Darum gehts
- Atle Lie McGrath gewinnt Slalom in Wengen BE
- Er teilt den emotionalen Sieg mit Jugendfreund Lucas Braathen auf dem Podest
- McGrath führt mit 372 Punkten die Slalom-Wertung vor Braathen mit 351
«Ich werde versuchen, auch dieses Haus zu meinem Zuhause zu machen», brüllt Atle Lie McGrath (25) nach dem ersten Lauf in Wengen BE in die Fernsehkamera. Worauf er damit anspielt? Auf Marco Odermatt (28). Der Nidwaldner jubelte nach dem letztjährigen Sieg in der Lauberhorn-Abfahrt: «Das ist mein Haus.»
Auf die Ansage lässt McGrath Taten folgen. Die Halbzeit-Führung lässt sich der Norweger nicht mehr nehmen. Auch wenn er nach dem Rennen ins SRF-Mikrofon sagt: «Der zweite Lauf war nicht gut.» Zum Sieg reicht es trotzdem. Wie schon im Vorjahr gewinnt er. Und doch ist es dieses Mal noch eine Spur emotionaler. Denn er steigt gemeinsam mit seinem Jugendfreund Lucas Braathen (25) aufs Podest.
Jahrelang gingen die beiden Seite an Seite durch den Weltcup, haben sich das Hotelzimmer geteilt. Bis Braathen erst seinen Rücktritt erklärte und ein Jahr später unter brasilianischer Flagge zurückkehrte. An der Freundschaft hat dies nichts geändert. Im Ziel fallen sich die beiden überglücklich in die Arme. Schon 2023 haben sie gemeinsam gejubelt – damals gewann Braathen in Adelboden BE vor McGrath. «Das war heute perfekt», fasst McGrath zusammen.
Textsicher bei Schweizer Klassikern
Der Norweger ist ein Sympathieträger. Und begeistert das Schweizer Publikum nicht nur mit dem berühmten Cuche-Flip, den er jeweils nach der Zielankunft zeigt. Sondern auch mit seinem Gesang. Vor einer Woche stimmt er in Adelboden das «Vogellisi» an, in Wengen trällert er die «W.Nuss vo Bümpliz». Die Fans sind begeistert, singen und feiern den Sieger.
Für diesen gibt es als i-Tüpfelchen noch die rote Startnummer des Disziplinenführenden dazu. Er führt die Slalom-Wertung neu mit 372 Punkten vor Braathen (351 Punkte). «Das ist sehr cool», meint McGrath darauf angesprochen. Und fügt an, dass es das erste Mal für ihn ist. «Daran habe ich nie gedacht», gibt er zu. Denn in den ersten drei Slaloms ist er zweimal ausgeschieden. Deswegen ist das für ihn «ein grosser Bonus».