«Ich war wie tot»
Goggia spricht über Erkrankung – und verrät Sölden-Entscheidung

Viruserkrankungen setzten Sofia Goggia in den letzten Wochen ausser Gefecht. Nun gibt die italienische Speed-Fahrerin weitere Einblicke in ihre Leidenszeit, die sie zum Abbruch des Trainingslagers zwang. Ausserdem ist ihre Entscheidung für den Saisonstart in Sölden gefallen.
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Sofia Goggia hatte in der Vorbereitung mit zwei Viruserkrankungen zu kämpfen.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Sofia Goggia brach nach zwei Virusinfekten das Ushuaia-Camp ab
  • Sie litt an Zittern, Gelenkschmerzen und Sprachproblemen
  • Sie lässt Sölden aus; ihr Weltcup-Comeback ist offen
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Manuela BiglerRedaktorin Sport-Desk & Respeakerin

Sofia Goggia (33) hat schwierige Wochen hinter sich. Mitte September musste die Italienerin das Trainingslager in Ushuaia abbrechen und vorzeitig die Heimreise aus Argentinien antreten. Der Speed-Spezialistin machten zwei aufeinanderfolgende Viruserkrankungen zu schaffen, gab der italienische Skiverband FISI später die Diagnose bekannt.

Das Virus versetzte Goggia in einen Zustand, den sie noch nie zuvor erlebt hatte. «Im Trainingslager in Ushuaia war ich wie tot», schildert die letztjährige Super-G-Kugelgewinnerin gegenüber dem ORF ihre Leidenszeit. Die Symptome gingen weit über die üblichen Beschwerden eines Infekts hinaus. «Ich zitterte und konnte keine Treppen hinuntergehen. Ich konnte nicht mehr deutlich sprechen und nur langsam spazieren gehen. Unbeschreiblich starke Gelenkschmerzen quälten mich sogar nachts», verrät Goggia.

Zurück in Norditalien startete die 33-Jährige nach den Untersuchungen mit der Reha, wo ihr vor allem die Sprachprobleme weiterhin Mühe bereiteten. «Ich musste die Wörter viel deutlicher aussprechen, mir fielen die Worte nicht ein. Ich hatte Momente, in denen ich geistig abwesend war, und verlor dann den Faden des Gesprächs», schildert Goggia die schwierigen Momente.

«Virus hat mein Nervensystem angegriffen»

Auch wenn sie sich mittlerweile wieder etwas erholt hat und sie auch erstmals wieder auf den Ski stand, sind die Folgen der Erkrankung noch nicht ganz überstanden. «Mir geht es jetzt definitiv viel besser, auch wenn ich merke, dass ich noch immer müde bin», so die Abfahrts-Olympiasiegerin von 2018. «Das Virus hat mein Nervensystem angegriffen», betont Goggia.

Daher stehe für sie die vollständige Genesung und die Überwindung der neurologischen Probleme im Vordergrund. «Ohne geistige Klarheit geht in meinem Sport gar nichts. Schliesslich müssen wir bei einer Abfahrt einen 2,20 Meter langen Ski bei 140 km/h kontrollieren. Jetzt konzentriere ich mich darauf, diese Fähigkeit zurückzuerlangen», sagt Goggia über ihre Pläne.

Heisst auch: Beim Saisonauftakt am 24. Oktober in Sölden (Ö) wird Goggia beim Riesenslalom nicht an den Start gehen. Wann die Italienerin wieder im Ski-Weltcup angreifen wird, lässt sie noch offen. Vorerst will sich Goggia auf ihre Gesundheit konzentrieren.

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