Rennen erneut von Stürzen überschattet
Gut-Behrami triumphiert beim Super-G in Cortina

Mit einer starken Fahrt sichert sich Lara Gut-Behrami den Sieg beim Super-G in Cortina und übernimmt die Führung in der Disziplinenwertung. Zu reden geben erneut viele Ausfälle.
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Manuela Bigler
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Lara Gut-Behrami sichert sich beim Super-G in Cortina den Sieg.
Foto: keystone-sda.ch

Das Podest

1. Lara Gut-Behrami (Sz) 1:20,75

2. Stephanie Venier (Ö) +0,21

3. Romane Miradoli (F) +0,41

Das Rennen

Lara Gut-Behrami zaubert zum Abschluss des Speedwochenendes in Cortina d'Ampezzo beim Super-G eine perfekte Fahrt in den Schnee und holt sich nach dem zweiten Platz in der Abfahrt vom Freitag heute den Sieg! Die Olimpia della Tofana scheint der Tessinerin zu liegen. Oben wird es zwar einmal eng, danach kann Gut-Behrami ihre Technik aber voll ausspielen und im Mittelteil ihren Vorsprung auf ihre Konkurrentinnen enorm ausbauen. Im Schlusssprung leistet sie sich noch einen Fehler, übernimmt jedoch deutlich die Führung.

Ins Schwitzen bringt Cornelia Hütter die führende Schweizerin. Die Österreicherin fährt oben gut mit, verliert dann ihre Linie und verpasst kurz vor dem Ziel ein Tor. Weil mit Hütter die bisher Führende der Disziplinenwertung ausscheidet, übernimmt Gut-Behrami mit ihrem Sieg die rote Startnummer.

Ganz nah an Gut-Behrami kommt eine andere Österreicherin. Stephanie Venier gewann am Freitag die erste Abfahrt in Cortina und scheint das Selbstvertrauen mitzunehmen. Oben fährt sie frech und kann in jedem Sektor mit Gut-Behrami mithalten. Im Schlussteil verliert sie allerdings auch Zeit auf die Führende und fährt mit zwei Zehntel Rückstand auf Rang zwei.

Zittern um den ersten Platz muss Gut-Behrami bei der Fahrt von Romane Miradoli. Die Französin fährt den oberen Teil stark und liegt bis zur letzten Zwischenzeit gleichauf mit der Schweizerin. Den Schlussteil fährt sie jedoch nicht so perfekt wie ihre Konkurrentinnen, so verliert sie ihren Vorsprung und platziert sich schliesslich auf dem dritten Platz.

Wie bereits am Freitag und Samstag wird das Rennen erneut von vielen Ausfällen überschattet (siehe das gab zu reden).

Die Schweizerinnen

13. Jasmine Flury +1,39

16. Noémie Kolly +2,23

19. Jasmina Suter +2,52

23. Priska Nufer +2,77

25. Delia Durrer +2,87

DNF: Stephanie Jenal

Mit der Tofana zu kämpfen hat Jasmine Flury. Die Bündnerin kann über die gesamte Strecke nicht genügend Geschwindigkeit aufbauen und wird zudem im Mittelteil kurz ausgehoben.

Eine tolle Leistung zeigt Noémie Kolly. Die Freiburgerin fährt eine schöne Linie und viele gute Schwünge und kommt als drittbeste Schweizerin ins Ziel. Mit Rang 16 feiert sie ein Spitzenresultat und holt sich wertvolle Punkte.

Priska Nufer und Jasmina Suter fahren einen frechen oberen Teil, kommen im Mittelteil allerdings nicht fehlerfrei durch.

Delia Durrer hat die schwere Aufgabe nach einem erneuten Unterbruch an den Start zu gehen. Sie kommt mehrmals ins Rutschen und kommt zwischenzeitlich als Zweitletzte ins Ziel.

Das gab zu reden

In Cortina stand bei den Abfahrten in den vergangenen Tagen das grosse Verletzungspech im Fokus. Corinne Suter am Freitag und Joana Hählen am Samstag haben sich auf der Tofana beide einen Kreuzbandriss zugezogen. Für den Super-G aussetzen muss auch Michelle Gisin, die nach ihrem Sturz am Freitag über Schmerzen im Unterschenkel klagt. Auch heute folgen weitere Stürze: Die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie und die Italienerin Roberta Melesi stürzen beide im Mittelteil, können glücklicherweise von selbst aufstehen und ins Ziel fahren. Schlimmer erwischt es die Kanadierin Valérie Grenier. Sie stützt unten heftig, das Rennen wird für längere Zeit unterbrochen. Später wird sie mit dem Rettungshelikopter abtransportiert, sie verletzt sich an der Schulter. Nach dem Unterbruch kommt es bereits zum nächsten Sturz: Die Schweizerin Stephanie Jenal erwischt ein Tor nicht wunschgemäss und landet in den Fangnetzen, sie kann selbstständig in den Zielraum fahren.

Einen Ausfall gibt es bereits vor dem Rennen: Die Tschechin Ester Ledecka, die das Rennen eröffnet hätte, fällt krankheitsbedingt aus. So nimmt die Italienerin Laura Pirovano die Strecke als Erste in Angriff.

Die Stimmen gegenüber SRF

Jasmine Flury (im Interview nach dem Sturz von Kajsa Vickhoff Lie): «Ich habe ein leeres Gefühl. Der Sturz von Kajsa war gerade etwas viel ... Ich konnte die vielen Verletzungen am Start gut wegstecken, aber jetzt kommt das Ganze wieder nach oben und es ist doch gerade etwas viel.» Dann schiessen der Abfahrts-Weltmeisterin Tränen in die Augen.

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«War gerade ein bisschen viel»:Flury lässt ihren Emotionen freien Lauf

Lara Gut-Behrami (nach dem Rennen): «Es war sehr intensiv und schwierig, den Fokus zu halten. Mental hat es uns alle mitgenommen. (...) Ich wusste am Start, dass ich heute nichts riskieren kann, sondern schauen muss, dass ich auf beide Ski stehe. Ich habe nichts riskiert und hatte eine komische Linienauswahl, fuhr eher etwas rund. Ich war nicht voll und ganz fokussiert. Ich wusste, dass es gefährlich werden konnte. Ich fuhr heute auf der sicheren Seite, weil es heute nicht darum ging, um den Sieg zu fahren, sondern gesund ins Ziel zu kommen».

Noémie Kolly (nach dem Rennen): «Ich bin sehr zufrieden und stolz auf dieses Resultat. Für mich war es nicht einfach mit den ganzen Stürzen. Vorgestern und gestern war ich nicht da, habe die Stürze nicht gesehen – das war besser so. Ich war heute bereit für diese Piste. Ich habe mich so vorbereitet wie immer, es war ein normales Rennen für mich. Ich habe gestern noch mit dem Trainer die Videos geschaut und heute Vollgas gegeben».

Die Bedingungen

Strahlend blauer Himmel in Cortina d'Ampezzo. Bei kalten Temperaturen präsentiert sich die Piste in einwandfreiem Zustand. Im Gegensatz zur gestrigen Abfahrt, wo es mehrmals zu Unterbrüchen wegen Windböen kam, ist es heute windstill.

So geht es weiter

Als Nächstes steht bei den Frauen am Dienstag der Riesenslalom in Kronplatz (It) auf dem Programm. Danach geht es nach Garmisch-Partenkirchen (D), wo nächstes Wochenende eine Abfahrt (Samstag) und ein Super-G (Sonntag) anstehen.

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