Darum gehts
- Sofia Goggia gewinnt Super-G in Soldeu, verdrängt Emma Aicher und Corinne Suter
- Aicher verpasst zweiten Sieg innerhalb von 24 Stunden, wird Zweite
- Goggia führt Disziplinenwertung mit 420 Punkten, vor Robinson mit 336
Das Podest
1. Sofia Goggia (It) 1:25,95
2. Emma Aicher (De) +0,24
3. Kajsa Vickhoff Lie (No) +0,31
Das Rennen
29 Hundertstel – die fehlen Corinne Suter, um auch im dritten Rennen in Soldeu aufs Podest zu fahren. Wie schon am Samstag eröffnet die Schwyzerin den Super-G. Und zeigt abermals an diesem Wochenende eine starke Fahrt. Erst als mit Startnummer 9 Kajsa Vickhoff Lie kommt, muss Suter den Leaderthron räumen.
Die Führung der Norwegerin hält nicht lange. Denn Sofia Goggia, die in der Disziplinenwertung auf Platz 1 liegt, fährt mit der Wut im Bauch zur neuen Bestzeit. Am Samstag ist sie «nur» Sechste geworden, nun krallt sie sich den Sieg. Denn auch Emma Aicher, die als erste Fahrerin seit 1990 zwei Super-Gs innert 24 Stunden hätte gewinnen können, beisst sich an der Zeit der Italienerin die Zähne aus. Sie wird Zweite. Und schubst damit Corinne Suter vom Podest.
Trotzdem reist Suter zufrieden aus Andorra ab. Sie zeigt mit den Rängen 1, 3 und 4 das mit Abstand stärkste Rennwochenende in diesem Winter. Und ist damit erneut mit Abstand beste Schweizerin.
Die Schweizerinnen
4. Corinne Suter +0,60
13. Malorie Blanc +2.15
23. Stefanie Grob +2,58
37. Jasmin Mathis +3,23
39. Daria Zurlinden +3,26
43. Joana Hählen +3,40
45. Jasmina Suter +3,79
46. Delia Durrer +3,93
50. Janine Schmitt +4,21
Premiere für Malorie Blanc. Erstmals gehört sie zu den Top 10 in einer Disziplin – und zieht mit Nummer 15 die schlechtestmögliche Startnummer der Topgruppe. Schon früh hat sie mit Problemen zu kämpfen, auch danach kommt sie alles andere als sauber durch. Die vielen Fehler kosten in der Summe viel Zeit. Eine Steigerung nach Platz 11 am Samstag bleibt so aus.
Nächster starker Auftritt von Stefanie Grob. Am Samstag hat sie erstmals in ihrer Karriere Weltcuppunkte eingefahren – nun doppelt sie nach. Und fährt mit Startnummer 35 auf Rang 23. Damit ist sie drei Ränge besser als am Vortrag.
Nach ihrem Sturz in der Abfahrt war Janine Schmitt verunsichert. Deswegen hat sie am Samstag kurzfristig auf einen Start verzichtet. Nun geht sie ins Rennen – und kann nicht verbergen, dass ihr der Sturz noch immer in den Knochen steckt. Da fehlt die letzte Bereitschaft. Damit verpasst sie die Punkteränge deutlich.
Bei ihrer Weltcup-Premiere am Freitag ist Jasmin Mathis direkt in die Punkte gefahren. Im Super-G gelingt ihr das auch im zweiten Rennen nicht ganz. Schon am Samstag fehlt als 33. nicht viel, das ist auch dieses Mal nicht anders.
Auch in ihrem vierten Weltcuprennen zeigt Daria Zurlinden eine solide Leistung. Noch muss die 21-Jährige auf die ersten Punkte ihrer Karriere warten. Aber sie war vor allem am Samstag mit Rang 34 schon ziemlich nah dran.
Am Samstag ist sie ausgeschieden, nun kommt Joana Hählen ins Ziel. Allerdings kommt sie gar nicht auf Touren, handelt sich einen grossen Rückstand ein. Dabei ist sie dringend auf Punkte angewiesen, will sie sich für den Weltcupfinal qualifizieren. Dort dürfen nur die Top 25 starten. Am Ende verpasst Hählen allerdings die Top 30.
Jasmina Suter ist angeschlagen ins Rennwochenende gegangen, hat nach einem Schlag gegen den Kopf die Abfahrt ausgelassen. Nun ist ihr anzumerken, dass sie angeschlagen ist. Am Samstag noch ausgeschieden, bringt sie dieses Mal ihre Fahrt zwar runter. Aber sie handelt sich einen sehr grossen Rückstand ein. Und verpasst wie Hählen die Punkte. Gleiches gilt auch für Delia Durrer, die auf die Bestzeit fast vier Sekunden einbüsst.
Die Stimmen gegenüber SRF
Corinne Suter: «Natürlich ist das Podest immer schön. Aber es war wieder mega cool und ich bin sehr zufrieden – allgemein mit den drei Rennen. Es hat so Spass gemacht zu fahren. Auch heute das Rennen zu eröffnen, hat Spass gemacht. Das nehme ich für die nächste Woche mit. Heute habe ich im Gegensatz zu den letzten Tagen oben erstaunlich viel verloren – das muss ich nochmals anschauen. Ansonsten bin ich mega zufrieden. Es ist sicher schön, wieder mit diesem Vertrauen Ski zu fahren und zurück zu sein – es geht weiter. Die anderen schlafen nicht. Jetzt gilt es, für die letzten Rennen die Energie zu bündeln und gute Fahrten zu zeigen.»
Malorie Blanc: «Ich habe gespürt, dass es bei den Wellen eine Katastrophe war. Von der Linie her war es nicht schlecht. Aber wenn ich so viele Fehler mache, habe ich keine Chance. Ich bin ein bisschen sauer auf mich. Aber das wird vorbeigehen. Ich lasse zehn Minuten lang alles raus, dann schliesse ich damit ab. Ich versuche es, aber das ist nicht so einfach, weil ich mehr möchte.»
Der Kugelkampf
Sofia Goggia baut die Führung in der Disziplinenwertung wieder aus. Nachdem ihr Vorsprung am Samstag von 60 auf 20 Punkte geschrumpft ist, schlägt die Italienerin zurück. Neu hat sie 420 Punkte auf dem Konto. Erste Verfolgerin ist Alice Robinson mit 336, dahinter folgt Emma Aicher mit 304 Zählern.
Das gab zu reden
Mit Startnummer 2 geht Roberta Melesi ins Rennen. Und die Italienerin sorgt für einen frühen Schreckmoment. Bei der Landung nach einem Sprung hat sie Probleme, hängt in der Folge mit dem Ski am Tor an und stürzt heftig. Nach einer längeren Rutschpartie bleibt sie zum Glück nur kurz liegen, ehe sie aufsteht und selbständig in Richtung Ziel runterfährt.
Das gab zu reden II
Am Samstag brechen Österreichs Speed-Männer ihren eigenen unrühmlichen Negativ-Rekord. Zum 23. Mal in Folge bleiben sie in der Abfahrt ohne Sieg – so schlecht waren sie seit 38 Jahren nicht mehr. Einen Tag später ziehen die Frauen nach. Zum zwölften Mal hintereinander verpassen sie im Super-G das Weltcup-Podest. Das hat es bei den Österreicherinnen noch gar nie gegeben. Cornelia Hütter, bei den Olympischen Spiele noch zu Bronze gefahren, wird mit 2,28 Sekunden Rückstand nur 17. – damit ist sie hinter Nina Ortlieb (Platz 9, +1,43) zweitbeste Österreicherin. «Mich hat fast der Schlag getroffen, als ich da jetzt abgeschwungen habe», sagt eine ratlose Hütter ins ORF-Mikrofon.
Die Bedingungen
Der Himmel über Soldeu ist erneut blau und die Sonne scheint, ein paar Wolken sind zu sehen. Bei der Besichtigung hat das noch anders ausgesehen. Nach Regen in der Nacht war es neblig. Da die Temperaturen vor allem im oberen Teil dennoch tief waren, hat die Piste gut gehalten. Einzig im untersten Abschnitt ist der Schnee weich, die Organisatoren salzen. Das hat den gewünschten Effekt, auch dank der Sonne zieht das Ganze vor Rennstart noch etwas an. Allerdings wird die Piste im Verlauf des Rennens schnell einmal gezeichnet und die Athletinnen ordentlich durchgeschüttelt.
So gehts weiter
Für die Speedfahrerinnen steht gleich das nächste Wochenende mit drei Rennen auf dem Programm. Da in Val di Fassa (It) die abgebrochene Abfahrt von Crans-Montana VS nachgeholt wird, finden dort kommendes Wochenende zwei Abfahrten (Freitag und Samstag) und der nächste Super-G statt. Danach ist in beiden Disziplinen nur noch das Rennen beim Weltcupfinal ausstehend.