Darum gehts
- Novak Djokovic will Tennisregeln ändern: Sätze bis vier, kein Vorteil
- Vorschlag soll Spiele auf maximal zwei Stunden begrenzen und Spieler entlasten
- Befürworter und Kritiker innerhalb des Tennis-Zirkus
In einem Interview mit Content-Creator Nick Knows Ball verrät Novak Djokovic (39), wie Tennis nach seinen eigenen Regeln aussehen würde. Auf die Frage: «Was ist eine Meinung, für die du bis zum bitteren Ende kämpfen würdest, egal, wie viel Hass du dafür ernten würdest?», antwortete der Serbe: «Ein Satz geht nur bis vier, kein Vorteil, aber dafür im Best-of-Five-Modus.»
Die Weltnummer 5 wünscht sich, dass in Zukunft vier Games für einen Satzgewinn reichen anstatt sechs. Die Begegnungen könnten so innerhalb von zwei Stunden Spieldauer bleiben. Damit würde die körperliche Belastung im ohnehin schon engen Kalender etwas sinken, was dem 39-Jährigen natürlich in die Karten spielen würde.
Kein Vorteil, dafür Entscheidungspunkt
Neu ist diese Idee im Tennissport allerdings nicht: Bereits 2014 brachte die australische Tennis Association mit «Fast4 Tennis» ein ähnliches Konzept ins Rollen. In Grossbritannien werden Jugendturniere bereits in diesem Format ausgetragen. Auf der Tour wird bisher jedoch einzig und allein bei den ATP Next Gen Finals so gespielt. Ansonsten gibt es weder ein ATP- noch ein WTA-Turnier in diesem Modus.
Neben kürzeren Sätzen schlägt der Serbe auch die Abschaffung des klassischen Vorteilsystems vor. Beim Stand von 40:40 (Einstand) würde damit nicht mehr wie gewohnt um zwei Punkte Vorsprung gespielt werden, sondern der nächste Ballwechsel entscheidet direkt über den Spielgewinn (sog. Deciding Point).
Was meinen weitere Tennisstars?
Ben Shelton (23, ATP 10) gehört zu den Befürwortern einer Regeländerung. Es gehe nicht darum, die traditionelle Struktur des Sports infrage zu stellen, sondern es wäre interessant, einige Matches in diesem Format zu spielen. Das erklärte der US-Amerikaner auf der Pressekonferenz nach seinem Zweitrundensieg bei den Canadian Open gegen Jenson Brooksby.
Doch es gibt auch kritische Stimmen. So spricht sich Brasiliens Supertalent João Fonseca (19, ATP 27) für das «klassische Tennis» aus. Auf einer Pressekonferenz erzählt er zwar davon, dass er bei der Next Gen sehr gute Ergebnisse einfahren konnte, ihm jedoch das traditionelle Tennis und die Geschichte des Sports wichtig sind.