Darum gehts
- Johan Eliasch wurde als FIS-Präsident abgewählt, Alexander Ospelt übernimmt
- Der Liechtensteiner erhält eine Stimme mehr, die zum Wahlsieg genügt
- Swiss-Ski sorgte für abgeändertes Wahlverfahren
Johan Eliasch (64) hat den Kampf um das FIS-Präsidium verloren. Der schwedisch-britische Doppelbürger, der beim 57. FIS-Kongress für Georgien zur Wiederwahl angetreten ist, muss nach einer Amtszeit seinen Posten abgeben. Neuer Chef des Weltskiverbands ist ab Freitag Eliaschs einziger Gegner im Wahlkampf: der Liechtensteiner Alexander Ospelt.
Das Resultat der Wahl könnte nicht knapper sein. Eine einzige Stimme macht den Unterschied – 64 wählen Eliasch, 65 sind für Ospelt. Der Liechtensteiner wird damit der sechste FIS-Präsident nach Ivar Holmquist (Sd, 1924 bis 1934), Nikolai Ramm Oestgaard (Nor, 1934 bis 1951), Marc Hodler (Sz, 1951 bis 1998), Gian Franco Kasper (Sz, 1998 bis 2021) und Eliasch (2021 bis jetzt).
«Es war ein Privileg, euch zu dienen», sagt der abgewählte Präsident unmittelbar nach der Bekanntgabe des Resultats. «Ich habe immer gesagt, dass es eine Win-win-Situation werden würde. Denn entweder bekomme ich mein Leben zurück oder ich gewinne die Wahl.» Man habe zusammen viel erreicht, und «es wäre schade, wenn das für nichts gewesen wäre».
Kritik am IOC
Eliasch erhielt in den letzten Wochen viel Gegenwind, vor allem von den grossen Ski-Nationen. So stellten sich etwa Swiss-Ski, Ski Austria und der US-Verband gegen eine Wahl des 64-Jährigen.
Eine Botschaft will Eliasch aber noch vermitteln: «Etwas will ich noch betonen: Wir sind eine unabhängige Organisation. Ich habe von vielen gehört, dass aussenstehende Organisationen, namentlich das IOC, versucht haben, das Resultat der Wahl zu beeinflussen. Und dagegen müssen wir standhaft bleiben, weil wir unabhängig sind.» Dann folgen die Glückwünsche an seinen Nachfolger: «Gratulation, Alex.»
Ospelt: «Lasst uns mit Freude arbeiten»
Dieser akzeptiert die Wahl und dankt den anwesenden Delegierten «für die vielen tollen Gespräche und das Vertrauen». Er sagt: «Ich bin mir dieser Verantwortung bewusst – wir alle sind FIS. Ich werde der Präsident für euch alle sein.»
Seine Gedanken bei der Schweigeminute zum Beginn des Kongresses seien beim ehemaligen liechtensteinischen Verbandspräsidenten Toni Real (†61) gewesen, der Anfang Februar verstorben ist: «Lasst uns unsere Arbeit machen mit Rücksicht darauf, was die Leute vor uns aufgebaut haben. Lasst uns so arbeiten, dass nächste Generationen stolz sein können. Und sehr wichtig: Lasst uns mit viel Freude arbeiten.»
Swiss-Ski sorgt für Brief- statt Computerwahl
Das Prozedere beim FIS-Kongress sah eigentlich vor, dass sämtliche Delegierten der nationalen Verbände gleichzeitig mittels elektronischem System abstimmen. Doch stattdessen wurde zu Beginn der Veranstaltung beantragt, dass es zur Papierwahl kommen soll. Antragssteller? Swiss-Ski.
Diego Züger, Co-CEO des Schweizer Verbands, begründet seinen Vorschlag: «Wir haben im letzten Kongress Probleme mit dem elektronischen System festgestellt. Und diese Wahl ist zu wichtig, um das neue System zu testen.» Der Antrag wurde mit 77 zu 50 Stimmen angenommen (zwei Enthaltungen). Der serbische Verband beantragte zudem, dass die Wahl im Kongress-Programm vorverlegt wird, ebenfalls mit Erfolg.
FIS-Generalsekretär Michel Vion erklärte, dass während des gesamten Wahlprozesses, der rund 50 Minuten dauerte, keine Kommunikation stattfinden dürfe und auch die Handys weggelegt werden sollen. In der Folge wurden die Stimmen gezählt, und nach rund 45 Minuten wurde das Resultat verkündet.
Swiss-Ski-Präsident freut sich über Wahl
Swiss-Ski-Präsident Peter Barandun freut sich in seinem Statement über die Wahl von Ospelt: «Wir gratulieren Alexander Ospelt herzlich zur Wahl und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.» Die internationalen Beziehungen seien durch den Wahlkampf spürbar gestärkt worden.
«Wir sind als Schneesportfamilie enger zusammengerückt und haben zu einem neuen Miteinander gefunden. Wir freuen uns darauf, unsere Sportarten gemeinsam mit allen FIS-Nationen engagiert weiterzuentwickeln – partnerschaftlich, nachhaltig und mit klarem Fokus auf die Athletinnen und Athleten», so Barandun. Man werde den gemeinsamen Weg aktiv mitgestalten und zum Zusammenhalt der FIS beitragen.