Platz 15 in der Abfahrt in Tarvisio
Suter macht klar: Olympia nur mit mir!

Corinne Suter ist mit Platz 15 in der Abfahrt in Tarvisio (It) trotzdem beste Schweizerin. Sie verpasst damit die Olympia-Limite zwar, dennoch wird sie zu 99 Prozent in Cortina dabei sein.
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Flug Richtung Cortina? Corinne Suter fährt in Tarvisio auf Rang 15. Damit verpasst sie die Olympia-Limite. Dennoch wird sie in Cortina dabei sein.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Tarvisio kehrt nach 15 Jahren als Weltcuport zurück, ersetzt Cortina
  • Nicol Delago gewinnt erstes Weltcuprennen nach 132 Starts, 84 Sekunden Hocke
  • Nur Corinne Suter mit Platz 15 überzeugt, Olympia-Qualifikation teils erreicht
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Mathias GermannReporter Sport

Satte 15 Jahre lang war Tarvisio (It) nicht mehr Weltcuport. «Jetzt hat man gesehen, warum», werden einige kritisieren. Diesmal kommt das 3900-Seelen-Dorf im italienisch-österreichisch-slowenischen Dreiländereck wieder zum Handkuss. Warum? Weil der Cortina-Klassiker in diesem Winter für die Olympischen Spiele gebraucht wird. 

In Erinnerung wird die Abfahrt auf der Piste Di Prampero nur den wenigsten bleiben. Nicol Delago schon. Nach 132 Weltcuprennen gewinnt die 30-jährige Südtirolerin erstmals. «Ich bin mega happy», sagt sie. Eine Sensation ist ihr Sieg nicht. Delago ist eine Super-Gleiterin. Genau das muss man in Tarvisio sein. Von ihren 106 Sekunden Fahrzeit verbringt sie 84 in der Hocke – das sind knapp 80 Prozent. Ansonsten? Gibt es einige langgezogene Kurven, harmlose Sprünge und keine echte technische Herausforderung.

Die Schweizerinnen kommen damit nicht zurecht. Das ist nicht das Problem des Veranstalters, sondern ihr eigenes. Sind Pisten auf dem Papier einfach – so wie zuletzt in Val d’Isère (Fr) – kommen sie nicht auf Touren.

Letztlich darf einzig Corinne Suter (30) zufrieden sein. Platz 15. Weil sie nach einem Sturz einen Monat pausierte, ist dies in ihrem erst zweiten Saisonrennen ordentlich. Bloss: Sie empfindet das anders. «Das war kein einfaches Rennen. Der Nebel im Mittelteil war ein Problem, der Untergrund das andere. Der Schnee war sehr weich. Ich habe nicht viel gespürt, konnte nicht beschleunigen. Da hätte ich zentraler über dem Ski stehen müssen», sagt sie im SRF.

Suter geht mit sich hart ins Gericht. Und zeigt damit, welche Ansprüche sie hat. In drei Wochen startet die Schwyzerin als Titelverteidigerin zur Olympia-Abfahrt. «Ich nehme die guten Schwünge mit und versuche, das Vertrauen täglich zu vergrössern.» Mit Rang 21 zeigt Janine Schmitt (25) nach ihrem Zauchensee-Exploit (Platz 5) ein solides Resultat. Erst dreimal war die St. Gallerin besser. 

Fast alle Schweizerinnen enttäuschen

Suter hat die Olympia-Limite (einmal Top 7 oder zweimal Top 15) nur zur Hälfte geschafft. Weitere Abfahrten gibt es nicht, da das Crans-Montana-Duo (30. und 31. Januar) nicht mehr zur Selektionsperiode zählt. Suter wird in Cortina dennoch dabei sein, weil Swiss-Ski ihre Verletzung bei Swiss Olympic angemeldet hat und ihr Potenzial unbestritten ist. 

Auch Schmitt hat das Olympia-Ticket im Sack. Die dritte im Bunde ist Malorie Blanc (22). Sie kommt wie erwartet in Tarvisio nicht in Fahrt, ihre grosse Baustelle bleiben das Gleiten und die langen Kurven – Rang 30. Die Walliserin muss nun ruhig bleiben. Nach wie vor ist sie eine der jüngsten und hoffnungsvollsten Athletinnen im Speed-Zirkus.

Und die weiteren Swiss-Ski-Athletinnen? Priska Ming-Nufer (26.), Delia Durrer (28.), Jasmine Flury (30.), Joana Hählen (38.) und Jasmina Suter (46.) fahren hinterher. Keine hat die Olympia-Limite in der Abfahrt erreicht. Eine letzte Chance gibt es im Super-G von Tarvisio am Sonntag, um doch noch auf den Cortina-Zug aufzuspringen.

Zurück zu Delago. Ihre frühe Startnummer 3 ist auf der weicher und ruppiger werdenden Piste ein Vorteil. Diese nutzt sie. «Ich bin als Slalomfahrerin gross geworden. Aber ich habe mich ein wenig eingeengt gefühlt. Die Abfahrt gibt mir dagegen ein Gefühl von absoluter Freiheit», meinte Delago einst. Diese Freiheit spürte sie noch nie so stark wie an diesem Samstag. 

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