Darum gehts
- Mikaela Shiffrin denkt über Rücktritt nach Weltcupfinale in Norwegen nach
- Schwerer Unfall 2024 in Killington veränderte ihre Karriere und Motivation
- 109 Weltcupsiege, acht WM-Titel, fünf grosse Kristallkugeln bisher
Sie ist wohl die grösste Skirennfahrerin der Geschichte: Mikaela Shiffrin. Doch wie lange fährt die 31-jährige US-Amerikanerin noch?
Konkrete Pläne nennt sie nicht. Im letzten Herbst fragte Blick nach dem richtigen Zeitpunkt für den Rücktritt. Shiffrin antwortete: «Solange ich besser werden will, fahre ich weiter. Fehlt mir diese Motivation, höre ich auf.»
Shiffrin war und ist äusserst erfolgreich. Dennoch – oder auch deswegen – gibt es durchaus Gründe, warum sie schon bald Goodbye sagen könnte. Vielleicht schon nach dem Weltcupfinale in Norwegen.
Rekorde trieben sie nie an
Shiffrin veränderte den Skirennsport. Nicht aus einem Jagdtrieb nach Bestmarken heraus, sondern weil sie so gut ist. Ihre Bilanz: 109 Weltcupsiege, acht WM-Titel, drei Olympiasiege, zwölf kleine und fünf grosse Kristallkugeln. Vier Rennen vor Schluss führt sie mit 140 Punkten vor Emma Aicher (22, De). Holt Shiffrin die grosse Kugel, zieht sie mit Annemarie Moser-Pröll gleich. Ein siebter Titel dürfte sie kaum reizen.
Der Sturz von Killington veränderte viel
Shiffrin gewann in allen vier klassischen Disziplinen. Eine Speedfahrerin war sie aber nie – aus Respekt vor dem Tempo. Im Januar 2024 stürzte sie in Cortina (It). Zehn Monate später verletzte sie sich erneut, schwerer, beim Riesenslalom in Killington (USA). Ein Skistock bohrte sich in ihren Bauch. Die Erholung dauerte lange, körperlich und mental. «Mein Körper war geschockt, ich konnte mich nicht bewegen», sagte sie.
Sie ist fast ständig weg von zu Hause
Im Februar 2020 starb ihr Vater Jeff Shiffrin (†65) nach einem Unfall zu Hause. Sie war bei ihm, verbrachte seine letzten Stunden am Sterbebett in Colorado (USA) und pausierte danach. Der Einschnitt wirkt bis heute. Shiffrin lebt im Winter meist in Europa, fern der Heimat. Die Rennen finden in den Alpen statt. Zwar hat sie mit ihrem Verlobten Aleksander Aamodt Kilde (33, No) eine Wohnung in Innsbruck (Ö). Doch der Wunsch, wieder näher bei der Familie zu sein, ist gross.
Ein Abschied zu zweit wäre fast kitschig
Seit April 2024 sind Shiffrin und Kilde verlobt. «Er ist nett, hübsch und schlau», sagt sie. Auf die Frage nach Kindern: «Ja, das wäre schön.» Ihr Leben umfasst mehr als Skirennfahren. Auch Kilde stürzte 2024 schwer. Am Lauberhorn flog er im Ziel-S ab, erlitt eine Schulterluxation, Bänderrisse und eine tiefe Schnittwunde. Er kämpfte sich zurück, ist aber nicht mehr der Alte. Vor eineinhalb Monaten beendete er seine Saison. «Mein Körper braucht mehr Zeit», sagt er. Beim Weltcupfinale in Norwegen steht er wohl im Ziel und feuert Shiffrin an. Treten sie danach gemeinsam zurück?