Swiss-Ski-Präsident Barandun zum FIS-Knall
«Eliasch ist ein spezieller Mensch, für ihn ist das extrem bitter»

Alexander Ospelt ist neuer FIS-Präsident. Das freut Peter Barandun, Präsident von Swiss-Ski, auch wenn das Wahlresultat knapper ausgefallen ist, als man dachte.
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Peter Barandun, Präsident von Swiss-Ski, freut sich, dass Alexander Ospelt neuer FIS-Boss ist.
Foto: keystone-sda.ch
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Mathias GermannReporter Sport

Blick: Peter Barandun, welche Gefühle haben Sie jetzt?
Peter Barandun:
Es ist ein grosser Moment für den Schneesport. Die Spannung bei der Wahl war unerträglich, aber jetzt dürfen wir Alex (Alexander Ospelt, d. Red.) gratulieren. Das ist ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Ab sofort soll der Sport wieder ins Zentrum rücken.

Ospelt erhielt 65 Stimmen, Eliasch 64. Hat sie dieses knappe Resultat überrascht?
Extrem. Wir hatten mit 70 Prozent Stimmen für Alex gerechnet. Von daher ist das Resultat eine Enttäuschung – viele Nationen haben anders gestimmt, als sie es uns gesagt haben. Aber es ist trotzdem gut, dass es geklappt hat.

Swiss-Ski-Co-CEO beantragte zu Beginn des Kongresses eine schriftliche Wahl. Warum?
Das elektronische System wurde erstmals in dieser Form verwendet. Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen. Ich bin mir fast sicher, dass das Resultat sonst angezweifelt worden wäre. So aber wurden die Stimmen sechsmal gezählt – es gab keine Zweifel.

Ist das Resultat auch ein Sieg für Swiss-Ski?
Wir haben wie verrückt gekämpft, zuletzt kaum geschlafen. Die grossen Ski-Nationen sind so vereint wie selten, wir waren uns noch nie so nah. Aber wir haben nicht haushoch gewonnen. Es liegt an uns, das Gespräch mit den kleineren Nationen zu suchen.

Urs Lehmann trat als FIS-CEO vor einer Woche zurück. Ist der Weg für ihn nun wieder frei, um zurückzukehren?
Das entscheidet der Council. Es würde uns freuen, wenn es so kommen würde, denn Urs ist eine starke Persönlichkeit.

Was wäre gewesen, wenn Eliasch gewonnen hätte? Es war von einer FIS-Abspaltung die Rede …
Die Mehrheit der Athleten, Veranstalter und die grossen Verbände waren gegen ihn. Es wäre also für die FIS nicht gut gekommen. Mehr will ich dazu nicht sagen.

Die finanzielle Lage der FIS ist besorgniserregend. Wie will man das Ruder rumreissen?
Die Kosten haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt, der Personalbestand auch – ohne sichtbaren Mehrwert. Wir müssen die Zahlen ganz genau anschauen, aber auch ein besseres Image bekommen und den Sport neu aufstellen. Ich bin überzeugt, dass der Turnaround gelingen wird, wenn alle zusammenarbeiten und Spass haben.

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Eliasch deutete an, dass das IOC gegen ihn geweibelt habe. Worum geht es konkret?
Ich kenne keine Details. Aber Eliasch muss sich selbst zuschreiben, dass er im IOC nicht gut angesehen ist.

Er sprach trotz seiner Enttäuschung von einer Win-Win-Situation. Entweder er hätte als Präsident weitergemacht oder er hätte sein Leben zurückgewonnen. Das tönt dramatisch. Wie haben Sie Eliasch persönlich erlebt?
Die vielen Auseinandersetzungen haben an ihm gezehrt. Eliasch war extrem fleissig. Aber er hat es nicht geschafft, das Umfeld für sich zu gewinnen. Eine Szene heute Morgen vor dem Kongress war bezeichnend: Er war ganz alleine, niemand bei ihm. Eliasch ist ein spezieller Mensch, er hat es probiert. Aber nicht geschafft. Für ihn ist das extrem bitter.

Und die Swiss-Ski-Delegation kann heute feiern?
Wir sind alle todmüde, aber heute gibt es ein grosses Fest. Wissen Sie, wir lagen uns nach der Wahl länderübergreifend in den Armen – es war ein schöner Moment. Ich sage den Sportlern auch immer: Wenn ihr was zu feiern habt, feiert auch. So werden wir es auch tun.

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