Hier verteidigt Sinner seinen Wimbledon-Titel
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Mit dem ersten Matchball:Hier verteidigt Sinner seinen Wimbledon-Titel

Briten klauen Wawrinkas Kultnamen
Sinner ist jetzt «Jan the Man»

Jannik Sinner, das «Biabl aus Sexten» im Südtirol, hat einmal mehr Geschichte geschrieben. Von Karotten über Designertaschen bis zu seinen Schweiz-Bezügen – so tickt der Wimbledonsieger.
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Die Erlösung: Jannik Sinner sinkt nach dem verwerteten Matchball gegen Alexander Zverev zu Boden.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jannik Sinner verteidigt Wimbledon-Titel
  • Eine Schweizerin zieht in seinem Team die Fäden
  • Wer seine Freundin ist und wie viel Preisgeld er verdiente
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Marco PescioReporter Sport

Der Rotschopf ist in Weiss gerade eine Macht. Jannik Sinner (24) hat es in Wimbledon als erst zehnter Spieler in der Open-Era-Geschichte des Rasenklassikers geschafft, seinen Titel zu verteidigen. Roger Federer (44) war dieses Kunststück in seiner Karriere gleich viermal gelungen. Und der Maestro war auch der letzte Sieger, der im Südwesten Londons weder im Halbfinal noch im Final ein Break kassierte. Bis Sinner kam. 

Wer ist der 1,88 Meter grosse Weltranglistenerste, der immer wieder die Tennis-Historie umschreibt – und wer treibt ihn an? Eine Auslegeordnung.  

«Jan the Man»

Hat sich «The Sun» hier verschrieben? Nein, die englische Boulevardzeitung hat sich am Sonntagabend kurzerhand bei Wawrinkas Kult-Übernamen «Stan the Man» bedient und titelte nach Sinners Wimbledontriumph: «Jan the Man». Zugegeben: Ganz verkehrt ist der Vergleich mit Wawrinka, der ebenfalls für seine mentale Stärke bekannt ist, nicht. Und auch in Italien wird der nunmehr fünffache Grand-Slam-Sieger oft mit «Jan» abgekürzt.

Seine Heimat

Sinner ist im Pustertal in Südtirol mit Skifahren und Tennis gross geworden. In ersterem stellte er sich so gut an, dass er zu Juniorenzeiten im Riesenslalom italienischer Meister wurde. Trotzdem fiel seine Entscheidung auf Tennis. Mit 13 zog er an die ligurische Küste nach Bordighera, um sich dort der Schule von Starcoach Riccardo Piatti (67) anzuschliessen. Davor ist er schon in seiner Bergheimat aufgefallen, wie sein Jugendtrainer Heribert Mayr vor zwei Jahren gegenüber Blick sagte. Sinner sei herausgestochen, weil das «Biabl aus Sexten» anders war. Schmal, schlaksig, ein wenig verspielt und gleichzeitig bemerkenswert ruhig und abgebrüht. Zudem sehr bodenständig, was ihm bis heute – trotz Mega-Erfolg, Mega-Preisgeldern (über 51 Millionen Franken) und Mega-Verträgen – nachgesagt wird. Seine Eltern Siglinde und Hanspeter führten die Talschlusshütte im Fischleintal. Sein Papa ist gelernter Koch und hat das Können offenbar auch seinem Sohn weitergegeben. «Jannik kann gut kochen, wie man hört», sagte Alexander Zverev kürzlich der BBC.

Trainer Heribert Mayr betreute den jungen Jannik Sinner damals im Südtirol.
Foto: zVg

Der Posterboy

Als Sinner im Begriff war, die Tenniswelt aufzumischen, schlugen viele italienische sowie internationale Marken sofort zu. Nebst seinen Ausrüstern Nike und Head nahmen ihn auch Rolex, Gucci, Lavazza, Alfa Romeo, Fastweb, De Cecco oder Parmigiano Reggiano. Unvergessen, wie er schon vor dem Erklimmen des Tennis-Throns mit der Designertasche in Wimbledon aufkreuzte. In Italien ist Sinner in TV-Werbungen omnipräsent. Sein Image? Blitzsauber. Und das trotz des Dopingfalls 2024, als er – angeblich aufgrund des Auftragens einer Massagesalbe – auf die verbotene Substanz Clostebol getestet wurde. An seiner Unschuld zweifelte hinterher kaum einer in der Tennisszene, allerdings war die Dauer der finalen, dreimonatigen Sperre ein äusserst umstrittenes Urteil, das international hohe Wellen schlug. Der Rückhalt in Italien allerdings blieb unerschütterlich gross.

Gucci ist mittlerweile ein langjähriger Partner von Jannik Sinner.
Foto: WWD via Getty Images

Sein Dialekt

Sinners Muttersprache ist Deutsch. Also: Südtirolerisch. Sein urchiger Dialekt hat längst Berühmtheit erlangt. Die letzte Kostprobe gab es letzten Herbst beim ATP-Turnier in Wien, als er mit Moderatorin und Ex-Profi Barbara Schett (50) die Interviews auf Deutsch führte. Und auch mit Schweizerdeutsch kommt er ab und zu in Berührung, weil der Bündner TV-Produzent Ursin Caderas regelmässig für die ATP arbeitet und ihn dort absichtlich im Dialekt anspricht, wie Caderas im Vorjahr verriet: «Er antwortet dann immer in Südtirolerisch. Wir verstehen voneinander nur die Hälfte – doch es ist ganz witzig. Er macht sich immer über den Schweizer Dialekt lustig. Und umgekehrt.»

Die Schweizer Managerin

Fabienne Benoit (46) war lange PR- und Marketingmanagerin bei der ATP und auch Mediensprecherin von Stan Wawrinka (41), ehe sie 2024 ins Sinner-Lager wechselte. Die Bernerin ist nicht weit, wenn sich der italienische Superstar bei einem Turnier über die Anlage bewegt – sie begleitet ihn stets an Pressetermine oder Sponsorenanlässe. Benoit ist die Strippenzieherin im Hintergrund von Sinners Entourage. Sie bucht die Reisen, beantragt die Visa fürs ganze Team und organisiert Zimmer in Hotels – oder Unterkünfte im Wimbledon Village.

Fabienne Benoit managt das Tourleben des Weltranglistenersten.
Foto: Sven Thomann

Der «Roboter»

Die Bezeichnung begleitet den Rechtshänder mit der enormen Power seit Beginn seiner Co-Dominanz mit Carlos Alcaraz (23). Sie wird dem Tennisspieler Sinner zwar nicht ganz gerecht, aber sie umschreibt ganz gut, wie es sich anfühlen muss, ihm auf dem Platz entgegenzustehen. Seine Konstanz, Präzision und Wucht ist aussergewöhnlich – und vor allem wird sie gepaart mit Nerven, die so stark sind wie die dicksten Drahtseile der Skigondeln in seiner Heimat. Sein Trainer Darren Cahill (60) sagte einst: «Er ist kein Roboter – aber er hat einen inneren Computer.» Und der sei nun mal sehr verlässlich.

Seine Liebsten

Im letzten Herbst machten sie die Beziehung offiziell: Sinner ist mit dem dänischen Model Laila Hasanovic (25) liiert. Diese war beim Wimbledonfinal auch in seiner Box. Genauso wie Papa Hanspeter und Mama Siglinde, die allerdings «nervlich nicht so gut ist wie ich», wie Sinner mal sagte. Auch während des Endspiels gegen Zverev hatte sie mehrmals den Centre Court verlassen müssen. Ausserdem hat Sinner einen Adoptivbruder: Mark wurde 1998 in Russland geboren, ehe er mit neun Monaten zu den Sinners kam. Später wurde er Feuerwehr-Ausbildner.

Laila Hasanovic fiebert immer wieder in der Sinner-Box mit.
Foto: AP Photo/Kin Cheung

Die «Carota Boys»

Mittlerweile weltberühmt, ist die Fangruppe im Sinner-Universum nicht mehr wegzudenken. Angefangen hatte alles 2019, als Sinner beim ATP-Turnier in Wien während eines Ballwechsels in eine Karotte biss. Seither nannten die sechs Freunde ihren Lieblingsspieler liebevoll «Carotino», also «Rübchen». Später gründeten sie den Fanklub «Carota Boys» und gingen mit ihren orangen Kostümen auf Instagram durch die Decke. Mittlerweile haben sie über 200'000 Follower, werden von grossen Firmen – wie etwa Lavazza – unterstützt und verkaufen eigene Fanartikel. Natürlich in Orange.

Seine Erfolge

Sinner ist aktuell die Weltnummer eins. Er gewann total 30 Titel in seiner Karriere, darunter fünf auf Grand-Slam-Stufe. Zweimal siegte er an den Australian Open, zweimal in Wimbledon und einmal an den US Open. In Paris stand er 2025 im Final, verlor diesen aber gegen Alcaraz. Mit Italien holte er zweimal den Davis Cup. Zudem hat er es geschafft, bei allen Masters-Turnieren mindestens einmal zu triumphieren.

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