Das Podest
1. Sofia Goggia (It) 1:29,23
2. Corinne Suter (Sz) +0,32
3. Kira Weidle-Winkelmann (De) +0,60
Der Super-G-Weltcup
1. Sofia Goggia (It) 549 Punkte
2. Alice Robinson (Neus) 386 Punkte
3. Emma Aicher (De) 354 Punkte
Das Rennen
Sofia Goggia gewinnt erstmals in ihrer Karriere die kleine Kristallkugel im Super-G. Nach Laura Pirovano in der Abfahrt triumphiert am Sonntag somit erneut eine Italienerin. Zu den vier Abfahrtskugeln der 33-Jährigen gesellt sich nun endlich die Super-G-Kugel. Nachdem Goggia in der letzten Saison mit dem dritten Rang in der Wertung bisher ihr bestes Ergebnis erzielte, folgt nun die Krönung.
Auf dem Kurs ihres italienischen Trainers Giovanni Feltrin fühlt sich Goggia sichtlich wohl. Sie legt oben fulminant los und baut ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Dank ihrer bärenstarken Fahrt nimmt sie der bis dahin führenden Kira Weidle-Winkelmann ganze sechs Zehntel ab und übernimmt deutlich die Führung. Im Ziel ist Goggia sichtlich erlöst, verbeugt sich vor dem Publikum, schlägt ihre Hände erleichtert vor das Gesicht und hat Tränen in den Augen, als sie schliesslich von ihrem Team umarmt wird. Goggia weiss: das dürfte zur Super-G-Kugelpremiere reichen.
Mit der Fahrt der einzig verbliebenen Konkurrentin ist der Kugel-Gewinn wenig später auch rechnerisch Tatsache. Alice Robinson unterläuft im unteren Streckenteil ein Fehler, als sie ein Tor zu direkt anfährt und so von der Linie abkommt. Die Neuseeländerin verliert so mehr als zwei Sekunden auf die Italienerin, die auf dem Leaderthron nun definitiv jubeln darf.
Um den Tagessieg zittern muss Goggia bei der Fahrt einer Schweizerin. Corinne Suter legt mit der hohen Startnummer 19 zum Saisonende nochmals so richtig los und lässt die Ski einfach laufen. Die Kugelgewinnerin von 2019/20 liegt nach der dritten Zwischenzeit mit vier Zehnteln in Führung. Unten verliert sie aber noch Zeit, so fehlen am Ende drei Zehntel auf den Sieg. Nach dem dritten Platz in Soldeu im Februar steht Suter zum Saisonabschluss als Zweite mit ihrem besten Saisonresultat nochmals auf dem Super-G-Podest und reckt im Ziel die Faust jubelnd in die Höhe.
Das Podest komplettiert Kira Weidle-Winkelmann. Für die Deutsche, die bereits am Vortag als Dritte auf dem Abfahrtstreppchen stand, holt sich ihren ersten Podestplatz im Super-G. Ihrer Landsfrau Emma Aicher nimmt sie eine Hundertstel ab, die im Gesamtweltcup Boden auf Mikaela Shiffrin gut macht.
Mit Malorie Blanc fährt die zweite Schweizerin, die beim Weltcupfinal startberechtigt ist, als Neunte (+1,45) zum vierten Mal in dieser Siaosn in die Top Ten. Die Walliserin zeigt eine ordentliche Fahrt und fährt eine freche Linie. Die Überraschungssiegerin von Crans-Montana ist oben dabei, wird jedoch im Mittelteil nach einem Verdreher bei einer Bodenwelle weit herausgetragen.
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Corinne Suter: «Ich habe den Plan heute umsetzen können, auch wenn ich einige Male von der Linie weggekommen bin. Als ich ins Ziel kam, dachte ich nicht, dass es so weit nach vorne reichen würde. Aber es ist sehr schön. Ich habe heute nichts anders gemacht als sonst und bin vor allem frei gefahren. Man darf nicht zu viel nachdenken und muss Vertrauen in sich selbst haben. Nun ging es Ende Saison nochmals auf für mich. Ich wollte heute schnell sein, das war vor einigen Monaten noch nicht so.»
Malorie Blanc: «Mit dem Resultat bin ich zufrieden. Beim Skifahren kann ich noch viel verbessern. Ich brauche mehr Vertrauen und muss sauberer fahren. Ich darf nicht denken, das und das war nicht gut. Ich muss einfach im Moment bleiben. Das ist aber nicht ganz einfach. Beim Super-G hat man nur eine Chance. Ich versuche jeweils am Start zu stehen und zu denken: Das kann ich. Ich hatte eine konstante Saison und bin froh, dass es so gut geklappt hat.»
Das gab zu reden
Mikaela Shiffrin steht noch mitten im Kampf um den Gesamtweltcup, dies gegen die Deutsche Emma Aicher. In der Super-G-Wertung liegt die Amerikanerin vor dem Rennen zwar nur auf Rang 45, weil sie jedoch in diesem Winter über 500 Weltcuppunkte gesammelt hat, darf sie wie auch Julia Scheib (Ö, verzichtet wegen Rückenschmerzen kurzfristig doch auf den Start) neben den Top-25-Fahrerinnen und Junioren-Weltmeisterin Emy Charbonnier (Fr) auch im Super-G antreten. Am Morgen ist Shiffrin mit einer besonderen Person auf der Besichtigung der Piste in Kvitfjell, nämlich mit ihrem Verlobten Aleksander Aamodt Kilde, wie in einem Instagram-Beitrag ersichtlich ist. Rund um das Ski-Traumpaar gab es zuletzt gemeinsame Rücktrittsgerüchte. Shiffrin dementierte diese jedoch am Samstag in einem ORF-Interview: «Ich werde in der nächsten Saison Rennen fahren!», so die Olympiasiegerin. Auch Kilde plane, «im Sommer alles Mögliche zu machen, um an den Start zurückzukehren», verriet Shiffrin. Im Super-G kommt Shiffrin aber nicht so richtig auf Touren. Die Amerikanerin hat deutlich zu kämpfen und geht am Ende mit dem 22. Rang leer aus.
Das gab zu reden II
Für Ilka Stuhec ist der Super-G in Lillehammer die letzte Station ihrer erfolgreichen Karriere. Die Slowenin hat vor rund einer Woche gegenüber slowenischen Medien angekündigt, noch die Rennen beim Weltcupfinal zu fahren und ihre Skier danach in den Keller zu stellen. Mit einer Abfahrts- und Kombi-Kugel, zwei Abfahrts-Weltmeistertiteln und insgesamt elf Weltcupsiegen im Gepäck nimmt sie die Piste noch ein letztes Mal in Angriff. Wie sie im Vorfeld gesagt hatte, macht sie das Rennen nicht zu einem Showevent, sondern greift nochmals an. Oben ist sie gut dabei, im Mittelteil kann sie nicht mehr mithalten. Im Zielraum wird das Ski-Ass mit frenetischem Jubel und Applaus der Fans empfangen. Von ihrem Betreuerteam wird sie mit Champagner übergossen, ausserdem erhält sie einen Blumenstrauss überreicht. Auch Fis-Präsident Johan Eliasch gratuliert Stuhec zu ihrer grossartigen Karriere.
Die Bedingungen
In Kvitfjell herrschen Temperaturen um den Gefrierpunkt und es ist leicht bewölkt. Die Sicht ist aber gut, wie auch die Piste, die im Vorfeld gesalzen wurde, damit sie für die 27 Fahrerinnen am Weltcupfinal hält. Im Gegensatz zur Abfahrt vom Samstag, windet es in Norwegen zwischenzeitlich etwas. Der Wind sorgt allerdings für keine grösseren Probleme während des Rennens.
So gehts weiter
Mit dem Super-G ist die Speed-Saison für die Frauen zu Ende. Bei den Technikerinnen steht beim Weltcupfinal noch ein Slalom (Dienstag, 10.30 Uhr) und ein Riesenslalom (Mittwoch, 9.30 Uhr) auf dem Programm. Die neue Ski-Saison startet anschliessend am 24. Oktober 2026, wo der Riesenslalom in Sölden (Ö) ansteht. Die ersten Speed-Rennen finden erst am 12. (Abfahrt) und 13. Dezember (Super-G) in Beaver Creek (USA) statt.



