoch folgt die zweite Runde.

Stehen zu viele Fragezeichen hinter dem Namen Djokovic?

Novak Djokovic (38) ist die grosse Wundertüte des Turniers. Wieder einmal. In den letzten Tagen kursierten Berichte, wonach er über Nackenbeschwerden klage und deshalb nicht gescheit aufschlagen könne. Das mag eine kleine, unbedeutende Blessur darstellen. Es unterstreicht aber auch, wie fragil sein Körper mittlerweile ist. Und es folgt auf die Meldung, die vor Wochenfrist reinflatterte, als der 24-fache Grand-Slam-Sieger Adelaide absagen musste, weil er sich «physisch nicht bereit» fühlte. Wie fit Djokovic wirklich ist, wird sich wohl erst im Verlaufe des Turniers zeigen – wenn er von den Gegnern und der australischen Hitze richtig getestet wird. Spielerisch? Können ihm immer noch sehr wenige etwas vormachen. 2025 stand er bei jedem Grand-Slam-Turnier im Halbfinal. Nur: Den Ansprüchen eines Novak Djokovic genügt dies freilich nicht. Viele Experten sind der Meinung: Wenn Djokovic noch einmal zuschlägt, dann in Australien oder Wimbledon. Nur tummeln sich diesmal wohl tatsächlich zu viele Fragezeichen hinter seinem Namen.

Sein Zustand gibt Rätsel auf: Novak Djokovic geht trotzdem als Mit-Favorit in die Australian Open.
Foto: Getty Images

Reicht es Wawrinka zu mehr als nur einer Runde Applaus?

Ja, aber nur unter der einen oder anderen Bedingung. Stan Wawrinka muss das hohe Level, das er am United Cup zeigte, beibehalten können. Sein Erstrundengegner Laslo Djere (ATP 91) sollte nicht gerade den besten Tag des Jahres einziehen. Und ausserdem wären bei seinen letzten Australian Open möglichst kurze, nicht über fünf Sätze dauernde Partien gut. Zugegeben, das sind etwas viele Szenarien, die eintreffen müssten. Doch es ist die Realität des bald 41-jährigen Mannes, der heuer auf Abschiedstour ist. Die Wildcard ist ein nettes Geschenk des Veranstalters. Aber dass der Melbourne-Sieger von 2014 daraus einen Sensationslauf macht, darf nicht erwartet werden. Eine Party wird es trotzdem: Riesige Fan-Unterstützung und ordentlich Brimborium sind dem populären Romand zumindest für eine Partie sicher.

Kann Alcaraz über seinen Melbourne-Schatten springen?

Er triumphierte je zweimal in Paris, Wimbledon und New York, aber noch nie in Melbourne. Carlos Alcaraz (22) und die Australian Open – das hat bislang noch nicht gepasst. Für die Weltnummer eins war bis dato spätestens im Viertelfinal Schluss. Heuer gibts kein Djokovic, der ihn auf dem Weg in den Final stoppen könnte. Auf den Serben, genauso wie auf Hauptrivale Jannik Sinner (24), könnte Alcaraz erst im Endspiel treffen. Wenig spricht gegen einen erneut bärenstarken Alcaraz – ausser vielleicht die Unruhe um seine Trainerentscheidung im Winter. Sein Tennis-Ziehvater Juan Carlos Ferrero ist nicht mehr an Bord und damit die wichtigste Komponente der letzten Jahre, was Inputs anbelangte. Nicht auszuschliessen, dass ihn dies aber auch befreit.

Wo kann ich die Australian Open schauen?

Tennis-Fans kommen während den Australian Open bei SRF und Eurosport auf ihre Kosten. SRF hat die Rechte, die Halbfinals und Finals der Frauen und Männer zu zeigen – und zudem bis zum Finalwochenende ein tägliches Live-Spiel zu übertragen. Sobald keine Schweizer Spielerinnen oder Spieler mehr im Turnier sind, kann SRF die Begegnung frei bestimmen. Einzig das jeweils zweite Spiel der «Night Session» ist nicht wählbar. Eurosport zeigt ab dem Start des Hauptturniers am Sonntag ebenfalls täglich ausgewählte Top-Partien im Free-TV.

Tennis-Fans kommen während den Australian Open bei SRF und Eurosport auf ihre Kosten. SRF hat die Rechte, die Halbfinals und Finals der Frauen und Männer zu zeigen – und zudem bis zum Finalwochenende ein tägliches Live-Spiel zu übertragen. Sobald keine Schweizer Spielerinnen oder Spieler mehr im Turnier sind, kann SRF die Begegnung frei bestimmen. Einzig das jeweils zweite Spiel der «Night Session» ist nicht wählbar. Eurosport zeigt ab dem Start des Hauptturniers am Sonntag ebenfalls täglich ausgewählte Top-Partien im Free-TV.

Kann eine Churer Tennis-Hoffnung einen Top-Star ärgern?

Simona Walterts (25) Wohlfühloase sind WTA-125-Turniere. Hier gehört sie zu den gefährlichsten Spielerinnen – und ist so in bemerkenswerter Manier das WTA-Leiterchen hochgeklettert. Von Platz 179 im Vorjahr bis auf Position 86, wo die Churerin aktuell steht. Ihre Premiere im Hauptfeld der Australian Open ist nun der Lohn für ihre gute Arbeit – auch im Billie-Jean-King-Cup letzten November. Doch das Los für Runde eins ist brutal: Waltert bekommt es mit Weltnummer vier Amanda Anisimova zu tun. Die ein Jahr jüngere US-Amerikanerin zählt nach ihrer Wiederauferstehung im Vorjahr zu den Top-Favoritinnen. In Wimbledon und an den US Open stand sie zuletzt beide Mal im Final. Heisst für Waltert: Nix zu verlieren!

Hello, Melbourne! Simona Waltert glänzte im Billie-Jean-King-Cup. Jetzt steht sie vor ihrem Debüt an den Australian Open.
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus
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